Emanzipiert, stark und erfolgreich

Am 8. März wird der Internationale Frauentag gefeiert. Grund genug, die Frau im Jahr 2021 einmal etwas näher zu beleuchten. Und keine Angst, liebe Männer: Ihr verliert dadurch nicht an Strahlkraft :-)

"Sei frech und wild und wunderbar." (Astrid Lindgren)

Werder (Havel), 8. März 2021 – Das vermeintlich schwache Geschlecht steht schon lange nicht mehr (nur noch) am Herd und kümmert sich um die Kinder, während der Mann der Alleinverdiener ist. Moderne Frauen sind erfolgreich, stark und emanzipiert. Wenn sie will, kann frau alles erreichen! Doch bis es so weit war, dass neben Männern auch Frauen alle Türen offen standen, war es ein langer Weg. 

An die Anfänge erinnert bis heute der Internationale Frauentag. Erstmals wurde er am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich und der Schweiz gefeiert, seit 1921 findet er jährlich am 8. März statt. Die Hauptforderung des ersten Frauentags war das aktive und passive Wahlrecht für Frauen. Für die heutige Zeit ist es natürlich selbstverständlich, dass Frauen ebenso wie Männer wählen und sich somit in die Politik einbringen können. Doch Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Wahlrecht ausschließlich Männern zugesprochen. 

Mehr als eine Million Frauen ging am ersten Internationalen Frauentag auf die Straße. Bereits ein Jahr später, im Jahr 1912, nahmen Frauen in weiteren Ländern an den Demonstrationen zum Internationalen Frauentag teil. Bereits sechs Jahre später schien es, als könne der Frauentag seine Existenzberechtigung verlieren, da die damalige provisorische Reichsregierung am 12. November 1918 das freie, geheime, aktive und passive Wahlrecht für Frauen und Männer verkündete. Damit war die ursprüngliche Forderung des ersten Frauentags erfüllt.

Doch die Frauen von damals setzten sich zusätzlich weltweit für Gleichberechtigung, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für Frauen sowie gegen Diskriminierung ein. Und auch heute, mehr als 100 Jahre später, scheint der Kampf noch immer nicht gewonnen. 

Das Statistische Bundesamt (Destatis) belegte 2014 in einer Studie, dass sich trotz gleicher Rechte, die in Artikel 3 des Grundgesetzes verankert sind, der Alltag von Frauen und Männern in Deutschland weiterhin unterscheidet. In einigen Lebens­bereichen sind Frauen und Männer näher zusammengerückt, heißt es in der Studie, in anderen bestehen Unterschiede fort. Gilt dies fast sieben Jahre später immer noch?

Die Erwerbstätigenquote der Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren stieg zwischen 2008 und 2018 um 8 Prozentpunkte auf 76 Prozent. Die gestiegene Erwerbstätigenquote trägt zur finanziellen Unabhängigkeit von Frauen bei: Im Zeitraum 2008 bis 2018 ist der Anteil jener Frauen in Deutschland im Alter von 20 bis 64 Jahren, die ihren Lebensunterhalt überwiegend aus eigener Berufstätigkeit bestreiten, von 59 % auf 68 % gestiegen (Männer 2018: 81 %). Umgekehrt ist in diesem Zeitraum der Anteil der Frauen, die überwiegend aus Einkünften ihrer Eltern, des Ehepartners oder der Ehepartnerin leben, von 23 % auf 17 % gesunken. (Quelle: Destatis)

Jedoch arbeitete fast die Hälfte der erwerbstätigen Frauen (47 %) 2018 in Teilzeit, bei den Männern war es knapp jeder elfte (9 %). (Quelle: Destatis) Auch wenn die bekannten Rollenbilder von früher heute nicht mehr gang und gäbe sind, stecken auch im 21. Jahrhundert zumeist Frauen beruflich zurück, um für die Kinder da zu sein. 

Dies belegt auch die Elterngeldstatistik: Im dritten Quartal 2020 waren gut 80 Prozent der Elterngeldbezieher in Deutschland Frauen, nur 20 Prozent der Elterngeldbezieher waren Männer. Auch in Bezug auf die angestrebte Bezugsdauer gibt es deutliche Unterschiede: Während die Frauen, die im Jahr 2018 Elterngeld bezogen, dieses für durchschnittlich 14,2 Monate lang in Anspruch nehmen wollten, beantragten Männer das Elterngeld für durchschnittlich 3,8 Monate. (Quelle: Destatis)

Die Corona-Pandemie, die seit gut einem Jahr unser aller Leben beeinflusst, trifft Frauen besonders hart. Die Krise verschärft die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern, heißt es von Seiten des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Denn vor allem Frauen arbeiten in systemrelevanten und zugleich unterbezahlten Berufen. In der Krise sind besonders sie von Einkommenseinbußen betroffen, die sie durch Freistellung, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit erfahren. Sie übernehmen den überwiegenden Teil der Haus- und Familienarbeit und reduzieren dafür ihre Arbeitszeit. Die Folgen hiervon sind niedrigere Einkommen, eingeschränkte berufliche Perspektiven und finanzielle Unsicherheiten bei Trennung oder im Alter.

Sucht man deutschlandweit nach Frauen in Führungspositionen, gibt das Statistische Bundesamt an, dass nur knapp jede dritte Führungskraft (29,4 %) weiblich ist (Stand 2019). Eine Unternehmerinnen-Statistik wird in Werder (Havel) nicht geführt. Doch auf Nachfrage berichtete das Gewerbeamt, dass von den 2435 aktiven Gewerben in Werder 971 von Frauen angemeldet worden sind. Das sind knapp 40 Prozent. Die Frauen in Werder (Havel) gehen also mit gutem Beispiel voran, wenn es um Gleichberechtigung im Beruf geht. 

Frauen von heute sind liebevolle Mütter, engagierte Arbeitskräfte, beste Freundin, liebende Ehefrau, Seelentrösterin, Tränentrocknerin, Motivations-Coach und Superheldin des Alltags. Das kann mitunter ganz schön anstrengend sein. Passend hierzu steht die 31. Brandenburgische Frauenwoche, die seit dem 4. März stattfindet, unter dem Motto: „Superheldinnen am Limit“. 

Zahlreiche Veranstaltungen rund um die Fragen „Wie können sich Frauen selbst absichern?“, „Wie können wir Care-Arbeit anders verteilen?“, „Wie können wir die vielfältigen Lebensweisen von Frauen sichtbar machen?“ oder „Was macht die Superheldin, wenn sie übergangen oder angefeindet wird?“ finden statt. Alle Infos hierzu gibt es unter: www.frauenpolitischer-rat.de

Eine der größten Superkräfte von Frauen ist – und das zeigt uns auch der Blick in die Vergangenheit – sich Kompliz*innen zu suchen und sich gemeinsam mit ihnen für die gleichen Wünsche, Ideen und Ziele einzusetzen. 

Die berühmte amerikanische Musikerin Ella Fitzgerald sagte einst: „Gib niemals auf, für das zu kämpfen, was du tun willst. Wo Leidenschaft und Inspiration ist, kann man nicht falsch liegen.“ In diesem Sinne: Who run the world? GIRLS!

Doch wie sehen eigentlich Werderanerinnen und Frauen aus der Umgebung das Frauenbild im Jahr 2021? Wir wollten es herausfinden und haben einige von ihnen gefragt und sie gebeten, folgenden Satz zu beenden: 

„Eine Frau im Jahr 2021 zu sein, bedeutet für mich …“

Manuela Saß, Bürgermeisterin

„… dass mir alle Möglichkeiten offen stehen.“ 

„… ihre eigene Heldin zu sein, ihre Träume zu verwirklichen und niemals aufzugeben.
All das, was sie lebendig werden lässt, nimmt sie an, und setzt um, was ihre Leidenschaft ist. Am wichtigsten ist es, das Leben zu genießen, die eigene Life Balance zu finden und ganz DU selbst zu sein!“

Kathrin Anschütz, Chanti Damour, Julia Scherping, Kerstin Hinterleitner, Life Balance
Ines Lenius, Schulleiterin CvO

„… vernetzt, ambitioniert, empathisch, kommunikativ, kreativ, medienkompetent, zielorientiert, strukturiert, transparent, weltoffen und familienorientiert zu sein. Es bedeutet für mich, vorurteilsfrei auf Menschen zuzugehen, Dinge zu hinterfragen, gegebenenfalls Perspektiven zu ändern, um Prozesse zum Wohle vieler Menschen zu initiieren und voranzubringen. Jeder sollte die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen, das wünsche ich mir als Frau 2021 für uns und für die nachfolgenden Generationen.“

„… aus allem Negativen etwas Positives zu ziehen. Egal wie schwer das letzte Jahr war, mit viel Optimismus schauen wir nach vorn und geben niemals auf. Wir sehen die schönen Dinge, die jede Situation mit sich bringt auch wenn es mal schwerer wird, atmen wir tief ein und wieder aus, sammeln die Energie durch Bewegung und gehen mit voller Kraft über jedes Hindernis. Denn gemeinsam sind wir als Frauen im Team stark.“ 

Die Frauen vom NATURIUM® Vitalcenter
Dr. Inga Vetrella, Tierärztin

„… unabhängig, selbstständig und glücklich sein zu dürfen und die Freiheit zu haben, die eigenen Entscheidungen zu treffen!“

„… dankbar zu sein für die Menschen, die sich für Frauenrechte eingesetzt haben. Wir sind noch weit davon entfernt, von Gleichheit zu sprechen, aber dies ist nichts, was ich mir allein für uns Frauen wünsche. Ich wünsche es mir für alle Menschen. Egal welche Hautfarbe, Herkunft oder sexuelle Orientierung sie haben. Ich habe den Traum, dass wir den Frauentag irgendwann nicht mehr brauchen, weil wir erkennen, dass wir alle gleich sind. Manchmal kommt es mir vor, dass der Kampf für Frauenrechte gegen die Männer geführt wird. Wenn ich eines sicher weiß, dann, dass das aufhören muss.“

Annett Förster, Geschäftsführerin „Sauberkunst“ und „Das Försters“
Claudia und Christine Fürst, Inselglück

„… die Unabhängigkeit zu fühlen und zu leben. Aus der Vergangenheit hervorzutreten und sich auf die Zukunft zu freuen. Die Gegenwart zu genießen und voll zu erleben. Alles zu geben und gemeinsam durchzustarten.“

„… Zuversicht und Stärke auszustrahlen. Immer ein offenes Ohr für die kleinen oder großen Befindlichkeiten meiner Mitarbeiter zu haben. Auch mal nachzufragen und zu unterstützen, wenn Hilfe notwendig ist. Selbstbewusst und motiviert aber auch emotional mit viel Herz auftreten, sich den Problemen stellen und gestärkt mit Blick nach vorn weiter gehen.“ 

Katrin Schneider, Inhaberin Edeka Markt
Katharina Lindicke, Weinbau Dr. Lindicke

„… dankbar zu sein. Dankbar, für die vielen Frauen, die im 20. Jahrhundert mutig für ihre Rechte gekämpft haben. So kann ich heute unabhängig, frei und selbstbestimmt leben und arbeiten!“

„… fair und verständnisvoll mit Menschen umzugehen. Auszeiten zum Energie tanken mit der Familie und engen Freunden sind pures Glück. Wenn die Welt Kopf steht, ist es Zeit für neue Ideen, um unternehmerisch und beruflich erfolgreich zu sein.“

Catharina Koch, Inhaberin WerderVital
Steffi Berkholz, Inhaberin Wellness- und Kosmetikstudio im Lendelhaus

„… gerade in dieser besonderen Situation als ‘Fels in der Brandung’ zu leben. Ich denke, dass Frauen gut dafür geeignet sind, weil sie durch die vielschichtigen Aufgaben zu Hause, beruflich und in der Kinderbetreuung sowieso die Ruhe bewahren und gut
organisieren müssen. Die Einschränkungen für mein Geschäft haben auch mich vor ungewohnte Herausforderungen gestellt, aber mit Geduld und Zuversicht werden wir 2021 zu einem guten Jahr werden lassen und alles Positive dann vielleicht auch viel bewusster erleben.“