Finanzielle Entlastung bei der Kinderbetreuung

Ab dem 1. Januar 2019 tritt die neue Kitabeitragssatzung in Kraft, die finanzielle Entlastung für rund 80 Prozent der Eltern verspricht.

Werder (Havel), 19. November 2018 – Wie die Stadt am Freitag in einer Pressemitteilung mitteilte, sollen in Werder (Havel) ab dem 1. Januar 2019 rund 80 Prozent der Eltern in Werder (Havel) – zusätzlich zum beitragsfreien Kitajahr – bei der Kinderbetreuung finanziell entlastet werden. Der Hauptausschuss hat am vergangenen Donnerstagabend einstimmig die neue Kitabeitragssatzung befürwortet. Mit großer Mehrheit wurde zudem eine von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Beitragsstaffelung befürwortet. Die Beiträge liegen demnach zwischen 14 und maximal 315 Euro und richten sich nach dem Nettogehalt der Eltern, der Kinderzahl und der Betreuungszeit.

Der neuen Beitragsstaffelung zufolge werden besonders Geringverdiener und Eltern mit mehreren Kindern zum Teil deutlich entlastet. Dafür sollen Familien mit gutem, mittlerem und hohem Einkommen, die ein Kind haben, etwas höhere Beiträge zahlen. Bis Ende 2019 gilt eine Übergangsregelung, laut der die monatliche Mehrbelastung 40 Euro nicht überschreiten soll. Freie Träger können die neuen Beitragsordnung übernehmen.

Die Kitabeitragssatzung ist mit diesen und weiteren Neuregelungen den aktuellen rechtlichen Anforderungen angepasst worden. Insgesamt werde die Stadt aus den Kitabeiträgen – gemessen an den Vorjahren – etwa dieselben Einnahmen erzielen wie mit der alten Satzung, wie Werders 1. Beigeordneter Christian Große betonte. Wie bisher werde sich die Stadt in Größenordnungen selbst an der Kitafinanzierung beteiligen.

So seien in den Jahren 2010 bis 2017 rund 13 Millionen Euro aus dem Haushalt in die kommunalen Kitas geflossen. „Die Stadt wird ihre Kitas weiter mit jährlich ein bis zwei Millionen Euro bezuschussen und damit in die Zukunft unserer kinderfreundlichen Stadt investieren“, so Christian Große. Hinzu kämen die Zuschüsse für die Kitas in freier Trägerschaft gemäß der gesetzlichen Verpflichtungen.

Die neue Beitragssatzung ist in einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der Elternschaft, der Stadtverordnetenversammlung, der Stadtverwaltung und des Landratsamtes entstanden. Auch die freien Träger wurden beteiligt. Die Elternschaft hatte eine alternative Beitragsstaffelung vorgeschlagen, die im Hauptausschuss keine Mehrheit gefunden hat. Abschließend entscheiden die Stadtverordneten am 13. Dezember. (wh)


Eine, die sich stark für einen Kreiselternbeirat in Potsdam-Mittelmark und die Überarbeitung der veralteten Kitabeitragssatzung engagiert, ist die Werderanerin Doreen Recknagel. Wir hatten vor einiger Zeit die Gelegenheit, die Zweifach-Mama zu einem Gespräch zu treffen. „Die Kindertagesstätte ist längst kein Ort mehr, an dem die Kinder nur bespaßt werden. Sie ist eine Bildungseinrichtung, in der die Grundlagen für unsere Kinder gelegt werden. Sie werden hier sozialisiert und lernen das Einmaleins des täglichen Miteinanders“, so die 37-Jährige.

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark bietet die Möglichkeit, Kreiselternbeiräte laut Kitagesetz zu implementieren. Ein Kreiselternbeirat beschäftigt sich mit allen Angelegenheiten, die über die Befindlichkeiten in einer einzelnen Kita hinausgehen. „Wir haben vor zwei Jahren angefangen, uns mit den anderen Kitas aus Werder (Havel) zu vernetzen. Die meisten Kindertagesstätten sind in städtischer Hand. Da dachten wir uns: Wir haben Probleme, vielleicht auch mit dem Träger. Wie sieht es denn bei euch aus? Ihr habt doch den gleichen Träger“, erklärt Doreen Recknagel. 

Die engagierte Mutter kritisiert, dass jede Gemeinde, jeder Kreis seine eigenen Regeln aufstellen kann. Da fällt es für den einzelnen schwer, den Durchblick zu bewahren. „Ein Kreiselternbeirat kann hier Transparenz schaffen und vielleicht in Zukunft auch eine Einheitlichkeit“, ist sich Doreen Recknagel sicher. „Ich habe 171 Kindertagesstätten im Landkreis PM angeschrieben. Laut Kitagesetz muss jedem Elternteil die Möglichkeit gegeben werden, sich als Vertreter aufstellen zu lassen.“ Aktuell sind es 30 gewählte Vertreter von 171 Einrichtungen. Leider fehlt von ca. 90 Einrichtungen jegliche Rückmeldung, heißt es auf der Facebookseite der Initiative KiTa Elternbeirat Potsdam Mittelmark. Jede Einrichtung kann jedoch zu jedem Zeitpunkt einen Vertreter wählen und nachträglich entsenden. Am 28. November wird sich der Kreiselternbeirat für Kindertageseinrichtungen Potsdam-Mittelmark offiziell gründen. (wsw)

Doreen Recknagel, Foto: wsw