Doch eine Resi-Salomon-Straße in Glindow

Einigung über neuen Namen der Stichstraße vom Kreisverkehr bis zur Planstraße „Zum Schulcampus“.

Werder (Havel) OT Glindow, 23. März 2021 „Ich bin schockiert darüber, wie die Diskussion zur Benennung einer Straße in Glindow in die Öffentlichkeit getragen wurde und eine Form angenommen hat, die für uns nicht hinnehmbar ist.“ Mit diesen Worten eröffnete Fred Witschel (Fraktionsvorsitzender der Freien Bürger Werder) seinen Redebeitrag zum Tagesordnungspunkt (TOP) 20 bei der Stadtverordnetenversammlung am 11. März. 

Der TOP 20 behandelte die Benennung der neuen Planstraße, die im Zuge der Baumaßnahmen für den zukünftigen Bildungscampus der Hoffbauer-Stiftung entstanden ist. Im November 2020 wurde der Ortsbeirat Glindow hierrüber informiert, die Vorschläge „Am Schulcampus“ und „Salomon-Straße“ bzw. „Resi-Salomon-Straße“ wurden unterbreitet. In der Ortsbeiratssitzung Mitte Februar hat sich der Ortsbeirat mit Mehrheit von CDU, Freien Bürgern und der SPD für die Bezeichnung „Zum Schulcampus” entschieden. 

„Die Instrumentalisierung des Themas durch poltische Gruppen unserer Stadt wurde mit dem Ziel geführt, die eine Seite als ‘die Guten’ und die andere Seite als ‘die Bösen’ darzustellen“, führte Fred Witschel bei der SVV weiter aus. Ortsbeiratsmitglieder seien sogar bedroht worden. „Die Freien Bürger haben immer an der Erinnerungs- und Gedenkkultur mitgewirkt und wir stellen uns entschieden gegen Antisemitismus und Rassimus.“ 

Gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden der CDU, Hermann Bobka, bat Fred Witschel die Bürgermeisterin um die Prüfung der Vorschläge, die Stichstraße vom Kreisverkehr L90 Klaistower Straße bis zum „Am Schulcampus“ in „Resi-Salomon-Straße“ oder den Parkplatzbereich in Resi-Salomon-Platz zu benennen. 

Mit 12 Gegenstimmungen und zwei Enthaltungen wurde der Antrag, die Stichstraße in Resi-Salomon-Straße zu benennen, mit 18 Stimmen angenommen. Die Planstraße behält den Namen „Am Schulcampus“. 

„Wir sind der Auffassung, dass die Benennung einer Straße nur ein Anstoß zu einer Erinnerungs- und Gedenkkultur sind kann. Die Auseinandersetzung mit und das Lernen aus der Geschichte dürfen nicht in einer Gedenkkultur stehen bleiben“, so Fred Witschel abschließend.

Und er ergänzte in Hinblick auf die hitzigen Diskussionen nach der Ortsbeiratssitzung: „Grundpfeiler unserer pluralistischen Demokratie ist die freie, unbeeinflusste, offene Meinungsäußerung und der Austausch darüber. Das bedeutet aber auch die selbstverständliche Einhaltung von Normen, Regeln und Gesetzen. Nach unserem Verständnis heißt es, politische Entscheidungen zu akzeptieren, wenn sie von einer klaren Mehrheit getroffen wurden.“ (wsw)