Fünf Eimer pro Woche und Baum

Die Goldparmäne auf der Ecke Kirchstraße/Am Mühlenberg gehört zu einem der „Postkartenmotive“ unserer Stadt. Auch dieser Apfelbaum braucht in diesen heißen Tagen zusätzlich Wasser. Aus der Nachbarschaft kommt Klaudia Knecht täglich mit einem Eimer Wasser vorbei. Foto: wsw

Werder (Havel), 6. Juli 2018 – Klaudia Knecht trägt jeden Tag einen Eimer Wasser zu der Goldparmäne auf der Ecke Kirchstraße/Am Mühlenberg. Sie hilft dem im Oktober 1996 gepflanzten Apfelbaum damit, über diesen heißen Sommer zu kommen. „Ich habe gelesen, ein Eimer pro Tag und Baum hilft“, begründet sie ihre Baumpatenschaft. Und ob nun ein Eimer pro Tag oder fünf Eimer pro Woche – es hilft auf jeden Fall.

Der Aufwand für die Bewässerung von Grünanlagen in Werder (Havel) ist so groß wie selten, heißt es aus dem Rathaus. Zurzeit wird der Bereich Grünflächen des Rathauses von vier Fachfirmen dabei unterstützt. „Die technischen und personellen Ressourcen sind ausgeschöpft“, sagt Werders 1. Beigeordneter Christian Große. Wegen der langen Trockenheit reiche das Wasser für die Gehölze und Grünanlagen dennoch nicht aus. Statt wie in den vergangenen Wochen Wärme und Trockenheit herrsche nun auch noch Hitze und Trockenheit. Und die Wetterprognose verheiße nichts Gutes.

Die Stadt appelliert deshalb – wie bereits Ende Mai – erneut an die Werderaner, die Bewässerung der öffentlichen Grünanlagen, Straßenbäume und Sträucher vor den Hausgrundstücken und Wohnungen zu unterstützen – wir haben hier darüber berichtet. Viele Werderaner waren schon beim Gießen vor ihren Häusern zu sehen, wofür Christian Große seinen Dank ausspricht. „Wir sind eine Blütenstadt. Es ist es toll, wenn die Bürger auch in einer solchen Situation mitmachen.“

Er würde sich freuen, wenn sich weitere Werderaner der Gießhilfe anschließen könnten. Jeder kleine Gang mit der Gießkanne oder dem Wassereimer können helfen, um die Gehölze und Grünanlagen zu erhalten. Nicht nur Neupflanzungen leiden unter der Sommerhitze: Inzwischen ist auch bei Bäumen und Sträuchern das Wasser knapp, die schon etwas älter sind.

Statt täglich kleine Mengen zu gießen sei es sinnvoller, einmal in der Woche ordentlich zu bewässern. So kann das Wasser tief eindringen und verdunstet nicht sofort. „Als Richtschnur gilt in unserem Bereich Grünflächen eine wöchentliche Bewässerung mit 50 Litern für einen Baum“, so Christian Große. Grundsätzlich gelte aber das Motto: Jeder Liter Wasser hilft, Bäume und Pflanzen in öffentlichen Grünanlagen zu erhalten.

Klaudia Knecht kümmert sich um die Goldparmäne, der anlässlich des 2. Schützenfestes der Schützengilde zu Werder 1704 e.V. nach der Wiedergründung am 5. Oktober 1996 durch das Königshaus gepflanzt wurde. Ihr Mann, Klaus-Dieter Knecht hat derweil sicher alle Hände voll zu tun in seinem „Agavenparadies“ um die Ecke auf der Insel, wo das Ehepaar wohnt. Über das seltene Hobby des ehemaligen Fleischermeisters und seine 250 Agaven haben wir übrigens hier berichtet. (wsw)