Ein sicheres Weihnachtsfest für Katzen

Ratschläge von Tierärtzin Dr. Inga Vetrella

Werder (Havel), 22. Dezember 2020 – Das Weihnachtsfest steht kurz bevor und wir befinden uns schon mitten im Zauber des Advents. Doch gerade für Katzen – ob Stubentiger oder Freigänger – birgt die Weihnachtszeit große Gefahren. 


Frau Dr. Vetrella, worauf sollten Katzenbesitzer in den festlichen Wochen unbedingt achten?
Tatsächlich birgt die Advents- und Weihnachtszeit bis hin zu Silvester potenziell Gefahren für unsere Samtpfoten. Alles, was die Menschen in dieser Zeit erfreut – Weihnachtsbaum, Gänsebraten, Mistelzweige & Co. – kann für Katzen gefährlich werden. 

Welche Gefahren gibt es genau?
Bereits der klassische Weihnachtsbaum, egal ob Tanne, Fichte oder Kiefer,  kann aufgrund seiner ätherischen Öle beim Verzehr größerer Mengen Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Ebenso sollten Weihnachtssterne, Mistelzweige, Beereneibe, Stechpalme und Christrosen so platziert werden, dass die Katze keinen Zugang hat. Die Regel lautet: Die Dosis macht das Gift.

Welche Symptome weisen auf eine Vergiftung hin?
Vermehrtes Speicheln und Erbrechen zum Beispiel, aber auch Durchfall, starkes Zittern, Lähmungserscheinungen, Benommenheit und stark geweitete oder verengte Pupillen können Symptome für eine Vergiftung sein. Wenn Sie diese Anzeichen bei Ihrer Katze bemerken, sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen!

Worauf sollte man noch achten?
Besonders die besinnliche Weihnachtszeit lädt dazu ein, Kerzen anzuzünden. Dass Sie Ihre Katze und brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt lassen sollten, ist Ihnen sicherlich bewusst. Die Neugier unserer Stubentiger kann im falschen Moment zu einer großen Gefahr für Mensch und Tier werden! Also lieber einmal mehr den Adventskranz auspusten, um kein Risiko einzugehen. Ebenso sollten Katzen nie mit dem bunten Naschteller allein gelassen werden. Für Katzen (und Hunde) sind Schokolade, Pralinen und andere Naschereien tabu. Das besonders in dunkler Schokolade enthaltene Theobromin ist für die Vierbeiner giftig und kann in großen Mengen zu lebensbedrohlichen Problemen wie Krämpfen, Erbrechen, Durchfall und erhöhten Blutdruck führen. Auch wenn unsere Lieblinge niedlich gucken können und hartnäckig betteln, sollten Reste vom Gänsebraten nicht auf dem Speiseplan von Katzen stehen. Unser Essen ist für Vierbeiner meist zu fettig und zu salzig. Verdauungsprobleme, eine erhöhte Belastung der Bauchspeicheldrüse und Leber sowie auf längere Sicht auch Übergewicht können die Folge sein. Wer seinem miauenden Gefährten wirklich eine Freude machen möchte, kauft besondere Katzenleckerlis oder backt sie einfach selbst. 

Worauf sollte man beim Aufstellen eines Weihnachtsbaums besonders achten?
Achten Sie darauf, dass der Baum sicher steht. Ein stabiler und standfester Ständer ist Pflicht. Zusätzlich kann der Weihnachtsbaum mit einer Schnur an der Wand befestigt werden. Verzichten Sie auf Lametta. Verschluckt die Katze Lametta, kann es sich im Magen verknoten und im Darm stecken bleiben, was im schlimmsten Fall herausoperiert werden muss. Weiterhin sollten Sie darauf achten, dass die Katze nicht das Wasser aus dem Christbaumständer schlecken kann. Das Wasser nimmt die Harze des Baumes auf und ist dadurch nicht mehr zum Trinken geeignet. Zudem sollten heruntergefallene Tannennadeln immer schnellstmöglich aufgekehrt werden, damit die Katze diese nicht verschlucken kann. 

Und wie sieht es mit Silvester aus?
Katzen sind sehr sensible und geräuschempfindliche Tiere. Bieten Sie der Katze einen Raum an, in dem die Fenster geschlossen und verdunkelt sind. Manchen Tieren hilft auch leise Musik, den Lärm von der Straße auszublenden. Freigängerkatzen sollten in der Silvesternacht auch im sicheren Haus bleiben. Ist Ihre Katze an Silvester besonders ängstlich, kommen Sie am besten zu uns in die Praxis, wir können Ihnen entspannende pflanzliche Medikamente für die Katze empfehlen. 

(wsw)

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