Der Bildungscampus nimmt Gestalt an

Die ersten Schüler sollen ab Sommer 2022 hier lernen können

v.l.: Frank Hohn und Manuela Saß; Foto: wsw

Werder (Havel) OT Glindow, 30. März 2021 – Wo in etwas mehr als einem Jahr die ersten Kitakinder herumtollen und die ersten Grundschüler das Einmaleins und ABC lernen sollen, rollen heute noch die Bagger. Das etwa 5,3 Hektar große Gelände an der Landesstraße 90 lässt bereits durch seine Ausmaße vermuten, dass hier Großes entstehen wird. 

Eine Kita mit 120 Plätzen, eine Grundschule für 300 Schüler sowie eine Gesamtschule für 450 Schüler sollen an dem neuen Bildungsstandort der Hoffbauer-Stiftung im Werderaner Orstteil Glindow errichtet werden. Weiterhin sind eine Mensa, eine Sporthalle, Außensportanlagen und Wohnungen auf dem Areal geplant. Die Bauarbeiten für die Erschließung mit einem Kreisverkehr laufen bereits seit Oktober 2020 und sollen voraussichtlich Ende Mai abgeschlossen werden. Mit ersten Tiefbauarbeiten auf dem Baugrundstück wurde bereits begonnen. 

„Am 1. August 2022 sollen der Kita- sowie der Grundschulbetrieb starten“, gibt der Vorstandsvorsitzende der Hoffbauer-Stiftung, Frank Hohn, einen Ausblick auf das straffe Bauprogramm. „In Zukunft sollen hier etwa 1000 Kinder ihren Alltag verbringen. Der Campus wird verschiedene Segmente der Bildung miteinander verzahnen. Die Kinder können hier im besten Fall vom Kleinstkindalter bis zum Abitur miteinander lernen.“ Bereits seit über 100 Jahren betreibt die Hoffbauer-Stiftung ohne Unterbrechung Schulen in freier Trägerschaft. 

Am 25. März haben Werders Bürgermeisterin Manuela Saß und Frank Hohn ihre Unterschrift unter den Schulfördervertrag für den neuen Evangelischen Bildungscampus gesetzt. „Wie es in Werder üblich ist, herrscht bei wichtigen Entscheidungen bestes Wetter“, begrüßte Manuela Saß die anwesenden Gäste, und weiter: „In den nächsten Monaten wird der neue Bildungscampus in Glindow Konturen annehmen. Die evangelische Kita und die evangelische Grundschule werden eine neue Farbe in unsere Bildungslandschaft bringen und dazu beitragen, andere Standorte in Werder deutlich zu entlasten. Das gilt auch für die neue evangelische Gesamtschule, die die Angebote an unserer Oberschule, unserem Gymnasium und dem Oberstufenzentrum des Landkreises hervorragend ergänzen wird. Nicht zuletzt wird unser größer Ortsteil Glindow mit diesem Zukunftsprojekt weiter aufgewertet.“

Der Vorstandsvorsitzende der Hoffbauer-Stiftung ergänzt: „Mit der heutigen Vertragsunterzeichnung haben die Stadt Werder und die Hoffbauer-Stiftung ihre Partnerschaft für Bildung besiegelt. Wir freuen uns, mit unserer Erfahrung Bildungswege für Kinder und Jugendliche in Werder gestalten zu können. Bereits im Sommer 2023 könnte, die Unterstützung des Landkreises vorausgesetzt, auch die Gesamtschule die ersten Schülerinnen und Schüler aufnehmen. Der Umzug der Kita Inselstadt ist für den Sommer 2022 geplant. Nun fehlt es uns noch an der Baugenehmigung für das Gesamtvorhaben. Wir sind optimistisch, diese in den nächsten Wochen zu erhalten.“

Die Stadt Werder (Havel) wird den Bau des Bildungscampus dem Fördervertrag zufolge mit bis zu 5,5 Millionen Euro unterstützen. Damit werden 40 Prozent der Baukosten für die Grundschule und 20 Prozent der Baukosten für die Sporthalle getragen. Außerdem werden die Betriebskosten der ersten beiden Grundschuljahre übernommen, dafür werden bis zu 600.000 Euro städtischer Mittel bereitgestellt. 

Werders Stadtverordnete hatten das Vertragswerk in ihrer Sitzung am 11. März freigegeben. Landrat Wolfgang Blasig hat eine Beschlussvorlage in den Kreistag Potsdam-Mittelmark eingereicht, der zufolge der Bau der Gesamtschule des neuen Campus mit weiteren bis zu 15 Millionen Euro vom Landkreis gefördert werden soll. 

Und nicht nur die Kitakinder und Schüler werden von dem neuen Bildungsstandort in Glindow profitieren: Im Schulfördervertrag wurde festgelegt, dass Werderaner Vereine für die Sportanlage ein Mitnutzungsrecht erhalten, sofern die Anlage nicht für schulische Zwecke benötigt wird. Das Mitnutzungsrecht ist kostenlos, lediglich die Betriebskosten müssen getragen werden. 

„Unseren Sportvereinen werden neue Trainingskapazitäten bereitgestellt. Allein der Bau einer neuen Sporthalle hätte die Stadt wenigstens das Doppelte des Betrages gekostet, der jetzt als Zuschuss für den kompletten Bildungscampus an die Hoffbauer-Stiftung fließen wird“, so Manuela Saß. „Mir ist ganz besonders wichtig, dass mit dem Vertrag sichergestellt wurde, dass die Aufnahme von Kindern nach pädagogischen, aber auch sozialen Gesichtspunkten erfolgen wird. Die Hoffbauer-Stiftung hat mit ihrem Stipendienfonds die Möglichkeit, die Schulgeldzahlung zu ermäßigen.“

Abschließend bedankten sich sowohl Bürgermeisterin Manuela Saß als auch der Vorstandsvorsitzende der Hoffbauer-Stiftung Frank Hohn für die sehr gute Zusammenarbeit. (wsw, wh)

So soll es auf dem neuen Bildungscampus aussehen, Visualisierung: Planungsbüro Hoffbauer Stiftung: