Finanzspritze für ein neues Auto

Die letzte Spende des aufgelösten Pro Werder (Havel) e.V. geht an den Werderaner Standort der Potsdamer Tafel.

v.l.: Gabriele Grahl, Katrin Schneider, Martina Müller, Imke Eisenblätter und Gabriele Richter, Foto: wsw

Werder (Havel), 9. März 2021 – Als sich das Unternehmernetzwerk Pro Werder (Havel) e.V. im Jahr 2010 aus dem Gewerbeverein Werder gründete, zählte der Verein zunächst knapp zehn Mitglieder. In kürzester Zeit stieg die Mitgliederanzahl jedoch auf 45 an. Das Interesse war groß! Durften in den Gewerbeverein Werder ursprünglich nur Unternehmer aus der Innenstadt eintreten, richtete sich das Angebot von Pro Werder (Havel) e.V. an Unternehmer, Dienstleister und Handwerker aus der gesamten Blütenstadt. 

Den Vorsitz übernahm Katrin Schneider, die vielen Werderanerinnen und Werderanern natürlich aus ihrem Edeka Markt in der Brandenburger Straße 151 bekannt ist. „Wir wollen ein Verein für alle Werderaner sein und die wirtschaftliche Vielfalt unserer Stadt darstellen“, erklärte die Vorstandsvorsitzende kurz nach der Gründung. 

Bei monatlichen Stammtischtreffen konnten die Mitglieder untereinander Netzwerke knüpfen. Gerne erinnern wir uns auch an die beliebten Veranstaltungen, die der Pro Werder (Havel) e.V. ausrichtete. Ob Frühlingsspaziergang, Spätsommermeile oder Adventsspaziergang – stets begeisterten die Unternehmer unserer Blütenstadt mit einem bunten Programm und tollen Angeboten die zahlreichen Besucher. 

Zuletzt zählte der Verein 100 Mitglieder. Im Jahr 2019 wurde der Pro Werder (Havel) e.V. aufgelöst. „Ein Jahr dauerte die Auflösung des Vereins“, erklärt uns Katrin Schneider. Gemeinsam mit der ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden Gabriele Grahl und der Presseverantwortlichen Gabriele Richter treffen wir sie am 2. März in der Tee- und Wärmestube. 

Unser Besuch hat einen besonderen Grund: Auf dem Vereinskonto befand sich noch eine stattliche Summe, die, nach Absprache mit allen Mitgliedern, an eine gemeinnützige Institution in Werder (Havel) gespendet werden sollte. 

Nachdem zum Ende des letzten Jahres die EvB Sozial gGmbH ihr Engagement für die Tee- und Wärmestube kündigte, war mit der Potsdamer Tafel ein neuer Träger zum Glück schnell gefunden. Imke Eisenblätter, die Geschäftsleiterin der Potsdamer Tafel, nahm den Scheck in Höhe von 1147,70 Euro dankend entgegen: „Das Geld werden wir in die Anschaffung eines neuen Autos für den neuen Tafelstandort hier in Werder (Havel) investieren.“

Und Katrin Schneider ergänzt: „Uns war es besonders wichtig, dass das Geld hier in Werder bleibt. Und wenn wir uns an dem neuen Auto, mit dem die Lebensmittel hier aus der Region für die Werderaner Tafel-Klienten besorgt werden, beteiligen können, freut uns das natürlich sehr.“ 

Die Tee- und Wärmestube ist eine Einrichtung, die hochqualifizierte Arbeit leistet, die Tafel-
ausgabe ist nur ein Teil des umfangreichen niedrigschwelligen Angebots. „Unser Konzept hat sich jahrelang hier in Werder bewährt. Bei uns finden die Klienten alles unter einem Dach“, freut sich Martina Müller. Sie ist seit 20 Jahren die Leiterin der Werderaner Tee- und Wärmestube und seit Anfang an dabei. „Ich freue mich sehr, dass die Potsdamer Tafel nun als Träger unserer Einrichtung fungiert und auch, dass die Stadt Werder (Havel) die Miete für unsere Räumlichkeiten übernimmt.“ 

Dass dank des neuen Trägers die Lebensmittelausgabe in der Tee- und Wärmestube weiterhin erfolgen kann, freut natürlich das ganze Team. Doch Martina Müller hat noch einen Wunsch: „Ich hoffe so sehr, dass sich der Landkreis entschließt, auch unsere Beratungsstelle zu finanzieren. Derzeit übernehme ich die Beratungen noch – mein Terminkalender ist prall gefüllt. Dies zeigt, dass nicht nur der Bedarf an Lebensmitteln, sondern auch an Sozialberatung unglaublich groß ist. Das darf man nicht einfach so wegsparen.“ (wsw)