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Wasserbüffel & Co. – Festessen auf dem Insel-Marktplatz

Werder (Havel) – „Wir wollen zeigen, dass klimafreundliches und regionales Essen Spaß macht“, so der Mit-Initiator vom „FestEssen“, Jochen Fritz. Das „FestEssen“ ist ein neues Festival für regionalen und klimafreundlichen Genuss, das am 8. und 9. Oktober auf dem Marktplatz in Werder statt finden wird.Neben Street-Food-Ständen dürfen sich die Besucher auf einen Erzeugermarkt mit zahlreichen Produkten von Brandenburger Lebensmittelherstellern freuen. Darüber hinaus gibt es Mitmachwerkstätten, in denen man beispielsweise Apfelsaft pressen und Hafermilch herstellen lernen kann. Ein tolles Bühnenprogramm mit Musik und Information rundet das Fest ab.

Zu den regionalen Köstlichkeiten gehören unter anderem Säfte oder Wein aber auch Ziegenkäse oder Fleisch vom Wasserbüffel und das kommt tatsächlich direkt aus der Blütenstadt. Wir treffen Jochen Fritz an einem sonnigen Morgen auf der Weide, wo uns die Büffel schon kauend erwarten.

Den kleinen Werderaner Biobetrieb gibt es schon seit 2015 und wird seither von drei Familien im Nebenerwerb geführt. Die Bauernfamilien von Schmeling und Fritz-Volz haben sich zusammengeschlossen, um rund um Werder ökologischen, naturnahen Landbau zu betreiben und handwerklich hochwertige Produkte für die Region Werder, Potsdam und Berlin zu erzeugen. Jochen Fritz selbst ist gelernter Landwirt und erklärt, dass die Wasserbüffel nur mit Gras und Heu von den eigenen Flächen gefüttert werden. Während er die weiblichen Tiere auf seinen Feldern bei Plessow hält, werden die männlichen Büffel nach Töplitz gebracht, wo sie noch ein bis drei Jahre ausgemästet werden bevor sie vom Jäger per Weideschuss auf der Wiese erlegt werden. „Diese Verfahrensweise sorgt für eine stressfreie Schlachtung und sichert so die Qualität des Fleisches. Ein Freisetzen von Stresshormonen können wir mit dieser Schlachteweise komplett verhindern“, erklärt er weiter. Letztes Jahr haben er und seine Mitstreiter  acht Tiere geschlachtet, die für jeweils 250 bis 300kg Fleisch gesorgt haben. Aus dem Fleisch der Büffel werden dann unter anderem Burgerpatties oder Salamis hergestellt. „Ich liebe Wasserbüffelgulasch“, sagt der Biohof-Betreiber und auch wir bekommen bei den Schwärmereien langsam Hunger. Wer sich für den Newsletter des Biohofs anmeldet und vorab bestellt, kann das fertige Fleisch dann von der Verkaufsstelle in der Eisenbahnstraße 158 in Werder Havel abholen.

Ein Kilo frisches Wasserbüffel-Hack zum Beispiel kostet 18 Euro und das Gulasch 20 Euro. Sicherlich könnte Jochen Fritz das Fleisch auch teurer verkaufen. „Wir möchten unsere regionalen Bio-Produkte einer breiten Masse zugänglich machen. Unser Fleisch soll bezahlbar bleiben und darf kein Luxusgut sein.“, teilt er seine Überzeugung mit. Das Fleisch ist  mit 1% Fett in der Muskelmasse sehr mager und hat ein leichtes Wildaroma. Ernährungsphysiologisch nimmt dieses Fleisch einen hohen Stellenwert ein, da es sehr viel weniger Cholesterin als Rindfleisch enthält, dafür aber wesentlicher mehr Eiweiß und Eisen. Das Büffelfleisch ist sowohl für die klassische Küche als auch für neue, innovative Ideen geeignet. Achtet man bei der Zubereitung auf Niedriggartemperaturen, erhält man ein außergewöhnlich zartes, schmackhaftes Fleisch. Wer nun Appetit bekommen hat und sich von der Qualität des Wasserbüffelfleisches selbst ein Bild machen möchte, der kommt beim „FestEssen“ am 8. & 9. Oktober, neben zahlreichen anderen regionalen Produkten, natürlich auch in den Genuss einer Bratwurst vom Biohof Werder. 

Neben der Viehzucht bringt es Jochen Fritz und seinem Team besonders viel Freude auch den Jüngsten die Landwirtschaft näher zu bringen. Auf den Feldern des Biohofs rund um Glindow und Plessow bekommt er oft Besuch von Schulklassen und berichtet vom Leben und Arbeiten mit den Tieren. 

Dabei beantwortet er zusammen mit den Kindern Fragen wie: „Woher kommt eigentlich das Ei?“. Es sind oft ergreifende Momente, wenn Kinder bei ihm das erste Mal ein Huhn sehen und es dann auch noch streicheln dürfen, vorausgesetzt das Huhn hat Lust dazu. 

Auch beim „FestEssen“ rücken die Kinder in den Fokus.Und so wird auch der Eintritt auf das Fest für Kinder kostenlos sein. Erwachsene zahlen für ein Tagesticket 3 Euro und ein Wochenendticket 5 Euro.Menschen mit geringerem Einkommen haben ebenfalls die Möglichkeit kostenlos bei dem Event dabei zu sein. Als Marktplatz für die bäuerliche Erzeugung und die handwerkliche Lebensmittelproduktion macht es die Vielfalt auf unsern Äckern und Tellern für alle erlebbar. 

Direkt auf dem Markt wird es ein vielfältiges Essensangebot geben, von Ravioli von der Nudelmanufaktur Märkische Schweiz über die Somali Love Kitchen bis zu Spezialitäten von Wasserbüffel vom Biohof Werder und Weideschwein von der Backschwein-Tenne in Gömnigk. Dazu Biobier von der Beetzsee Brauerei oder von der Dorfbrauerei „Die braut“, Wein vom Werderaner Winzer Joachim Swillus und dem Weinverein Werder oder Saftkreationen aus der Havelländischen Mostmanufaktur. Eine bunte Vielfalt an Marktständen regionaler Erzeuger:innen und Lebensmittelhandwerker:innen bietet Pilz- und Walnuss-Spezialitäten, Birnen und Äpfel, Eier, Ziegenkäse, Chutneys, Pestos und Honig sowie Getränke vom Fairtrade-Kaffee bis Whisky, Gin und Secco aus Äpfeln und Birnen.

Darüber hinaus bietet das Festival die Möglichkeit in Mitmachwerkstätten zu Beispiel beim Apfelsaftpressen, Brotbacken, Kaffeerösten oder Käseherstellen selbst Hand anzulegen. Außerdem wird es Infostände und ein vielseitiges Bühnenprogramm geben. Am Samstag geht es beim Thema „Landwirtschaft und Klima“ darum, was die Landwirtschaft zum Klimaschutz beitragen kann. Unter dem Motto „Die Welt zu Tisch in Brandenburg“ geht es am Sonntag um faire Lebensmittelproduktion und Vielfalt in der Esskultur. Für Abwechslung sorgen eine internationale Koch-Show sowie ein Musik- und Kulturprogramm mit Bands wie Casino Gitano (Gypsy-Polka-Swing-Punk) und Monsieur Pompadour (Swing Manouche) sowie dem „Climate Poet“ Samuel Kramer. Wer die Veranstalter des „FestEssens“ schon vorab unterstützen möchte, kann sich bereitsjetzt unter startnext.com/festessen-festival Wochenendtickets sichern und dabei helfen, dass mit der diesjährigen Ausgabe der Startschuss für eine neue Veranstaltungstradition auf der Insel fällt. (wsw)

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