Gemeinsam auf Hexenjagd

Theaterprojekt der 12. Klasse der Freien Waldorfschule Werder/Havel | Christian Morgenstern

Werder (Havel), 17. November 2021 – Wir platzen mitten in die Proben der 12. Klasse der Freien Waldorfschule Werder/Havel | Christian Morgenstern. Die 23 Schülerinnen und Schüler proben das Theaterstück “Hexenjagd” des US-amerikanischen Dramatikers Arthur Miller.

In dem Stück, das auch unter dem Namen “Die Hexen von Salem” bekannt ist, beschuldigt im Jahr 1692 eine Gruppe von Mädchen zahlreiche Gemeindemitglieder der Hexerei, um ihr eigenes Fehlverhalten zu überspielen. Daraufhin entbrannt eine regelrechte Hexenjagd, an dessen Ende zahlreiche Menschen zum Tode verurteilt werden.

“Ich spiele die Hauptrolle Abigail Williams”, verrät Leonie. “Ich finde die Rolle unglaublich spannend, da ich im wahren Leben ein sehr freundlicher und herzlicher Mensch bin und nun einmal die Böse sein kann.” So ganz können wir uns das herzliche, aufgeschlossene Mädchen nicht als gemeine Intrigantin vorstellen, aber das Funkeln in ihren Augen zeugt von Entschlossenheit.

Das Einstudieren eines Theaterstückes sowie die komplette Planung rund um das Bühnenprogramm gehören zum festen Lehrplan der Waldorfschule. Bereits in der sechsten und achten Klasse haben die Schülerinnen und Schüler ihr Bühnentalent beweisen müssen. Gemeinsam Texte lernen, Proben meistern und das Lampenfieber teilen, schweißt natürlich zusammen.

“Einige von uns kennen sich bereits seit dem Kindergarten. Unser Klassenverband ist sehr stark”, so Leonie weiter. “Wir haben auch gemeinsam in der achten Klasse die Alpen überquert. Da wächst man einfach über die Jahre zusammen.” Das freundschaftliche Miteinander zwischen den Schüler*innen während der Probe bestätigt dies.

Doch bei aller Einigkeit fiel die Entscheidung für ein passendes Stück dann doch gar nicht so leicht. Insgesamt vier A4 Seiten waren mit Theatervorschlägen aller Art gefüllt. Auch die Lehrer haben ein paar Anregungen beigesteuert, die finale Wahl hatte jedoch die 12. Jahrgangsstufe.

“Wir haben gemeinsam abgestimmt, es mussten ja auch die Rollen zu uns passen”, so einige Schüler der Klasse. Vier Wochen sind für die Proben vorgesehen. In den ersten drei Wochen gab es parallel noch etwas Hauptunterricht, die vierte Woche ist einzig und allein für das Finalisieren des Theaterstückes vorgesehen.

Doch nicht nur auf der Bühne müssen die 17- und 18-Jährigen ihr Können unter Beweis stellen. Sie zeichnen auch für die Gestaltung des Bühnenbildes, die Lichteinstellungen, die Bereitstellung der Requisiten und die Kostümauswahl verantwortlich. Die Schüler werden hierbei von einer Theaterpädagogin und ihrem Musiklehrer unterstützt.

Auf Nachfrage versichern uns die Schüler, dass, auch wenn das Theaterprojekt Pflichtbestandteil der 12. Klasse ist, es den meisten doch sehr viel Spaß macht. Und auch wenn nicht jeder für die große Bühne gemacht ist, haben sich doch schon jetzt kleine Überraschungs-Talente hervorgetan, die, nun im Rampenlicht stehend, zeigen können, was alles in ihnen steckt.

Vier Wochen vor Beginn der Proben haben die Mädchen und Jungen ihren Text bekommen, der auch jetzt noch in den Pausen eifrig gelernt wird. Wenn bei den Aufführungen mal ein kurzer Texthänger kommen sollte, wird es eine Souffleuse geben, die im Notfall weiterhilft.

Insgesamt vier Aufführungen haben die Schülerinnen und Schüler vor sich. Eine ist für den Vormittag des 19. Novembers angesetzt und für die anderen Schüler der Waldorfschule gedacht. Bei den Abendveranstaltungen am 18., 19. und 21. November (Beginn 18 Uhr) sind alle herzlich willkommen, sich das Theaterstück einmal anzusehen. Bei diesen Vorstellungen gilt die 3G-Regel. (wsw)