Ein echtes Werderaner Original für die SVV

Ingo Krüger stellt sich als parteiloser Einzelkandidat für die Stadtverordnetenversammlung zur Wahl.

Werder (Havel), 8. Mai 2019 – Ingo Krüger ist ein echtes Werderaner Original. Und als solches hat er die Geschehnisse in der Stadt natürlich immer im Blick.

Aufgewachsen ist der in Burg bei Magdeburg Geborene ab der fünften Klasse im Kinderheim. Erst in Finkenkrug und dann kam er 1983 in das Kinderheim in Geltow. Seitdem treibt er sich nach eigenen Aussagen in der Blütenstadt rum und hatte 1996 das große Glück, auch eine schöne Wohnung in Werder (Havel) zu bekommen.

Der 1968 geborene Ingo Krüger, der auch Zuppi, Ossikrüger, Mütze und Krugi genannt wird, hat heute vier Kinder und lebt in einem Mehrfamilienhaus in der Phöbener Straße. “Mein Sohn lebt in Geltow und hat eine Tochter – ich bin also auch schon Opa – und meine großen Töchter sind auch schon ausgezogen. Nur die Jüngste, unser Nesthäkchen, wohnt mit ihren 15 Jahren noch bei mir und meiner Lebensabschnittsgefährtin”, erzählt uns Ingo Krüger im Gespräch.

Zu DDR-Zeiten hatte der heute 50-Jährige einen schweren Unfall, sodass er seitdem Rentner ist. Seine freie Zeit nutzt er unter anderem seit geraumer Zeit auch für den Besuch der Stadtverordnetenversammlungen. Und bei diesen Besuchen ist ihm aufgefallen, dass auch schon vermeintlich gut gemeinte Anträge viel zu schnell abgelehnt werden. “Da ist mir bewusst geworden, dass sich daran etwas ändern muss”, erklärt Zuppi.

Und so hat er sich als Parteiloser für die Kommunalwahlen am 26. Mai aufstellen lassen. Mit ihm bewerben sich noch 150 weitere Personen für die Stadtverordnetenversammlung. Insgesamt stellen sich neun Parteien und Bündnisse und zwei parteilose Kandidaten zur Wahl. Die Auswahl ist so groß wie nie.

Ingo Krüger hat auch ein eigenes Wahlprogramm sowie einen Flyer entworfen. Darauf lächelt er in seiner gewohnten “Uniform” mit Strickmütze und Blaumann vor der Kulisse der Werderaner Insel. Auf den lockeren Look angesprochen, entgegnet er: “Geht es um Typen in schicken Klamotten, oder um den Menschen in den Klamotten? Um in der Politik mitzumischen, muss man nicht studiert haben, denn dafür reicht es, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen, und ein gesunder Menschenverstand!”

Sein Wahlspruch ist “Werder/Havel ist und kann mehr, als nur Kirche und Mühle für Touristen sein!” Ingo Krüger ist der Meinung, dass sich in Werder nur etwas verändern kann, wenn sich auch die Mehrheiten in der Stadtverordnetenversammlung ändern. Aus diesem Grund hat er sich auch als Einzelkandidat aufstellen lassen. “Hätte ich mich einer Partei oder einem Bündnis angeschlossen, wäre ich vermutlich untergegangen”, ist sich Krugi sicher. “Doch so kann ich vielleicht Stimmen von Menschen erhalten, die eigentlich gar nicht wählen gehen wollten, denen aber mein Wahlprogramm gefällt.”

Neben der Veränderung der Mehrheiten setzt sich Ingo Krüger für eine “Politik von unten ein”. Auch kleine Veränderungen können Großes bewirken, man müsse nur den Mut dazu haben. Des Weiteren steht der Wunsch nach mehr Räumen und Angeboten für die Jugend auf seinem Plan. Und für ein sauberes Werder müssten mehr Kombipapierkörbe mit Aschenbechern auf den Straßen stehen.

Werder müsse zudem mehr bezahlbaren Wohnraum für jedermann schaffen und der Ausbau des Gymnasiums dürfe nicht länger aufgeschoben werden.

Dass er sich, sollte er genügend Stimmen für die SVV erhalten, in Zukunft einer größeren Partei/Bündnis anschließen müsse, ist Ingo Krüger bewusst: “Als Einzelperson darf ich leider keine Anträge einreichen, dafür muss ich mich mit anderen zusammentun.”

Ingo Krüger engagiert sich, damit auch für seine Kinder und Enkelkinder ein lebenswertes Werder erhalten bleibt: “Werder ist eine optische Perle. Doch durch die ganze Hektik in der Stadt geht das Schöne nach und nach verloren.” Und das möchte er versuchen zu verhindern. (wsw)