Die Erdbeersaison ist offiziell eröffnet!

Wenn die Erdbeersaison startet, kommen alle zum Naschen vorbei., Fotos: wsw

Werder (Havel) OT Glindow, 29. Mai 2019 – Leuchtend rot, saftig und lecker präsentieren sich die Erdbeeren auf dem Hof von Christian und Kerstin Kolkwitz in Glindow. Die prächtigen Früchte sind reif und warten nun darauf, geerntet und vernascht zu werden. Mit königlichem Beistand wurde die Erdbeersaison offiziell am 28. Mai beim Obst- und Gemüseanbau Kolkwitz eröffnet.

Als letzte Amtshandlung begrüßte Walter Kassin in seiner Position als Vorstandsvorsitzender des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins e.V. die anwesenden Gäste. Unter ihnen waren neben Bürgermeisterin Manuela Saß und ihrem 1. Beigeordneten Christian Große auch die Baumblütenkönigin und viele Vertreter des Vereins sowie dessen neuer Vorstand Dr. Reinhard Schmidt, Christiane Wolter, Jürgen Gentz und Heiko Wels.
Walter Kassin hat zehn Jahre lang die Geschicke des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins e.V. in den Händen gehalten. Nun möchte er aber unter anderem aus gesundheitlichen Gründen dieses Amt abgeben. Seinen Nachfolgern wünschte er in seiner kurzweiligen Ansprache alles Gute und dankte auch der Stadt für die jahrelange Unterstützung.
Nach ihm ergriff Dr. Reinhard Schmidt das Wort: “Wir werden Walter als Ehrenvorsitzenden in unserem Verein behalten, auf seine Netzwerke können wir nicht verzichten. In seinem Sinne werden wir den Verein mit neuer Mannschaft weiterführen.”

Und dann lenkte er den Fokus auf den köstlichen Stargast der Veranstaltung. “Etwa 40 Hektar Erdbeeren warten in unserer Region darauf, geerntet zu werden. Als schöne Tradition ist bei der Erdbeersaison-Eröffnung auch immer die amtierende Baumblütenkönigin mit dabei.”

Der Gastgeber am gestrigen Dienstag war das Ehepaar Kolkwitz. Christian Kolkwitz betonte in seiner Begrüßung, dass es sich bei ihrem Obst- und Gemüseanbau nicht um einen landwirtschaftlichen Betrieb handelt. “Wir vermarkten uns selbst und setzen stark auf Regionalität. Man muss kein Obst oder Gemüse aus anderen Ländern importieren, Deutschland kann sich auch selbst ernähren.” Dies beweist auch die lange Tradition der Obst- und Gemüsebauern aus der Region. “Wir leben nach dem Motto: klein, aber fein. Wir haben 11.000 Quadratmeter Land, auf denen unter anderem Erdbeeren, Tomaten, Stachelbeeren und Aprikosen wachsen und auf der gegenüberliegenden Straßenseite nochmal 5.000 Quadratmeter. Gerne würden wir uns vergrößern und auf einem zusammenhängenden Grundstück unser Obst und Gemüse anbauen.”

Das Obst und Gemüse der Familie Kolkwitz ist bisher ausschließlich in Berlin Kreuzberg in der Markthalle Neun erhältlich. “Die Erdbeeren sind meine Babys”, verrät uns Kerstin Kolkwitz, die von ihrem Mann liebevoll Erdbeerkönigin genannt wird. “Ich stehe Montag und Freitag gegen 4 Uhr früh auf und pflücke die Erdbeeren. Am Dienstag und Samstag verkaufen wir unsere Produkte dann in Berlin.” Als stumme Erntehelfer sorgen die Vogelscheuchen Erna, Gustav und Erwin dafür, dass keine ungebetenen, geflügelten Gäste die kostbaren Früchte anpicken.

Die Erdbeeren, die zur Zeit prall und rot auf ihre Ernte warten, sind von der Sorte Allegro: zuckersüß, saftig und unglaublich lecker! “Wir haben verschiedene Sorten, frühe und späte, um die komplette Saison abzudecken”, informiert Christian Kolkwitz. Ab und an kommen auch Erdbeerfreunde aus Berlin, um bei der Ernte zu helfen. Auch Schulklassen haben bereits angefragt, ob sie zur Selbstpflücke vorbeikommen können. “Da wir alles alleine machen, ist es immer schwierig, wenn Besucher zum ‘Helfen’ vorbeikommen möchten. Alles zu erklären, dauert ja auch seine Zeit. Zeit, die wir aber leider nicht haben. Ein bisschen Unterstützung von ‘oben’ wäre hier schön”, schließt Christian Kolkwitz ab.

Ein paar Erdbeeren sind es ja seit gestern schon weniger. Wir haben uns die größte Mühe gegeben, möglichst viele kleine rote Früchte zu pflücken. Von der Hand direkt in den Mund. (wsw)