Ein offener Brief der Fraktionen SMG/Ingo Krüger, Die Linke, SPD und Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Werder (Havel), 7. Oktober 2020 – Die Fraktion StadtMitGestalter/Ingo Krüger wendet sich gemeinsam mit SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke in einem offenen Brief sowohl an das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg als auch an den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg. Anlass für die gemeinsame Erklärung sind die massiven Staus auf der A10 und die Umfahrung der Verkehrsteilnehmer durch Werder. Die Stadtverordneten fordern die verantwortlichen Stellen auf, Projektplanung und den Bauablauf zu überdenken und zu optimieren.


Elmar Schlenke, Fraktionsvorsitzender der StadtMitGestalter/ Ingo Krüger dazu: “Es muss im Interesse aller sein, die Stauursache so schnell wie möglich zu beenden. Das ist eine massive Belastung für die Stadt Werder und ihre Ortsteile.” Bis voraussichtlich Dezember 2022 soll die Einschränkung bestehen. Einen weiteren Aspekt gibt Schlenke zu bedenken:”Die Eröffnung der Haveltherme steht kurz bevor. Es wäre Augenwischerei zu meinen, dass der Großteil der Thermenbesucher mit Bus und Bahn kommt. Die meisten reisen mit dem Auto an und da haben wir mit dem Stau auf der A10 neben den ausbleibenden Besucherzahlen durch Corona ein zusätzliches Problem. Da hilft uns auch keine von der CDU geforderte Stauwarnanlage.” Wir hatten hier darüber berichtet.

Offener Brief an das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg und den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg

Sehr geehrte Damen und Herren,

wer in diesen Tagen von Glindow, Plötzin oder Derwitz mit dem Auto zum Bahnhof Werder (Havel) will, muss nicht nur in den Stoßzeiten das fünffache der Zeit einplanen. Busse können nicht pünktlich fahren, Schüler/innen kommen zu spät zur Schule, Arbeitstage werden durch die langen An- und Abfahrtszeiten um Stunden verlängert, Eltern benötigen mehr Betreuungszeit in Kitas und Horte. Werders Erzieher/innen machen Überstunden.

Durch die umfangreichen Erhaltungsmaßnahmen des westlichen Berliner Rings bis voraussichtlich Dezember 2022 kommt es zu massiven Staus auf der A10 und die Verkehrsteilnehmer nutzen Werder als Stauumfahrung. Auch die Umfahrungsstrecke Abfahrt A10 Groß Kreutz – Derwitz – Derwitzer Winkel – Kemnitz – Auffahrt A10 Phöben wird immer öfter benutzt – ohne jede Einhaltung der Geschwindigkeitsvorgaben. Es folgt eine erhebliche Verkehrs- und Umweltbelastung – Werder (Havel) und seine Ortsteile leiden.

Wir, die politischen Vertreter der Stadt Werder, fordern den Landesbetrieb Straßenwesen dazu auf, die Projektplanung und den Bauablauf zu überdenken und zu optimieren. Wir gehen davon aus, dass durch Arbeiten im Schichtsystem, die Koordinierung der drei Bauabschnitte und ein angepasstes Verkehrsleitkonzept eine erhebliche Reduzierung der Bauzeiten und damit verbundenen Fahrbahnsperrungen der BAB 10 möglich ist. Wir bitten nachdrücklich darum, alle Lösungsalternativen zu prüfen und kurzfristig umzusetzen, um eine Verkehrsentlastung für die Stadt Werder (Havel) und ihre Ortsteile zu erzielen.

Wir erwarten für perspektivische Bauvorhaben, dass sich der Landesbetrieb Straßenwesen enger mit der Stadtverwaltung von Werder (Havel) abspricht, um Prozesse zu optimieren und die Belastungen für die Werderanerinnen und Werderaner so gering wie möglich zu halten.

Unterzeichnet ist der offene Brief von Nadine Lilienthal (SPD Fraktion), Elmar Schlenke (Fraktion StadtMitGestalter/Ingo Krüger), Peter Hinze (Fraktion Die Linke) und Markus Altmann (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen).