Ehrung für große Verdienste

Zwei verdienstvolle Werderaner trugen sich in das Goldene Buch der Stadt Werder (Havel) ein.

Hermann Bobka und Helmut Nier trugen sich gestern in das Goldene Buch der Stadt Werder (Havel) ein. Foto: wsw

Werder (Havel), 13. März 2019 – Bei einer Festveranstaltung wurden gestern zwei weitere verdienstvolle Bürger der Stadt Werder (Havel) – Hermann Bobka und Helmut Nier – mit einer Eintragung in das Goldene Buch der Stadt geehrt. Zuletzt wurden im März 2018 die Vorsitzende des Glindower Heimatvereins Edelgard Baatz sowie die Gründer des Schützenparks Edeltraud und Wilfried Nebert und im Oktober 2016 die Dokumentarfilmerin Brigitte Nickel-Froh und der Mitbegründer der Jagd- und Hegegemeinschaft Walter Ihl mit dieser Ehre bedacht.

Bürgermeisterin Manuela Saß – dem feierlichen Anlass entsprechend mit ihrer Amtskette – begrüßte die Familien der Geehrten, ihre Freunde, die Vertreter der Stadtverordnetenversammlung und viele Gäste im Saal des Schützenhauses. Die musikalische Umrahmung hatte wie schon traditionell das Bläserensemble „Saxomania“ der Kreismusikschule Engelbert Humperdinck.

Ehrenbürger Werner Große hielt die Laudatio auf Hermann Bobka. Seine Rede müsste eigentlich viel mehr als die geplanten zehn Minuten dauern, sagte Große angesichts der vielen Verdienste Bobka um die Stadt Werder, um Glindow und natürlich um Elisabethhöhe.

Beide kennen sich schon lange und hätten gemeinsam  „einiges mitgemacht“. Bobka sei ein echter Glindower, 1948 hier geboren und zur Schule gegangen. Bobka, der erst eine Ofenbaumeister-Lehre, nach der Armeezeit eine Gärtnerlehre und schließlich noch eine Ausbildung als Berufsfeuerwehrmann absolvierte, hätte besonders mit seinem Fachwissen über die Feuerwehr richtungsweisende Hilfe geleistet. “Ohne Dich wären unsere Feuerwehren heute nicht da, wo sie sind”, so Große.

Seit 1963 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, hätte Bobka später dieses Hobby zum Beruf gemacht, bevor ihn ein Unfall zwang, in die Verwaltung zu wechseln, aber auch hier erfolgreich. Später sei er federführend bei der Anpassung des Dienstrechtes und der Besoldung an die westdeutschen Normen im feuerwehrtechnischen Bereich gewesen.

In schweren kommunalpolitischen Zeiten, so Große, wurde Bobka 1993 Bürgermeister von Glindow. Glücklich war man nach gemeinsamen Kämpfen über den Ausgang des Bürgerentscheids, der Glindow schließlich zu Werder brachte. Bobka setzte seine Karriere in Werder fort, war stellvertretender Fraktionsvorsitzender, seit 2004 Chef der Fraktion. Mit seinem Organisationstalent bekäme er die “Truppe” immer wieder unter einen Hut, so Große.

Sein Einsatz für seinen Wohnort Elisabethhöhe, wo er den Förderverein gründete und bis zum vergangenen Jahr führte sowie die Siedlerfeste organisierte, hätte entscheidend zum Zusammenhalt im Ort beigetragen. Als Mitglied des Kreistages sei 2008 bewundere Große seine Sachkenntnis und die Hartnäckigkeit, mit der Bobka an Themen dran bleibe und sich besonders für Werder einsetze.

Zudem sei er als Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Glindow und in weiteren Vereinen und Verbänden im Vorstand aktiv. Das schaffe man alles nur mit einer starken Frau an der Seite und viel Verständnis und Unterstützung der Familie, betonte Große. Und bedankte sich auch persönlich bei Renate Bobka und der Familie des Geehrten.

Altbürgermeister und Ehrenbürger Werner Große hielt die Laudatio für Hermann Bobka. Foto: wsw
Bürgemeisterin Manuela Saß, Hermann Bobka und der 1. Beigeordnete Christian Große. Foto: wsw

Die Bürgermeisterin hielt die Laudatio auf Helmut Nier. “Sie sind ein Zeitzeuge von Geschehen, das wir heute nur noch aus Geschichtsbüchern kennen”, sagte Manuela Saß mit Blick auf das Geburtsdatum des Geehrten – 12. Januar 1931.

Nier kam 1941 aus Schlesien über verschiedene Orte nach Glindow. 1950 lernte er seine Frau Ingeborg in der Bibliothek kennen und lieben. Fünf Kinder, acht Enkel und sechs Urenkel gehören inzwischen zum Kreis der Familie. Das Ehepaar Nier freut sich auf das 70. Ehejubiläum.

Zuerst in der Maschinen- und Traktorenstation MTS in Glindow hat Nier nach dem Studium als Diplom Agraringenieurökonom gearbeitet. Ausgezeichnet würde er für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement, so Saß. Noch mit 87 Jahren führte er ehrenamtlich die Geschäfte des Vereins Historische Ziegelei Glindow. Bis Herbst des vergangenen Jahres führte Nier mit Begeisterung die vielen Gäste aus dem In- und Ausland durch die Ausstellung und die Ziegelei und ist auch heute noch aktiv im Verein, sagte Saß. Mit und in dem Verein hätte Nier einen wesentlichen Beitrag geleistet, das einem der wichtigsten Industriezweige der letzten Jahrhunderte in unserer Region ein einmaliges Denkmal gesetzt und in einem Museum erhalten wird, hob Saß hervor. Den Vereinsvorsitz hat Nier inzwischen abgegeben, sein Beitrag zum Erhalt des historischen Erbes und damit auch für den Tourismus in Glindow sei wesentlich und anerkennenswert.

Auch wir gratulieren Hermann Bobka und Helmut Nier sehr herzlich zu der Ehrung und wünschen weiterhin viel Gesundheit und Schaffenskraft. (wsw)

Helmut Nier trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Werder (Havel) ein. Foto: wsw
Bürgermeisterin Manuela Saß, Helmut Nier und Christian Große. Foto: wsw