„Fit für den Schulweg“ in Werder

Die „großen“ Kinder der Kitas Werderaner Früchtchen und Eichenhof absolvieren am Dienstag ein Schulwegtraining, und zwar gemeinsam mit Mitarbeitern der Polizei, des Ordnungsamts der Stadt und ihren Erzieherinnen. Fotos (3): Stadt Werder (Havel)

Werder (Havel), 4. Juli 2018 – Zwei Mädchen flitzen mit Dreirädern über die schmale Spielstraße auf dem Kitagelände der Werderaner Früchtchen. Am aufgemalten Fußgängerüberweg warten drei gleichaltrige Jungs mit ausgestreckten Armen. Stopp! Die Mädchen bremsen kurz vor den Streifen, die Jungs flitzen rüber. „Gut gemacht“, sagt eine Polizistin. Die „großen“ Kinder der Kitas Werderaner Früchtchen und Eichenhof absolvieren am Dienstag ein Schulwegtraining, und zwar gemeinsam mit Mitarbeitern der Polizei, des Ordnungsamts der Stadt und ihren Erzieherinnen. Denn: Am 18. August werden sie eingeschult!

Die 50 Kinder testen das richtige Verhalten am Fußgängerüberweg, lernen mit Fahrrädern den Unterschied zwischen rechter und linker Fahrbahn kennen und reflektieren die gesammelten Erkenntnisse in bunten Ausmalbildern und Kreidekunstwerken. An einer Station erklären Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Bedeutung von dort aufgebauten Verkehrsschildern. Flankiert von Polizisten probieren die Kinder sogar den echten Weg zwischen ihrem künftigen Hort und der Grundschule aus.

„Fit für den Schulweg“ heißt das Programm, das in der Kita bereits im vierten Jahr durchgeführt wird, erklärt Anja Mischur vom Sachgebiet Prävention der Potsdamer Polizeiinspektion. „Im Stationsbetrieb können wir den Kindern ein paar Wochen vor dem Schulstart wichtige Dinge spielerisch vermitteln.“ Die Veranstaltung in Werder (Havel) gehöre nur zu einer von zahlreichen anderen Präventionsveranstaltungen, die die Polizeiinspektion, bisweilen gemeinsam mit den Ordnungsämtern, auch für Kinder durchführt.

Es sei wichtig, vor dem Schulbeginn mit den künftigen Abc-Schützen über den Schulweg zu sprechen. Für die Polizei ist das ein Dauerthema. Dieselben Polizisten der Wache Werder, die den Kindern an diesem Tag Kenntnisse vermitteln, würden in den ersten Wochen nach dem Schulstart verstärkt vor den Schulen stehen, aufpassen und auch mal einen Hinweis geben. „Das ist ein großer Vorteil, dass die Kinder sie dann schon kennen“, so Anja Mischur.

Als alle Stationen geschafft sind und das kleine Stempelbuch voll ist, bekommen die Kleinen Kinderpolizeiausweise und Eis am Stiel. Die Leiterin der Kita Werderaner Früchtchen, Katrin Weimann, findet, dass der Tag ein schöner Abschluss für das Thema Schulweg ist. „Wir trainieren ja schon vorher im Straßenverkehr, wenn wir zum Beispiel an unserem wöchentlichen Wald- und Werdertag in der Stadt unterwegs sind.“ Bei den Kindern komme es prima an, dass jetzt Mitarbeiter des Ordnungsamtes und uniformierte Polizisten die Inhalte vermitteln. „Die staunen, wie viele Frauen es bei der Polizei gibt“, lacht Katrin Weimann.

Zum Abschluss fragt Anja Mischur noch: „Was habt ihr denn heute gelernt?“ Kinderarme schießen nach oben: „Dass man nicht über die Straße rennt“ „Dass man am Zebrastreifen trotzdem gucken muss.“ „Dass man nicht an der Straße spielen soll.“ Und wo darf man dann spielen?, fragt Anja Mischur zurück. Auf dem Spielplatz, im Garten, auf der Spielstraße, im Indoorspielplatz, im Kindergarten, rufen die Kinder. Die Polizisten und die Mitarbeiter des Ordnungsamtes lächeln zufrieden: Ziel erreicht. (h.k./wsw)