Die Verkehrswende nimmt Fahrt auf

In Werder (Havel) startete heute die erste batteriebetriebene E-Bus-Linie im normalen Linienbetrieb im Land Brandenburg.

Werder (Havel), 2. Juni 2020 – Vor wenigen Minuten startete die Linie E30 ihren Rundkurs über die Insel. Immer montags bis samstags fährt jeweils von 9.10 Uhr bis 12.40 Uhr und von 13.40 Uhr bis 16.40 Uhr im 30-Minuten-Takt ein schwarzer Mercedes E-Vito geräuschlos und noch viel wichtiger schadstoffarm durch Werders Altstadt. Der Rundkurs startet an der Haltestelle Werder (Havel), Post und führt über die Haltestellen Hartplatz, Markt, Altes Rathaus, Fischerstraße, Baderstraße, Ruderklub und Schützenhaus wieder zurück zur Stadtmitte. An der Start- und Endhaltestelle Werder (Havel), Post bestehen Anschlüsse in Richtung Bahnhof sowie von und nach Potsdam, Glindow und Beelitz. Mit Einführung der neuen Linie E30 entfällt die Bedienung der Haltestelle Werder (Havel), Markt durch die bisherige Linie 630.

Die Idee zu diesem Vorhaben entstand aus der Evaluation des PowerBus Projektes. Seit einem Jahr wurde nun an diesem neuen Vorhaben gearbeitet. Einerseits sollte die Werderaner Insel als Kleinod der Stadt weiter per ÖPNV erschlossen werden. Andererseits bot sich die zur Diskussion stehende Strecke durch die kleinen Straßen der Altstadt Werders für den Einsatz eines elektrisch betriebenen Kleinbusses, der Platz für bis zu sechs Fahrgäste bietet, förmlich an. „Der wendige, flüsterleise und emissionsfreie E30 passt auch hervorragend in die touristische Erschließung unserer Insel. Gäste, die nicht so gut zu Fuß sind, können vom Busknoten und der Tourist-Information am Plantagenplatz nun schnell und im kurzen Takt das Herz der Altstadt erreichen“, so Bürgermeisterin Manuela Saß beim Pressetermin am vergangenen Freitag.

Die Projektpartner – der Landkreis Potsdam-Mittelmark, die Stadt Werder (Havel) und die regiobus Potsdam Mittelmark GmbH – starteten mit dem E30 die erste batteriebetriebene E-Bus-Linie im normalen Linienbetrieb im Land Brandenburg. Der Betrieb der Linie wird im Rahmen einer Studie von Studenten der TU-Dresden wissenschaftlich begleitet. Neben der Erfassung von Bedarf und Potential soll hierbei auch die Eignung der Linie für eine spätere Bedienung durch autonom fahrende Busse ausgelotet werden.

„Für regiobus ist dieser Schritt folgerichtig auf dem Weg zum weiteren Ausbau einer nachhaltigen Mobilität. Uns geht es dabei wie immer um sinnvolle, der jeweiligen Aufgabe angemessene Lösungsansätze. Unser Erfolgsprodukt powerbus wird so fortgeführt und verspricht in Kooperation mit der TU Dresden ein interessantes Prüflabor für autonomes Fahren unter realen Bedingungen zu werden“, teilt Hans-Jürgen Hennig, Geschäftsführer der regiobus Potsdam Mittelmark GmbH, mit.

Zusätzliches Schmankerl für die Fahrgäste: Bis zum 31.12.2020 können sie den Bus sogar kostenfrei nutzen. Danach ist der normale VBB-Fahrtarif zu entrichten. Die Kosten des zunächst auf zwei Jahre befristeten Projektes tragen zur Hälfte die Stadt Werder (Havel) und der Landkreis Potsdam-Mittelmark. (wsw, a.l.)