Der Hybridbus von Regiobus

Regiobus ist Vorreiter für den Einsatz innovativer Hybridbustechnik

Am 4. Oktober wurden die Busse mit der neuen 48-Volt-Hybridtechnik auf dem Marktplatz auf der Insel vorgestellt. Die Kosten pro Bus belaufen sich auf 360.000 Euro, Fotos: wsw

Werder (Havel), 9. Oktober 2018 – Regiobus setzt als erstes Verkehrsunternehmen nicht nur im Land Brandenburg, sondern in ganz „Ostdeutschland“ die neue 48-Volt-Hybrid-Technik ein. Deutschlandweit gehört regiobus zu den ersten fünf Verkehrsbetrieben, die diese umweltfreundliche Technik im Linienverkehr nutzen.

Hans-Jürgen Hennig, Geschäftsführer der regiobus Potsdam Mittelmark GmbH, übernahm am 25. Juli 2018 im Mercedes-Benz Werk in Mannheim drei neue Gelenkbusse und damit die ersten drei Hybrid-Fahrzeuge für das Unternehmen. Die Neufahrzeuge kommen im Rahmen des Bedienkonzeptes „powerbus“ im Raum Werder/Havel und Potsdam zum Einsatz, welches seit Januar 2017 zweistellige Zuwachsraten bei den Fahrgastzahlen verzeichnet. Die Gelenkbusse ersetzen ältere 12 bzw. 15 m Wagen. In der viertürigen Ausführung mit großen Mehrzweckabteilen, sind diese Busse fit für die steigenden Anforderungen.

Die moderne Hybrid-Antriebstechnik unterstützt den Verbrennungsmotor. Das System dabei ist einfach: der Elektromotor arbeitet beim Verzögern des Busses als Generator und wandelt die Bremsenergie in Strom um. In einer Bordbatterie wird dieser Strom gespeichert – beim nächsten Anfahren erfolgt der Prozess umgekehrt – der Strom aus dem Speicher treibt nun über das Hybridmodul, welches nun als Motor geschaltet wird, zusätzlich zum Dieselmoter den Bus an. Die Leistung des E-Motors beläuft sich auf maximal 14 kW und das maximale Drehmoment liegt bei 220 Nm. Dies führt jedoch nicht zu mehr Leistung, sondern verhindert, dass der Verbrennungsmotor in besonders verbrauchsungünstige Spitzendrehzahlen kommt.

Der während der Rekuperation (= Energierückgewinnung) generierte Strom wird in Doppelschichtkondensatoren gespeichert, sie sind auch unter dem Begriff Supercaps bekannt. Im Gegensatz zu normalen Lithium-Ionen-Batterien sind die Supercaps besonders für den fortlaufenden schnellen Wechsel zwischen Ladung und Entladung beim Anhalten und Anfahren geeignet. Im typischen Stadtbuszyklus reicht es, wenn der Citaro hybrid einmalig aus 50 km/h bis zum Stand abbremst, um die Stromspeicher komplett aufzuladen.

Der Citaro hybrid kommt ohne Hochvolttechnik aus, ihm genügt ein 48-Volt Bordnetz – dieses ist erstmalig im Citaro im Einsatz. Ein weiterer Pluspunkt der Hybridtechnik sind das geringe Gewicht und der kleine Bauraum. Das Mehrgewicht des Hybridantriebs beläuft sich auf lediglich 156 kg und ist um ein vielfaches leichter als andere elektrische Antriebe. Durch das unwesentliche Mehrgewicht kann auch die komplette Zahl an Fahrgastplätzen erhalten bleiben. Der neue Hybrid ist eine konsequente Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors und keine Zwischenlösung auf dem Weg zum vollektrisch betriebenen Stadtbus.

Regiobus hat sich für den Einsatz der Hybrid-Antriebstechnik entschieden, weil so pro Fahrzeug jährlich ca 1.800 bis 2.000 Liter Kraftstoff eingespart werden können. Damit amortisiert sich die Anschaffung in rund vier Jahren. Je beförderten Fahrgast wird Dank der neuen Technologie ein spezifischer Verbrauch von unter 1 Liter/100km erreicht – eine Energiebilanz, die aktuell mit den Anfängen der E-Mobilität durchaus mithalten kann – bei deutlich besserer Wirtschaftlichkeit. 

„regiobus Potsdam Mittelmark steht für Innovationen und Kundenservice. Mit dem ersten Hybrid-Gelenkbus ist ein weiterer Schritt hin zu modernster Technik und hoher Effizienz getan, von dem die Fahrgäste in Potsdam-
Mittelmark profitieren. Steigende Fahrgastzahlen sind der beste Beweis für den richtigen Kurs“, äußert sich Landrat Wolfang Blasig bei der offiziellen Vorstellung der neuen Busse. 

Regiobus bekräftig erneut seine Strategie, bei vertretbarem Aufwand angemessene Verbesserungen zu erreichen und dazu innovative Maßnahmen umzusetzen – in dem Fall sehr praktische und sofort wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Ökologie und der Wirtschaftlichkeit.

„Verbunden mit den erfreulichen positiven Entwicklungen der Fahrgastzahlen im Konzept powerbus entsteht so ein bedeutender Beitrag für den wichtigen Korridor Werder (Havel) – Potsdam – für die Fahrgäste, für die Anwohner entlang der Strecke und das Unternehmen. Und zwar ohne ‘jegliche Nebenwirkungen‘“, freut sich Hans-Jürgen Hennig. 

Und auch Bürgermeisterin Manuela Saß findet lobende Worte: „Seit 2017 fährt in Werder der powerbus. Die Takte wurden verdichtet und das Streckennetz verbessert. Die Linie 631 von Werder über Geltow nach Potsdam bildet das Rückgrat des powerbus-Konzeptes. Dass auf dieser Strecke die Hybrid-Technik zum Einsatz kommt, ist ein gutes Zeichen für den Klimaschutz und die Gesundheit der Menschen. Unser Öffentlicher Personennahverkehr entlastet nicht nur die Straßen vom motorisierten Individualverkehr. Gerade Busse können auch einen Beitrag leisten, um die Lärm- und Abgasemissionen der Städte zu reduzieren. Das gilt für die Staatlich anerkannten Erholungsorte Werder (Havel) und Schwielowsee, das gilt aber auch für Potsdam als Ziel unseres 631er.“

v.l.: Wolfang Blasig (Landrat Landkreis Potsdam-Mittelmark), Christian Große (1. Beigeordnete der Stadt), Manuela Saß (Bürgermeisterin) und Hans-Jürgen Hennig (Geschäftsführer regiobus Potsdam Mittelmark GmbH)