Fachkräftebedarf in Brandenburgs Landwirtschaft

Potsdam, 30. November 2018 – Nach den Worten von Brandenburgs Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde unterstreicht die jüngst in Potsdam vorgestellte Studie „Fachkräftebedarf in der Landwirtschaft im Land Brandenburg bis 2030“ den großen Handlungsbedarf in diesem Bereich. Gemeinsam mit dem Brandenburger Arbeitsministerium hat das Agrar- und Umweltministerium Ende letzten Jahres eine Studie zur Fachkräftesituation und zu den künftigen Fachkräftebedarfen in der Landwirtschaft in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen nun vor und wurden im Rahmen des Abschlussworkshops vom Institut für Sozialökonomische Strukturanalysen (SÖSTRA) GmbH präsentiert.

„Als Land fördern und unterstützen wir die Agrarausbildung, um so auch einen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit unserer ländlich geprägten Regionen zu leisten“, so Staatssekretärin Schilde: „Die Sicherung des beruflichen Nachwuchses und der fachlichen Qualität in den Grünen Berufen ist für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, den Erfolg der Betriebe und Unternehmen sowie die Erhaltung der Funktionsfähigkeit der ländlichen Räume entscheidend.“

Das Thema Berufsnachwuchs brennt den Landwirten, Forstwirten und Gartenbauern seit Jahren unter den Nägeln. Aber auch an dieser Branche geht nicht vorbei, dass nunmehr die geburtenschwachen Jahrgänge in die Berufsausbildung einsteigen.

„In erster Linie ist der Berufsstand selbst gefragt, ein modernes, attraktives Bild von der Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft beziehungsweise im Gartenbau zu zeichnen. Patenschaften mit Kita und Schulen, aber auch Tage der offenen Tür wie die alljährliche Brandenburger Landpartie oder die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung sind Gelegenheiten, um mit jungen Leuten, deren Eltern und Erziehern ins Gespräch zu kommen“, betont Frau Schilde: „Früher hatte noch jede Familie einen Bauern unter der Verwandtschaft, heute wissen viele nicht, dass es in diesem Berufsfeld interessante Herausforderungen gibt, sei es in der Arbeit mit Tieren oder beim Einsatz moderner Technik auf dem Feld. Zur Hacke ist der Hightech-Traktor dazugekommen. Tierpfleger sind heute Herdenmanager und auch die Arbeit mit und in der Natur ist ein Argument, das manchen überzeugen kann.“

„Als Land können wir mit flankierenden Maßnahmen helfen. Wir haben es geschafft“, so die Staatssekretärin weiter, „dass die Lehrgänge der überbetrieblichen Ausbildung auch weiter aus europäischen und Landesmitteln finanziert werden. Die Ausbildungsnetzwerke wurden und werden weiterentwickelt. Die Förderung der Weiterbildung erfolgt kontinuierlich. In den Projekten „Landaktiv“ und „Agraraktiv“ wird in den Schulen in allen Klassenstufen für die grünen Berufe geworben.“

Ergebnisse der Fachkräfte-Studie
Aktuell sind in Brandenburg 39.000 Personen in einem der 5.400 Landwirtschaftsbetriebe tätig. Davon sind rund 26.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Insgesamt werden davon bis zum Jahr 2030 20.000 Personen ersetzt werden müssen. Das ist ein hoher Wert. Jeweils hälftig scheiden 10.000 Personen altersbedingt oder fluktuationsbedingt aus. Wenn alles gut geht, können  4.700 neue Mitarbeiter durch Ausbildung gewonnen werden.

Auch bei Betriebsleitern besteht Anlass zur Sorge. Von den Betrieben im Haupterwerb gaben 22 Prozent an, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Betriebsnachfolge ansteht.

Vier Handlungsfelder wurden von den Gutachtern identifiziert, um dem Fachkräftemangel zu begegnen:

  1. Gestaltung des Strukturwandels
  2. Stärkung des Berufsbildungssystems und bessere Nutzung der Arbeitsmarktpotenziale
  3. Angebote der Berufsorientierung und Unterstützungsstrukturen für die Aus- und Weiterbildung
  4. gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für eine attraktive Branche

Diese sollen nunmehr mit weiteren Maßnahmen und Initiativen untersetzt werden. (mlul/wsw)


Die Studie im Internet unter: https://mlul.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.3310.de/Fachkraeftestudie-Landwirtschaft2030.pdf