Erschütternde Kontrollergebnisse

Seit Beginn des neuen Schuljahres am 20. August kontrolliert/e die Polizei insbesondere den Verkehr an und vor Grundschulen

Kinderwarnschild vor der Carl-von-Ossietzky-Schule in Werder (Havel). Foto: wsw

Werder (Havel), 3. September 2018 – Seit Beginn des neuen Schuljahres kontrolliert die Polizei verstärkt den Verkehr an und vor Grundschulen. Schwerpunkt ihrer Kontrollen waren insbesondere Radfahrer. Da viele Kinder ihren Schulweg auf dem Fahrrad zurücklegen oder von radfahrenden Eltern begleitet werden, stellen auch sie eine Risikogruppe im Straßenverkehr dar. Ziel war es neben den Kontrollen auch, mit fahrradfahrenden Kindern, Eltern sowie Fahrzeugführern ins Gespräch zu kommen und auf Gefahren im Straßenverkehr, vor allem für junge Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen. Die Kontrollergebnisse der ersten Schulwoche sind erschütternd. Die Polizeidirektion West ahndete in der Region u.a. diverse Rotlichtverstöße (hauptsächlich von fahrradfahrenden Eltern), das Fahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung sowie zahlreiche technische Mängel am Fahrrad.

Bei den technischen Mängeln tauchten am häufigsten kaputte oder fehlende Beleuchtung bzw. Reflektoren sowie eine fehlende Klingel auf. Hierbei ist es besonders wichtig, dass Eltern die Fahrräder ihrer Kinder immer im Auge haben. Noch ist es am Morgen auf dem Weg zur Schule hell. Das sieht aber schon in wenigen Wochen ganz anders aus, was es umso wichtiger macht, die Beleuchtung, vorn und hinten sowie alle Reflektoren auf ihr Vorhandensein und ihre Funktion zu prüfen.

Erstklässler sollten auch noch nicht alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Hier empfiehlt es sich zu warten, bis sie ihr Rad sicher im Straßenverkehr beherrschen und damit den hohen Anforderungen gewachsen sind.

Bitte seien Sie sich als Eltern stets Ihrer Vorbildfunktion bewusst, Kinder orientieren sich stark an Ihrem Verhalten! Die Polizeidirektion West wird auch in den kommenden Wochen vor Schulen und an Kreuzungen kontrollieren, um Unfällen mit Fahrradfahrern entgegenzuwirken.

Die Unfälle mit Radfahrerbeteiligung in Westbrandenburg für das erste Halbjahr 2018 sind im Vergleich zum Vorjahr um 14,8% gestiegen. Das frühe und langanhaltende, fahrradfreundliche Wetter ist sicher auch ein Grund für den Anstieg. Vermehrtes Fehlverhalten bei Radfahrern und Unaufmerksamkeit bei Kraftfahrern sind ein zweiter Grund. Verbesserungspotenziale in der Verkehrswegegestaltung – gerade bei zunehmendem Verkehr – sind der dritte, anzunehmende Grund.

Seit Beginn des neuen Schuljahres kontrolliert/e die Polizei insbesondere den Verkehr an und vor Grundschulen. Foto: Stadt Werder (Havel)

Mit bunten Kinderfiguren aus Sperrholz macht die Stadt Werder vor ihren Schulen, Kitas und Horten Kraftfahrer darauf aufmerksam, dass sie auf einem Schulweg unterwegs sind. Die lustigen Kinderwarnschilder wurden in der Kalenderwoche 35 aufgestellt, zudem sind Polizei und Ordnungsamt zu gemeinsamen Streifen vor den Einrichtungen unterwegs.
„Wir wollen damit, gerade zur Zeit des Schulanfangs, die Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr erhöhen“, so Bürgermeisterin Manuela Saß. Kraftfahrer würden durch die Schilder um erhöhte Aufmerksamkeit und Temporeduzierung gebeten.
Bereits vor dem Schulstart hatte es an der Kita Werderaner Früchtchen ein Sicherheitstraining mit Polizei und Ordnungsamt für große Kitakinder gegeben, aktuell ist gerade an den Grundschulen die Verkehrserziehung der Abc-Schützen ein Thema. Grundsätzlich sei zum Schulbeginn der Straßenverkehr durch Berufspendler dichter. Doch der Bringeverkehr der Eltern trage mit zum gefährlichen Durcheinander vor den Einrichtungen bei, so die Bürgermeisterin. „Eltern sollten es deshalb vermeiden, ihre Kinder mit dem Auto bis unmittelbar vor das Schuleingangstor zu fahren.“
Laut Landesverkehrswacht Brandenburg verunglücken Kinder zwischen sechs bis zehn Jahren zu 36 Prozent als Fußgänger und zu 34 Prozent als Fahrradfahrer im Straßenverkehr. Die Gruppe der als Mitfahrer im Pkw verunglückten Kinder ist am größten und beträgt 45 Prozent, und zwar vor allem auf dem Schulweg.
„Das bedeutet, dass Kinder am sichersten unterwegs sind, wenn sie mit dem Schulbus, dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule gehen“, so Manuela Saß. Dies sollte gerade zum Schulanfang durch eine Verkehrserziehung der Eltern mitbegleitet werden. (wh/wsw)