Die Umweltgruppe aus Werder

1. Reihe v.li.: Leon, Josha, Cornelius, Leni C., Sara, Isabell 2. Reihe v.li.: Friedrich, Gitte, Enora, Leni W., Zoe, Mila Foto: wsw

Werder (Havel), 1. Oktober 2019 – Die Botschaft der 12 Schülerinnen und Schüler der 6s ist deutlich: “Wenn ihr es nicht macht, müssen wir es eben machen!” Mit Handschuhen und Mülltüten bewaffnet, waren die engagierten Sechstklässler des Ernst-Haeckel-Gymnasiums am 10. September in den Havelauen unterwegs und haben auf und um den Bolzplatz herum Müll eingesammelt. “Drei Autoreifen haben wir gefunden und Unmengen Plastik, Gläser und Zigarettenstummel”, verrieten sie uns bei einem Gespräch am 24. September. Die Schülerinnen und Schüler haben sich nach dem Unterricht extra Zeit genommen, um uns über ihr tolles Projekt zu informieren.

Alles begann im Rahmen des Fachs Gesellschaftswissenschaften. Ihr Lehrer Herr Kallis hat ihnen die Aufgabe gestellt, sich ein Projekt zu überlegen, um politisch etwas zu bewirken. Die Ideenfindung dauerte nicht lang und schon war die “Umweltgruppe” geboren. Zunächst bestand die Gruppe nur aus drei Schülerinnen, der sich schnell weitere engagierte Klassenkameraden anschlossen. “Wir haben uns überlegt, was wir machen können, und da schien uns Müllsammeln als erster Schritt am sinnvollsten.”
Gesagt – getan! Am zweiten Septemberdienstag versammelte sich die Umweltgruppe also in den Havelauen zum Großreinemachen. Der Containerdienst Gieske aus Werder (Havel) hat der Umweltgruppe einen Container zur Verfügung gestellt, der sich (leider) recht schnell füllte.

Doch das Müllsammeln um den Bolzplatz soll keine einmalige Aktion gewesen sein. “Wir möchten uns in Zukunft einmal im Monat treffen und Aktionen in dieser Form starten. Zum Beispiel könnten wir im Stadtwald aufräumen oder an der Regattastrecke. Wir können uns auch vorstellen, an geeigneten Stellen Bäume zu pflanzen”, so die Gymnasiasten. Ein Schüler der Umweltgruppe hat sogar seinen ganzen Mut zusammengenommen und bei Bürgermeisterin Manuela Saß an die Haustür geklopft. Beim Aufräumen des Bolzplatzes sind den jungen Umweltrettern nämlich die maroden Holzplanken ins Auge gefallen, die dringend aufbereitet werden müssen. “Ich habe Frau Saß gefragt, ob wir die streichen dürfen. Sie war von der Idee sofort begeistert und hat uns zugesichert, dass sie die Pinsel und Farbe hierfür bereitstellt”, erklärt Leon. Und er ergänzt schmunzelnd: “Sie hat auch gesagt, dass sie mitstreichen möchte.”

Auf Nachfrage haben uns die Schülerinnen und Schüler verraten, dass ihre Eltern natürlich sehr stolz auf ihr Umwelt-Engagement sind. Und auch der Zuspruch der Klassenkameraden wächst. Doch noch mehr Mitglieder soll die Umweltgruppe vorerst nicht haben: “Je mehr wir sind, desto weniger Kontrolle hat man ja. Außerdem wird es dann auch immer schwieriger, Termine zu finden, an denen alle können. Und wir wollen ja etwas bewirken.” Umweltschutz muss eben auch koordiniert werden.

Das Engagement der SchülerInnen, ihre Freizeit für die Umwelt zu “opfern”, kann man gar nicht genug würdigen. Wenn jeder seinen Müll einfach in die dafür vorgesehenen Mülleimer werfen würde, bräuchte man die Umweltgruppe gar nicht.
Gut zu wissen, dass eine umweltbewusste, tatkräftige Generation in den Startlöchern steht, die über den eigenen Tellerrand schaut und anpackt. Danke dafür! (wsw)