Entwurf des neuen Wolfsmanagements

Potsdam, 16. August 2018 – Das Brandenburger Umweltministerium hat den Entwurf des neuen Wolfsmanagementplans erarbeitet und wird diesen Anfang September mit Naturschutz- und Landnutzerverbänden erörtern. Der Plan ist als Arbeitsinstrument gedacht, wie es in einer entsprechenden Pressemitteilung des Umweltministeriums heißt.

Auf der Basis der derzeit geltenden Rechtslage enthalte er Informationen über Angebote der Beratung/ Information/ Aufklärung, zum Monitoring zum Wolf, über die Maßnahmen der Prävention und des Schadensausgleiches für gerissene Weidetiere sowie zum Umgang mit Wölfen mit auffälligem Verhalten. Informationen über Fördermöglichkeiten in der Wolfsprävention und für Schadensausgleichregelungen sowie die Regelungen im Umgang mit Problemwölfen gehörten ebenso dazu. Er enthalte zudem die entsprechenden Richtlinien und Verordnungen, nenne Ansprechpartner, Telefonnummern und Adressen. Der Plan sei kompakt und auf die wesentlichen Elemente konzentriert, eben anwendungsorientiert.

Anders als der vorangehende Wolfsmanagementplan enthalte der jetzt vorgelegte Entwurf daher keine Informationen zur Biologie und Verhaltensweisen des Wolfs. Es wird auch auf die Darstellung der sehr kontroversen Sichten und politischen Forderungen der verschiedene Naturschutz- und Landnutzerverbände verzichtet, die regelmäßig öffentlich von den Verbänden selbst vertreten werden.

Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger: „Wir wissen, dass der Wolf inzwischen zu einer großen Herausforderung insbesondere für Weidetierhalter, geworden ist. Ich habe deshalb immer wieder Vorstöße im Rahmen der Umweltminister unternommen, hier nach einer Verbesserung der Situation, sei es durch bessere finanzielle Unterstützung der Nutztierhalter, sei es durch Änderung der rechtlichen Bedingungen.“

Fakten

Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland und Brandenburg stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Es gilt die Balance zwischen dem gebotenen Schutz eines ehemals ausgerotteten heimischen Wildtiers und den berechtigten Interessen der davon betroffenen Landbevölkerung – insbesondere der Nutztierhalter – zu wahren und so ein Zusammenleben von Mensch und diesem geschützten Tier unter den Bedingungen der heutigen Kulturlandschaft zu ermöglichen.
Der Wolf findet in dieser Kulturlandschaft gute Lebensbedingungen vor. Es ist daher zu erwarten, dass er sich in Brandenburg und Deutschland weiter ausbreitet und auch zahlenmäßig weiter zunehmen wird.
Mit dem Wolfsmanagementplan wird das Ziel verfolgt, zu einem möglichst konfliktarmen Nebeneinander von Menschen und Wölfen zu kommen. Nach über 150-jähriger Abwesenheit stellt der Umgang mit dem Wolf eine besondere Herausforderung dar, bei der die Aufklärung über das Verhalten, die Information über die räumliche Verteilung und insbesondere die Beratung von Nutztierhaltern, Jägern und Vertretern der Kommunen im Mittelpunkt stehen.

Inzwischen ist das Thema in Deutschland insgesamt angekommen. Auch die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag auf entsprechende Prüfaufgaben zu den Rechtsfragen verständigt. Der Bund ist aufgefordert, hier schnell zu wirksamen Ergebnissen zu kommen.

Der Wolfsmanagementplan baut den Informationen zufolge auf dem derzeitigen Rechts- und Finanzrahmen auf. Forderungen, die jeder rechtlichen Grundlage entbehren, können demnach nicht in einen Wolfsmanagementplan des Landes aufgenommen werden.

Es werden für Prävention und den Schadensausgleich die entsprechenden Mittel aus dem Landeshaushalt bereitgestellt. Das Land hätte darüber hinaus mit der Wolfsverordnung das nach den derzeitigen europa- und bundesrechtlichen Vorgaben Mögliche geregelt. Sollten sich diesbezüglich Veränderungen der Rechtslage ergeben, passe man das Wolfsmanagement in Brandenburg an.

Im Wolfsmanagementplan sind alle relevanten Grundlagen des Wolfmanagements zusammengefasst. Diese umfassen die Themen:

Beratung, Information, Aufklärung
Monitoring zum Wolf
Prävention (Richtlinie, Verfahren)
Schadensausgleich für gerissene Weidetiere (Richtlinie, Verfahren)
Wolfsverordnung – Umgang mit Wölfen mit auffälligem Verhalten

Eine klare Position bezieht das Ministerium, wenn es um den illegalen Abschuss der Wölfe oder die Aufforderung zu Straftaten geht. Wölfe illegal abzuschießen, ist eine Straftat und gehört geahndet. Konflikte mit dem Wolf müssen im Rahmen der geltenden Gesetze gelöst werden. (mlul/wsw)


Der Entwurf des Wolfsmanagementplanes 2018 ist unter dem Link:
https://mlul.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.3310.de/Wolfsmanagementplan-2018-Entwurf.pdf abrufbar.

Weitere Informationen zu „Wölfen in Brandenburg“ unter:
https://lfu.brandenburg.de/info/wolf