Erster Spatenstich für die Baustelle L90

Bis 30. April 2020 soll die Landesstraße, die Werder und Phöben verbindet, ausgebaut werden.

Bürgermeisterin Manuela Saß und Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse (re.) beim ersten Spatenstich am 1. April 2019 an der L90. Foto: wsw

Werder (Havel), 1. April 2019 – Mit dem ersten Spatenstich von Werders Bürgermeisterin Manuela Saß und der Staatssekretärin des Brandenburger Verkehrsministeriums Ines Jesse am Mitfahrerparkplatz an der Autobahnanschlussstelle Phöben starteten heute morgen die Bauarbeiten an der L 90. Wie berichtet wird die Landesstraße, die Werder und Phöben verbindet, in mehreren Bauabschnitten ausgebaut.

„Ich wünsche dem Bauvorhaben gutes Gelingen, möge der Bau unfallfrei sein und innerhalb des Zeitrahmens bleiben“, sagte Ines Jesse. Bei den Bürgern bat sie um Verständnis für die erforderlichen Sperrungen. Außerdem dankte sie der Stadt Werder (Havel) für die gute Zusammenarbeit bei den Vorbereitungen. Bürgermeisterin Manuela Saß begrüßte den Ausbau der L 90, verwies aber darauf, dass es bei der Entwicklung der Mobilität auch von großer Wichtigkeit sei, die Planungen für die Unterführung an der Bahnschranke voranzutreiben. „Das ist mir eine Herzensangelegenheit – wir brauchen den Tunnel“, sagte Saß.

Baustart an der Autobahnbrücke

„In Werder haben wir bei wichtigen Angelegenheiten immer schönes Wetter, wir sind das nicht anders gewöhnt“, antwortete Bürgermeisterin Manuela Saß der Staatssekretärin Ines Jesse, die sich zuvor über das sonnige Frühlingswetter bei dem Anlass freute. In Geltow hatte man, so Jesse, in der vergangenen Woche bei der Übergabe des Park+Ride-Platzes in der Nähe der Baumgartenbrücke nicht so ein Glück.

„Mobilität ist ein wichtiges Thema, Mobilität bedeutet Teilhabe“, so Ines Jesse. Die Landesregierung würde in diesem Jahr knapp 50 Millionen für die Infrastruktur des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ausgeben. „Wir bauen Schienenstrecken, Bahnsteige, Bushaltestellen und Fahrradabstellplätze“. Im Rahmen des P 100-Programms des Landes Brandenburg würde allein der Landesbetrieb Straßenwesen über sechs Millionen Euro in Straßen, Brücken und Radwege verbauen. „Ein Teil davon fließt in die Sicherheit der Ortsdurchfahrten, die auch die Lebensqualität der Anwohner erhöht“, so Jesse.

Mit der Strecke zwischen Werder und Phöben werden 4,445 Millionen Euro umgesetzt, sagte Jesse und gliederte die Gesamtkosten auf: Die Bundesrepublik Deutschland zahle 536.000 Euro, dazu noch einmal 135.000 Euro für den Mitfahrerparkplatz, das Land Brandenburg investiere 3,466 Millionen Euro. Die Stadt Werder (Havel) zahle 131.000 Euro und nutze dabei 66.000 Euro Fördermittel vom Land. Der Wasser- und Abwasserzweckverband Werder-Havelland beteilige sich mit 90.000 Euro und die Unternehmensgruppe Herbstreith & Fox mit 87.000 Euro.

Nach dem Baubeginn am heutigen 1. April 2019 sollen die Bauarbeiten bis zum 30. April 2020 dauern. Dabei würden nicht nur bauliche Mängel und Sicherheitsdefizite an der L90 beseitigt, sagte Jesse. Warum diese Investitionen wichtig sind, wüssten die, die hier wohnen, am besten, betonte die Staatssekretärin. „Wir haben hier eine desolate Fahrbahn, Schäden an den Gehwegen und Zufahrten und vor allem eine mangelnde Entwässerung“.

Neben den Linksabbiegerstreifen vor den Autobahnauffahrten wird ein Mitfahrerparkplatz an dem alten „wilden“ Parkplatz an der Autobahnbrücke errichtet. Zudem wird zwischen Werder und Phöben die Fahrbahn grundhaft erneuert und Autobahn und Ortseingang Werder verbreitert. Zwischen Ortseingang Werder und dem bestehenden Kreisverkehr vor der Schranke wird die L90 ebenfalls grundhaft erneuert, parallel wird ein Gehweg neu gebaut. Teile der Fahrbahn werden so verändert, dass sie sich an den Querungsbedürfnissen der Radfahrer und Fußgänger orientieren. Neben der Verkehrssicherheit, so Jesse, wolle man mit dem Ausbau auch die L90 stärken. Sie sei eine wichtige Verbindung zur A10 und damit solle auch die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der Stadt Werder (Havel) weiter gesichert werden.

Neben dem 1. Beigeordneten der Stadt Werder (Havel), Christian Große, waren auch Altbürgermeister Werner Große, der CDU-Fraktionschef Hermann Bobka und weitere Fraktionsmitglieder, Bau-Fachbereichsleiterin Aline Braun, Dr. Tim Schröder vom Büro Saskia Ludwig, Mdl, der Brunnenbaumeister Mike Müller vom Ortsbeirat Phöben, Vertreter der Unternehmensgruppe Herbstreith & Fox, Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen, der Planer der Maßnahme Volker Schmoekel und weitere Mitarbeitern des Landesbetriebes, Thomas Habig vom externen Planungsbüro, der jetzt parteilose Steffen Königer sowie weitere Gäste vor Ort.

Wie die SPD-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung von Werder (Havel) in einer Presseinformation mitteilte, blieb sie dem ersten Spatenstich demonstrativ fern. “Die SPD-Fraktion in der SVV Werder hat der entsprechende Beschlussvorlage in allen Gremien ihre Zustimmung verweigert. Die Fraktion, in der sich auch der Ortsvorsteher von Kemnitz befindet, über dessen Gemarkung im Gemeindeteil Kolonie Zern der Ausbau zu einem großen Teil erfolgt und der den Protest der Bürgerinnen und Bürger dort über das Unsinnsprojekt mehr als verständlich findet, wird daher dem 1. Spatenstich demonstrativ fernbleiben“, so Joachim Thiele, Ortsvorsteher von Kemnitz. Er kritisierte erneut das fehlende Verkehrskonzept für die Stadt. Für den Ausbau der L 90 mussten endliche Straßenbäume sterben, so Thiele weiter. „Der – zumindest teilweise vorhandene – Alleencharakter ist dahin und für die Radfahrerinnen und Radfahr ist der Ausbau eine katastrophale Verschlimmbesserung: In Richtung Werder müssen sie nämlich in Höhe der Tankstelle die Landstraße queren, um sich dann auf einem Angebotsstreifen auf der L90 wiederzufinden. Die bessere Alternative, den bestehenden Radweg weiter zu verlängern, um dann zebrastreifen-geschützt am Kreisverkehr auf die richtige Sraßenseite zu gelangen, haben die Planer und ihre Befürworter nicht gewollt“. (wsw)