Ein Dankeschön an Florentina

Ein Mädchen aus Werder hat im Stadtwald aufgeräumt. Ihre dort vergessene Lieblingsjacke wurde zerrissen. Das konnte nicht so stehen gelassen werden.

Florentina mit Besatzungsmitgliedern und ihrem Papa auf der WSP 1. Foto: Stefanie Wagner Leppin

Werder (Havel), 26. August 2020 – Die Polizeidirektion West teilt mit: Das Revier der Wasserschutzpolizei rund um Werder (Havel) ist vor allem bei Wassersportlern beliebt. Die Wasserschutzpolizei der Polizeidirektion West ist dort täglich im Einsatz und sorgt dabei für die Sicherheit des Verkehrs auf dem Wasser. Mit der Stadt Werder (Havel) pflegt die Polizeidirektion West außerdem eine langjährige, gute und erfolgreiche Partnerschaft für Sicherheit und Ordnung „an Land“, sowohl im täglichen Miteinander als auch bei großen Events. Aber auch viele Bürger engagieren sich an verschiedenen Stellen für eine schöne, saubere und sichere Stadt.

Gemeinsam mit ihrem Vater hatte die neunjährige Florentina Trautwein im März in Eigeninitiative Scherben und Müll auf einem Skaterplatz in der Stadt beseitigt. Dort hatte das Mädchen nach der Aktion schließlich ihre Jacke vergessen. Am nächsten Tag fand ihr Vater Mario Wall die Jacke zerrissen, teilweise angebrannt und an Bäumen und Sträuchern verteilt. Er erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei – und das nicht nur, weil es die Lieblingsjacke seiner Tochter war, sondern weil er durch deren mutwillige Beschädigung ihr zuvor gezeigtes, bürgerschaftliches Engagement ebenfalls in Frage gestellt sah.

Beides ist enttäuschend und sehr bedauerlich! Das fanden auch Karsten Schiewe, Leiter der Polizeidirektion West und Stefan Wetzel, Leiter des örtlichen Polizeireviers Werder. Beide wollten das nicht auf sich beruhen lassen und holten, die Stadt Werder – nicht nur sprichwörtlich – mit ins Boot. Es entstand die Idee für ein besonderes „Dankeschön“ an die neunjährige Schülerin aus Werder, um ihr, stellvertretend für alle, die für ein gelungenes Miteinander „anpacken“ und sich als Bürger engagieren, eine Anerkennung zukommen zu lassen.

Am vergangenen Montag, dem 24. August um 15.00 Uhr war es soweit. An der Werderaner Insel legte das größte Schiff der Brandenburger WSP-Flotte, die „WSP1“ zu einer Streifenfahrt auf den Gewässern rund um Werder ab. Mit an Bord waren Florentina und ihre Eltern, sichtlich überwältigt vom „Empfangskomitee“. Neben der dreiköpfigen Streifenbesatzung und dem amtierenden Direktionsleiter Karsten Schiewe waren auch zwei örtlich zuständige Revierpolizistinnen und der 1. Beigeordnete der Stadt Werder (Havel), Christian Große, vertreten.

Der amtierende Direktionsleiter Karsten Schiewe:

„Die Polizeidirektion West will mit dieser Streifenbegleitung ein Zeichen setzen, dafür, dass sich bürgerschaftliches Engagement lohnt und niemals umsonst ist. Wer sich für andere einsetzt, couragiert handelt, sich engagiert oder mit anpackt, leistet wertvolle Dienste für das gesellschaftliche Miteinander. Das verdient unsere volle Anerkennung.“

Der 1. Beigeordnete der Stadt Werder (Havel), Christian Große:

„Florentina hat nicht gemeckert, sie hat gemacht. Das ist aller Ehren wert. Dass nach ihrem Arbeitseinsatz im Stadtwald ihre Lieblingsjacke zerrissen wurde, konnte nicht so stehen gelassen werden. Die Stadt Werder hat sich deshalb gern an der schönen Aktion der Polizeidirektion West beteiligt und Dankeschön gesagt.“

Die Fahrt mit der WSP1 ging in Richtung Ketzin und Florentina, die wassererprobt ist und mit ihren Eltern auf der Ostsee segelt, ließ sich von Schiffsführer Rene Birmuske den Steuerstand erklären und durfte unter Aufsicht sogar kurz selbst ans Steuer (siehe Bild). Polizeihauptkommissar Ralf Kiewitz zeigte der Familie das Schiff und erläuterte die Aufgaben der Wasserschutzpolizei und die Einsatzmöglichkeiten der WSP1.

Die Familie freute sich außerordentlich über diese Wertschätzung und dankte der Crew für die Einblicke in die Polizeiarbeit auf dem Wasser. (pdw, wh)

Gruppenbild nach der Bootsfahrt. Foto: Stefanie Wagner-Leppin