„Frühling lässt sein blaues Band …“

Es ist wieder so weit, die schönste aller Jahreszeiten steht in den Startlöchern. Gelegentlich klopft der Frühling schon ganz leise an die Tür. Wollen wir ihm öffnen?

Werder (Havel), 20. März 2021 – Eine Knospe hier, ein Blümchen dort, die Vögel bezaubern mit einer zwitschernden Melodie – Schon bald wird die Natur wieder in einer berauschenden Farbenvielfalt erstrahlen und die Luft mit duftenden Aromen versüßen. 

Die zurückliegenden Wintermonate verblassen immer mehr in der Erinnerung und machen Platz für frühlingsfrische Erlebnisse. Das Highlight im Frühling ist für viele das Osterfest. Zumeist kommt die ganze Familie an den Osterfeiertagen zusammen, um gemeinsam zu feiern und zu genießen, oder man verbringt einen erholsamen Urlaub während der Osterferien. 

Doch auch wenn uns in diesem Jahr weiterhin viele Beschränkungen und Regelungen begleiten, steht einem fröhlichen Osterfest dennoch nichts im Weg. Wir haben aus erster Instanz erfahren, dass der Osterhase trotz geltender Home-Office-Verordnung seine Runden drehen wird und das ein oder andere bunte Ei versteckt. 

Wer ihn dabei unterstützen möchte, kann zum Beispiel zu natürlichen Färbemitteln greifen. Aus Zwiebelschalen, Karotten, Rote Bete oder Kurkuma kann man tolle Naturfarben selber herstellen: Pro Liter Wasser benötigt man etwa 200 Gramm der Zutaten. Dies ist jedoch nur eine grobe Faustregel, (aus)probieren geht hier über studieren!

Wer rote Eier möchte, greift zu Roter Beete oder der Schale von roten Speisezwiebeln. Ein Sud aus Kurkuma oder Kamilleblüten ergibt gelbe Eier, Spinat, Mate Tee oder Brennesseln färben die Eier grün. Braun werden die Eier durch schwarzen Tee, Kaffee oder Zwiebelschalen und blaue sowie lila Eier erziehlt man mit Heidelbeeren, Fliederbeeren und Rotkohlblättern. 

Die einzelnen Zutaten kocht man in einem Liter Wasser auf und lässt sie dann etwa 20-30 Minuten vor sich köcheln. Im Anschluss gibt man die hart gekochten Eier in den noch warmen Sud und lässt sie je nach Farbintensität darin liegen (etwa 30 Minuten). Warme Eier nehmen die Farbe besser an, man kann aber auch abgekühlte Eier über Nacht in dem kalten Sud liegen lassen. Wer die Eier zuvor mit Wachs verziert, erhält nach dem Färben ein tolles Muster, da die Stellen, die zuvor mit Wachs behandelt wurden, die Farbe nicht annehmen.

Genießt man dann noch ein Eierlikörchen und ein Stück Karottenkuchen, lustwandelt durch die ersten Frühlingstage und erfreut sich an der Natur, wird auch dieses Osterfest wieder zu einem tollen Erlebnis werden für Groß und Klein. (wsw)

Er ist’s.

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab’ ich vernommen!

Eduard Mörike