Die Weihnachtsbaum-Saison ist eröffnet

„Die Weihnachtsbäume sind so schön wie in jedem Jahr. Grün und satt“, sagt Tannenhof-Chef Gerald Mai.

Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger und Werders Bürgermeisterin Manuela Saß bei der „Arbeit“. Auf dem Tannenhof wurde heute die Saison 2018 eröffnet. Foto: wsw

Werder (Havel), 13. November 2018 – Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger hat heute auf dem Werderaner Tannenhof symbolisch den ersten Weihnachtsbaum der Saison geschlagen. Mit dabei waren Fußballerinnen des FFC Turbine sowie Werders Bürgermeisterin Manuela Saß und für den Landkreis die Fachdienstleiterin Wirtschaftsförderung Eveline Vogel.

Außerdem zu Gast war Vanessa Frank, die amtierende Weihnachtsbaumkönigin. Sie wurde vom Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger zur 4. deutschen Weihnachtsbaumkönigin gewählt. Sie kommt aus der Branche, ihre Eltern haben einen Christbaumhof in Karlsruhe. Die 23-Jährige Hotelfachfrau hilft neben ihrem Job auf dem Hof der Eltern. Vom Tannenhof in Werder gab sich Lisa Geist die Ehre. Die 15-Jährige repräsentiert als Weihnachtsbaumprinzessin den Hof nicht nur bei der Saisoneröffnung – auch zur Grünen Woche im Januar 2019 und bei weiteren Terminen schlüpft sie in das dunkelgrüne Baum-Kleid. Werders Blütenkönigin Peggy Sinning ließ sich entschuldigen, aber Glindows Kirschkönigin Melanie Mach als bekennender Weihnachtsfan war dabei.

Gerald Mai und seine Frau Karin Lorenz versicherten, dass die Bäume nicht gelitten haben. „Die Weihnachtsbäume sind so schön wie in jedem Jahr. Grün und satt“, sagt Gerald Mai. „Die Nordmanntanne ist ein Pfahlwurzler, wir können nur ahnen, aus welchen Tiefen sie das Wasser gezogen hat“. Seit Wochen gebe auch morgendlichen Tau, der Regen würde auch über die Nadeln aufgenommen. Bei den Jungpflanzen hätte man nicht bewässern können, die seien vertrocknet. Wo gewässert wurde, hätten 80 Prozent der Bäume überlebt. „Wir freuen uns auf die Saison und wünschen jedem einen schönen Baum für das Wohnzimmer“, so Mai.

„Am 24. Dezember ist immer Heiligabend“, sagt Gerald Mai. Bis dahin müsse der Tannenhof  sein Geschäft gemacht haben. Ein außergewöhnliches Jahr liege hinter ihnen, wie in jedem Jahr hätten sie fünf Hektar neu bepflanzt. „Durch das Brauchwasserwerk haben wir hier gute Voraussetzungen“, so Mai. Allerdings hätten sie in diesem extrem trockenen Jahr über 20.000 Kubikmeter gebraucht. Das würde am Jahresende „nochmal finanziell wehtun“, so Mai.

Verkauft werden die Bäume auf dem Tannenhof, hier können sie auch selbst geschlagen werden. Außerdem gibt es Tannenhof-Bäume in Berlin, Potsdam, im Land Brandenburg, Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern. Nicht nur für die privaten Wohnzimmer wachsen hier die Bäume – der Weihnachtsaum für das Schloss Bellevue beispielsweise wird in der kommenden Woche geliefert.

Minister Jörg Vogelsänger käme immer gern auf den Tannenhof zum Saisonstart, sagte er bei seiner Begrüßung. „Das wichtigste sind die Kinder. Schön, dass ihr da seid. Ich wünsche Euch eine schöne Vorweihnachtszeit“, sagte er in Richtung der kleinen Gäste vom SOS-Kinderdorf in Brandenburg, die traditionell den ersten Baum gespendet bekommen. Er wisse um die Mühen und die viele Arbeit, die Gerald Mai und seine Mitarbeiter in den Tannenhof stecken. Das sei bei allen Gärtnereien und Tannenhöfen des Landes so. „Der Himmel weint vor Freude“, verweist er auf den Regen draußen. Er sei sich sicher, dass er mit Werders Bürgermeisterin Manuela Saß dennoch keine Mühe hätte, den Baum zu schlagen.

Werder sei schon lange nicht mehr nur für den Obstbau bekannt, stellte Manuela Saß fest. Auch der Weihnachtsbaum aus Werder hätte über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf. Dafür dankte sie den Tannenhof-Betreibern. Ein Baum der Saisoneröffnung geht wie immer in das SOS-Kinderdorf, ein weiterer Baum ist für das Trebbiner Kinderheim und einen dritten Baum wird die Bürgermeisterin am Donnerstag dieser Woche der Tee- und Wärmestube der Blütenstadt übergeben. „Dort wurde sich ein Baum gewünscht – den Wunsch erfülle ich gern“, so Saß. In Richtung der Kinder erinnerte sie daran, dass es hier auf dem Tannenhof einen Briefkasten für die Wunschzettel für den Weihnachtsmann gebe. „Schreibt eure Wünsche auf, Stifte und Zettel liegen für euch bereit“, sagte die Bürgermeisterin. „Ich stecke dem Minister nachher meinen Wunschzettel in die Jacke“, lächelte sie. „Ich brauche noch ein bisschen Geld für das Brauchwasserwerk“.

Beim Torwandschießen mussten sich dann nach dem Schlagen des ersten Baumes als Start in die Weihnachtsbaumsaison die kleinen Kicker der E-Jugend des WFC Werder (Havel) und die Frauen der 1. Mannschaft von Turbine beweisen. Je mehr Torschüsse, desto mehr Bäume spendeten die Tannenhof-Betreiber. Nicht alle „Turbinen“ konnten heute dabei sein, am Nachmittag stehe ein wichtiges Spiel mit der Nationalmannschaft auf dem Programm, wie Moderatorin Martina Ringel informierte. Gegen Spanien werden auch einige Frauen von Turbine international antreten. Am Wochenende gab es einen Sieg gegen Italien – 5:2, ist Martina Ringel bestens informiert. Kein Wunder, ist sie doch auch im Vorstand des Fußballvereines der Landeshauptstadt Potsdam.

Nach dem Spektakel im Regen gab Gerald Mai noch bereitwillig Auskunft zu dem seit einigen Jahren geplanten Bauvorhaben auf dem Tannenhof. Der Aufstellungsbeschluss sei da, so Mai. Die Möglichkeiten hier auf dem Gelände seien bislang begrenzt. „Die Scheune ist zu klein, der Hofladen ist zu klein“. Es gebe ein B-Planverfahren – vorgesehen sei, den Hofladen von jetzt 70 Quadratmetern zu erweitern und durch einen Anbau zu ergänzen. Denn auch für die vielen Events brauche man mehr Platz. Zur Saison 2022 sollen die neuen Gebäude eingeweiht werden, hofft Mai. „Wir sind in der glücklichen Situation, dass unser Sohn Christian den Hof übernehmen wird“, blickt Mai optimistisch in die Zukunft des Familienbetriebes. (wsw)

Hintergrund

Das Familienunternehmen Gerald Mai und Ehefrau Karin Lorenz produziert auf knapp 60 Hektar Weihnachtsbäume und Schnittgrün. Die Produkte werden auf der Plantage in Werder in der Lehniner Chaussee verkauft. Weitere 30 Verkaufsplätze gibt es in Berlin, Potsdam, Werder, Brandenburg, Cottbus, Frankfurt/Oder, Halle/Saale, Rostock, Schwerin und Neubrandenburg.
Baumarten oder Größen, die nicht oder nicht ausreichend selbst produziert werden, können von befreundeten Erzeugern bezogen und dann verkauft werden.
Im Internet: www.werderaner-tannenhof.de

Weihnachtsbaum selbst schlagen vom 14.11. bis 23.12. 2018 täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr. Am 24.12. findet von 9 Uhr bis 12 Uhr ausschließlich der Verkauf bereits geschlagener Bäume statt.