Für ein selbstbestimmtes Leben

Werderaner Allianz Hauptvertretung Astrid Herma organisiert Spende für das Autonome Frauenzentrum Potsdam e.V.

Werder (Havel)/Potsdam, 3. August 2021 – Es ist eine erschreckende Statistik: Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen und etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. (Quelle: BMFSFJ)


Hilfe finden Betroffene zumeist über Hilfetelefone, in Beratungsstellen oder in Frauenhäusern. Solch ein Frauenzentrum befindet sich auch in Potsdam in der Schiffbauergasse 4h. Das Autonome Frauenzentrum Potsdam e.V. ist ein Zusammenschluss von Frauen mit dem Ziel, Frauen und Mädchen auf individueller, zwischenmenschlicher und gesellschaftlicher Ebene zu stärken. Der Verein engagiert sich seit 1990 für Bildung, Kommunikation, Beratung, Vernetzung von Fraueninteressen sowie gegen Gewalt. Er ist politisch und konfessionell unabhängig.

Auch wenn der Verein bereits seit ca. 30 Jahren tätig ist, so müssen doch jährlich die Gelder bei Land und Bund neu beantragt werden, da es ein festes Budget für diese freiwilligen Tätigkeiten bis heute noch nicht gibt. Für die wichtige Arbeit der Frauen ist daher jede Spende gefragt: Finanziell, aber auch in Form von Möbeln, Bekleidung für die Frauen und Kinder, Spielsachen, Malsachen, Schulbedarf usw.


Seit vielen Jahren unterstützt der Allianz Kinderhilfsfonds Berlin/Leipzig e.V. Kinder, die körperlich oder geistig behindert sind, aus benachteiligten Familien stammen oder ihre Eltern verloren haben, sowie gemeinnützige Vereine bei geplanten Projekten und Anschaffungen durch Sachspenden. Und so recherchierte Astrid Herma von der Allianz Hauptvertretung im Werderpark im vergangenen Jahr, welche Institution aus der Nähe für eine Spende in Frage kommen könnte.

„Persönlich liegt mir die Unterstützung von durch häusliche Gewalt betroffenen Frauen und Kindern sehr am Herzen. Bei meiner Suche im Internet bin ich auf das Autonome Frauenzentrum Potsdam e.V. aufmerksam geworden und war sofort von der Arbeit vor Ort beeindruckt. Die Frauen des Vereins kümmern sich wirklich sehr engagiert und werden nicht müde, auch jungen Mädchen zu einem selbstbewussten Umgang v.a. mit männlichen Mitmenschen zu verhelfen“, so Astrid Herma.

Als sie den Kontakt zu dem Potsdamer Verein aufnahm, kam schnell zur Sprache, dass ein neues Kinderspielzimmer im Frauenhaus in Planung ist. „Ein Tischler hatte bereits eine tolle Kletterecke gebaut und gemeinsam mit dem Allianz Kinderhilfsfonds Berlin/Leipzig e.V. konnte ich hierfür noch einen Spielwürfel für das Frauenwohnzimmer und eine Krabbelecke für das Kinderspielzimmer beisteuern“, freut sich die Werderanerin. „Corona erschwerte die Liefersituation und den Aufbau, aber jetzt ist alles fertig und die Kinder finden eine tolle und sinnvolle Ablenkung von ihrer schwierigen Familiensituation.“

Die Unterbringung im Frauenhaus ist für betroffene Frauen oft die letzte Konsequenz, aber die einzige Möglichkeit, das eigene, selbstbestimmte Leben zurückzugewinnen. Die Mitarbeiter vom Autonomen Frauenzentrum Potsdam e.V. freut es besonders, wenn sich Frauen, die sich in ihrer Einrichtung in Obhut befinden, weiter entwickeln, sich wieder Dinge zutrauen, ihr Leben selbst in die Hand nehmen und schließlich selbstbewusst ihren Alltag gestalten. (wsw)