Fake-Seite zur Havel Therme

Werder (Havel), 3. Juli 2018 – Bei der gestrigen Sitzung des Badausschusses wurde der Antrag, die Bürgermeisterin der Stadt Werder (Havel) zu beauftragen, der Schauer & Co. GmbH den Zuschlag im Vergabeverfahren zum Fertigbau und Betrieb der Therme zu erteilen, mehrheitlich angenommen. Die vom Badausschuss somit empfohlene und gebilligte Verfahrensweise steht in der morgigen öffentlichen Stadtverordnetenversammlung im Schützenhaus (Beginn 18.30 Uhr) zur Abstimmung. Den Beschluss vorausgesetzt, darf die Bürgermeisterin anschließend die Verträge – dazu zählen Planungs- und Bauvertrag sowie Betriebs- und Instandhaltungsvertrag – mit der Firma aus Überlingen schließen. Vor Unterzeichnung der Verträge soll die finale Fassung der Verträge zur Beschlussfassung dem Bad-Ausschuss vorgelegt werden.

Wie den öffentlichen Unterlagen im Online-Ratssystem zu entnehmen ist, ist derzeit ein Nachprüfungsverfahren bei der Vergabekammer des Landes Brandenburg anhängig. Ein unterlegener Bieter hat von seiner rechtlichen Möglichkeit zur Nachprüfung Gebrauch gemacht. Die Zuschlagserteilung an die Schauer & Co. GmbH kann erst erfolgen, wenn das Nachprüfungsverfahren beendet und der Nachprüfungsantrag abgewiesen wurde.

Gefälschte Internet-Seite

Unterdessen tauchte jetzt eine gefälschte Internetseite auf: https://www.havel-therme.com. Die „Stadtmitgestalter“, die sich u.a. für mehr Transparenz einsetzen und mit einem Bürgerbegehren erreichen wollen, dass die Vertragsverhandlungen über Bau und Betrieb der Therme gestoppt werden, verbreiteten die Seite per Newsletter und im sozialen Netzwerk Facebook unter der Überschrift „Da können wir nur noch aufgeben …“ Sie schrieben jedoch, dass sie nicht die Urheber der Seite seien, es aber „witzig“ finden.

Auf der Fake-Seite, die von der Aufmachung her eine Kopie der Original-Seite der Schauer GmbH ist, wird u.a. behauptet, dass man bei Bohrungen in den Havelauen in 1050 Meter Tiefe auf natürliches Heilwasser gestoßen sei. Die „Neuigkeiten“ und die Bilder auf der Seite sind jedoch Fake-News.

„Es macht mich fassungslos, dass die Initiative Stadtmitgestalter über facebook und über den Mailverteiler des Bürgerbegehrens die gefälschte Seite havel-therme.com verbreitet. Dieselbe Initiative, die in ihrem Bürgerbegehren „Transparenz und Beteiligung“ fordert, bringt damit Desinformationen und Fakenews unter die Bevölkerung. Sie macht sich damit gemein mit dem anonymen Inhaber der Seite, der der Stadt und dem Projekt Havel-Therme ganz offensichtlich Schaden zufügen will. Die Stadt wird sich aller rechtlichen Mittel bedienen, um eine weitere Veröffentlichung und Verbreitung der Seite havel-therme.com zu unterbinden. Den Seiten-Inhaber zu ermitteln, wird Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden sein.“, reagierte Bürgermeisterin Manuela Saß.

Schauer-Geschäftsführer Andreas Schauer, der beim gestrigen Badausschuss nochmals seine Pläne präsentierte und der auch morgen in der Stadtverordnetenversammlung dabei sein wird, reagierte gelassen. „Sowohl Inhalt als auch die anonymisierte Form sind armselig“, so Schauer. Da sei ja nicht mal komödiantenhaft, wenn sich der Ersteller der Seite verstecken würde. „Ich verstehe nicht, wie man sich da so reinsteigern kann“, bewertet er diese Seite, die zum Teil diffamierende Äußerungen aufweist. (wsw)