Eine kleine Aufmerksamkeit

Werder (Havel) OT Petzow, 2. September 2020 – Manchmal trifft man auf Menschen, die einen sofort mit ihrer Wärme und Herzlichkeit in ihren Bann ziehen. Andrea Molkenthin ist genau so ein Mensch. Die 57-Jährige lebt seit gut zehn Jahren in Werder und seit drei Jahren in Petzow. “Für mich ist Petzow der schönste Ortsteil von Werder”, schwärmt die gelernte Bauingenieurin. “Hier gibt es einfach alles: Park, Wald und Wasser. Ich bin sehr naturverbunden.”


Und bei einem ihrer Spaziergänge durch Petzow kam Andrea Molkenthin auch eine ganz besondere Idee. “Ich habe immer viele Ideen in meinem Kopf. Manche entwickeln sich weiter, andere verpuffen wieder. Das hält mich lebendig.”

Eine Idee, die nicht verpufft ist, hat uns die sympathische Petzowerin bei einem Treffen vorgestellt: “Wenn ich Nachrichten aufnehme oder Gesprächen zwischen Menschen lausche, denke ich darüber nach, dass das Leben oft schwer oder auch leer ist, obwohl wir hier eigentlich in der Komfortzone leben. Ich glaube, das liegt daran, dass vielen die persönliche Zuwendung fehlt. Deshalb habe ich mir Karten ausgedacht: Mee(h)r Liebe weitergeben. Ein nettes Wort, ein freundlicher Blick, eine gute Tat, ein ‘verzeih mir bitte’. Ich habe 200 Postkarten drucken lassen, die nun unter die Menschen gebracht werden sollen, sodass sich diese kleine Botschaft immer weiter verbreitet.”

Bevor Andrea Molkenthin 2018 ihre Tätigkeit als Baubeauftragte im Kirchenkreis aufgenommen hat, war sie zuvor elf Jahre im Bereich der sozialen Arbeit aktiv. “Besonders meine letzte Arbeitsstelle in einem Frauenhaus hat mir deutlich gemacht, dass es nicht selbstverständlich ist, dass das Leben, wie man es sich vorstellt, auch gelingt. Dies hat mir gezeigt, dass es egal ist, wie viel Besitz man hat oder welchen Status man erlangt. Wichtig ist, dass ein jeder Liebe und Zuneigung erfährt.”

Die Postkarten in kräftigem Meeresblau und mit ermunternden Worten bedruckt, sind als kleine Aufmerksamkeit gedacht. “Es ist so einfach, Mitmenschen zu zeigen, wie wertvoll sie sind. Mir ist natürlich bewusst, dass meine Postkarten nicht die Welt retten können, aber wenn sie beim Betrachter ein kleines Schmunzeln und ein gutes Gefühl hervorrufen, haben sie ihren Zweck schon erfüllt”, hofft Andrea Molkenthin. Einen Euro soll eine Postkarte kosten. “Ich könnte mir vorstellen, dass auch einige Geschäfte vielleicht an den Karten Interesse hätten und diese in ihren Schaufenstern auslegen. Aber natürlich sind sie auch für Privatpersonen gedacht, die einem lieben Menschen eine kleine Aufmerksamkeit machen möchten.” Den Erlös möchte die Petzowerin an ein gemeinnütziges Projekt spenden. “Ich habe noch keine konkreten Pläne und bin für alle Vorschläge offen.” Wer Interesse an den schönen Postkarten hat, kann sich an andrea.molkenthin@gmail.com wenden.

Ihr persönliches Glück hat die Petzowerin mit vier erwachsenen Kindern, vier Enkelkindern und einem fünften, das unterwegs ist, längst gefunden. (wsw)