Ein Kasten Bier für die Feuerwehrkameraden

Wirklich nur eine kleine Geste des Dankes und der Anerkennung - kaltes Bier für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Werder (Havel).

Werder (Havel), 26. Juli 2018 – „Wie kann ich helfen?“, fragte sich Karsten Perenz vor ein paar Stunden, nachdem er vom Brand in Fichtenwalde las. Zunächst plante er, sich mit seinem Lieferwagen und Anhänger auf den Weg zu machen, um bei der möglichen Evakuierung der Fichtenwalder zu helfen. Als unwahrscheinlich wurde, dass eine Evakuierung erfolgt, überlegte er weiter. Getränke nach Fichtenwalde bringen? Er käme doch gar nicht heran an die Kameraden, die zudem vor Ort vom Spargelhof Klaistow versorgt wurden. Zudem ist der Bereich um Fichtenwalde abgesperrt, nur Anwohner kommen durch die Sperrung.

„Was also kann ich tun?“ – die Frage blieb. Der Werdersänger entschied sich, wenigstens einen Kasten eisgekühltes Bier zur Feuerwache Werder zu bringen. Als klitzekleine Anerkennung, als ein Zeichen der großen Wertschätzung für die Feuerwehrleute. In der Feuerwache war nur ein Kamerad, der die Stellung hielt: Zugführer Ronny Seiler. Aber auch er wird noch nach Fichtenwalde rausfahren, sagt er. Er schätzt, dass der Brand nach dem Löschen noch mindestens bis Sonntag beobachtet werden muss, bis alles sicher ist. „Die Kameraden werden sich freuen über das Bier“, ist er sich sicher.

Zumindest ist jetzt eine Ablösung aus dem Landkreis Havelland der seit Stunden gegen den Brand kämpfenden Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus Potsdam-Mittelmark in Sicht, wie die Pressestelle des Landkreises mitteilte. Auch die Potsdamer Feuerwehr war zwischenzeitlich zu Hilfe geeilt. Zudem war der Gefahrenbereich größer geworden, nachdem drei wahrscheinliche Weltkriegsbomben im brennenden Wald hochgegangen waren. Während des Krieges hat es dort auch Kampfhandlungen gegeben. Löschhubschrauber wurden inzwischen beim Innenministerium angefordert, weil die Kameraden der Feuerwehr nicht mehr in den Gefahrenbereich dürfen. Der Brand war zwischenzeitlich bis 700 Meter an bewohnte Häuser gekommen.

Auf der Internetseite des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Werder (Havel) kann man übrigens unkompliziert über PayPal spenden – auch das hat Karsten Perenz gleich genutzt. Er wird dem Förderverein beitreten, um auch über seinen Vereins-Beitrag die Arbeit der Feuerwehr und des Vereins – auch bei der so wichtigen Nachwuchsgewinnung – zu unterstützen. „Ich hoffe auch, dass das viele Werderaner jetzt auch machen, damit zeigt man am besten seine Dankbarkeit für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr“. Vielleicht sieht man ihn dann auch beim nächsten nachweihnachtlichen Spektakel im Januar 2019 auf dem Hartplatz, wenn traditionell die ausgedienten Weihnachtsbäume verbrannt werden, als singende Hilfskraft am Bratwurststand … (wsw)

Informationen zum Großbrand, Stand 19.10 Uhr

Die A 9 ist aufgrund des Waldbrandes auf einer Fläche von ca. 50 Hektar immer noch voll gesperrt. Der Übergang von der A 9 auf die A 10 sowie die Gegenrichtung sind ebenfalls von der Vollsperrung betroffen. Autofahrer werden gebeten, die Region weiträumig zu umfahren. Bisher waren 180 Feuerwehrleute fast aller Wehren des Landkreises im Einsatz.
Das Feuer wird durch die A 9 und die A 10 natürlich begrenzt, so dass eine Ausdehnung in diese Richtungen höchst unwahrscheinlich ist. Die Gasabsperranlage, die im Brandgebiet liegt, ist inzwischen außer Gefahr.
Die Einsatzleitung geht davon aus, die Ausbreitung des Feuers in Richtung Fichtenwalde stoppen zu können. Leider erschweren ständig wechselnde Winde die Kontrolle, so dass die Option Fichtenwalde im Notfall zu evakuieren noch nicht ganz von der Agenda gestrichen wurde.
Autofahrer werden gebeten, keine Lüftung zu benutzen und auch Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die gleiche Bitte geht auch an alle Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Ortschaften.