Den “Goldenen Meisterbrief” zum 50. Meisterjubiläum

Rüdiger Wolf hat gut lachen - er erhielt am Freitag den „Goldenen Meisterbrief“. Foto: wsw

Werder (Havel), 18. Dezember 2017 – Dass man mit der Familie schön essen geht, wenn es das 50. Meisterjubiläum zu feiern gilt, klingt nachvollziehbar. Bau- und Kunstschlosserei-Meister Rüdiger Wolf aus Werder ahnte aber nicht, dass in der Fischgaststätte „Arielle“ auf der Insel noch weitere Gäste auf ihn warteten. Werders Bürgermeisterin Manuela Sass, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Ralph Bührig, die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Christine Manzl und einige Wegbegleiter brachten Glückwünsche und Geschenke.


Ralph Bührig sagte „Es ist mit eine ganz besondere Freude und Ehre, hier in der schönen Stadt Werder dabei zu sein“, als er den „Goldenen Meisterbrief“ überreichte. Der Hauptgeschäftsführer der Potsdamer Handwerkskammer hätte sich aber auch die Zeit genommen, weil Rüdiger Wolf ein Handwerker sei, wie er im Buche steht. „Sie haben ihren Betrieb erfolgreich geführt, Sie haben sich aber immer auch ehrenamtlich und engagiert für den Berufsstand eingesetzt.“ Denn Rüdiger Wolf war über viele Jahre auch bei der Handwerkskammer im Meisterprüfungswesen dabei – im Prüfungsausschuss im Metallbauhandwerk.

Manuela Saß schloss sich den Glückwünschen an. Gerade das Handwerk, die kleinen Betriebe, das mache die Blütenstadt aus, sagte sie. „Wir wissen das zu schätzen“, so die Bürgermeisterin.

Nach den Glückwünschen der Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, Christine Manzl, freute sich Rüdiger Wolf über die Torte der Stammtischfreunde und ebenso über eine geschmiedete Blume von Torsten Tscherper. „Das Jubiläum hatte ich mir schon vor zehn Jahren in den Kalender eingetragen“, berichtet Tscherper. “50 Jahre – das hinterlässt gerade in unserem Beruf sichtbare Spuren in der Stadt und darüber hinaus.
Tscherper, der auch Metallbauer gelernt und jetzt bei der Handwerkskammer tätig ist, hat mit Wolf im Meisterprüfungsausschuss gearbeitet. “Unermüdlich hat er sein Wissen als Fachmann eingebracht“, sagt er. Das sei eine wichtige Zeit auch für ihn gewesen.

Rüdiger Wolf hat Bau- und Kunstschlosserei in Babelsberg gelernt und die Kunstschlosserei bereits von seinem Vater übernommen. Durch eine Sondergenehmigung durfte er aus familiären Gründen den Betrieb in der Eisenbahnstraße 193 bereits übernehmen, als er den Meisterbrief noch nicht in der Tasche hatte. „Wir haben damals alles gemacht“, blickt er auf handwerkliche Vielfalt in seinem Betrieb zurück. „Wir haben sogar Töpfe geflickt“, lacht er. Aber auch die großen Baumspritzen der Obstbauern wurden repariert, nach der Wende kamen Aufträge aus dem Pektinwerk. Anfertigung und Montage von Toren, Gitter, Treppengeländer, Zaunanlagen, Vordächer oder Stahlkonstruktionen gehören ins Repertoire.
Sein Sohn Karsten wiederum hat den väterlichen Betrieb bereits vor 14 Jahren übernommen, als der Seniorchef aus gesundheitlichen Gründen in Rente ging. Stolz ist der 74-jährige Vater darauf, das Karsten Betriebswirt und Meister ist. „Und Sportler!“, ergänzt Rüdiger Wolf und verweist darauf, dass Sohn Karsten 2014 im spanischen Santa Susanna Vize-Europameister in der Mastersklasse bis 90 kg im Bodybuilding wurde. (wsw)