Gemeinsam in einem Takt

Wer am 7. Oktober an der Dümichenhalle entlang spaziert ist, wird wahrscheinlich seinen Ohren nicht getraut haben: Aus dem Inneren waren den ganzen Tag über beeindruckende Trommelklänge zu hören. Und auch in Groß Kreutz wurde es rhythmisch.

Werder (Havel), 13. Oktober 2021 – Insbesondere für Schülerinnen und Schüler ist die Corona-Pandemie eine große Belastung und Herausforderung. Umso größer war die Freude, als im August nach einer langen Zeit des Distanz- und Wechselunterrichts endlich wieder der reguläre Schulbetrieb losging. Doch neben dem schulischen Unterricht steht noch etwas viel wichtigeres auf dem Lehrplan: die Stärkung der sozialen Kompetenz. 

Mit dem Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“, für das in Brandenburg 68,7 Millionen Euro zur Verfügung stehen, sollen in den nächsten zwei Jahren unterschiedliche Maßnahmen umgesetzt werden. Der Bund beteiligt sich mit 38,7 Millionen Euro durch das Abtreten von Mitteln aus den Umsatzsteuereinnahmen. Diese umfassen im Wesentlichen ergänzende Lernangebote, individuelle Lernbegleitung und schulergänzende Förderangebote durch freie und öffentliche Träger, aber auch Angebote der Schulsozialarbeit, Bewegungsangebote und Schwimmkurse sowie zusätzliche Ferien- und Freizeitmöglichkeiten sowie Freiwilligendienste. 

An der Grund- und Oberschule Carl von Ossietzky fand vor diesem Hintergrund am 7. Oktober ein ganz besonderes Projekt statt: der Trommelworkshop „Lazaremusic“. 

Insgesamt 520 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 2-6 und 8-9, aufgeteilt in sechs Workshopgruppen, nahmen an diesem tollen Projekt teil. „Wir haben uns für den Trommelworkshop entschieden, weil wir damit besonders viele Schülerinnen und Schüler erreichen konnten“, verrät Primarstufenleiterin Petra Amelung. 

In jeder Workshopgruppe wurde mit altersgerechten Perkussioninstrumenten ein großes Orchester zusammengestellt und gemeinsam ein Perkussion-Song einstudiert. Den Anfang machten die zweiten Klassen früh um 8 Uhr und der neunte Jahrgang beendete den klangvollen und vor allem spaßigen Projekttag mit einer Samba Performance.

Das war für alle ein wahrlich imposantes und ohrenbetäubendes Erlebnis, als die bis zu 120 Schülerinnen und Schüler gemeinsam die Basstrommeln zum Beben brachten, die Klanghölzer rhythmisch gegeneinander klopften und auf das schellende Tamburin schlugen. Die Kinder lernten im Zusammenspiel der unterschiedlichen Instrumentengruppen im Orchester aufeinander zu hören, Songstrukturen zu verinnerlichen und den Einsatz der verschiedenen Instrumente sowie das Einstudieren einer Performance. 

„Ziel dieses Projekttages war es, das soziale Klima und das Miteinander der Schülerinnen und Schüler durch gemeinsames Erleben zu stärken und ihnen den Ort Schule als sozialen Lern- und Begegnungsraum wieder näherzubringen“, so Petra Amelung abschließend.

„Wir bewegen Schule“ in Groß Kreutz

Und auch an der Erich Kästner Grundschule in Groß Kreutz drehte sich vom 4. bis 8. Oktober alles um Rhythmus und Teambildung. Ebenfalls im Rahmen der Initiative „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ fand vor den Herbstferien das Tanzprojekt „Wir bewegen Schule“ statt. Die Kinder erhielten pro Tag vier Stunden Unterricht und zwei Stunden Tanztraining/kulturelle Bewegungserziehung und Teambildung. Es wurde mit diesem Projekt ein Ausgleich geschaffen für den Verlust an natürlichen Bewegungs- und Entfaltungsräumen.

„Unsere Schülerinnen und Schüler nahmen begeistert an diesem Projekt teil. Jede Klasse bzw. Klassenstufe studierte in kürzester Zeit eine anspruchsvolle Choreografie ein, die am letzten Tag in einer Generalprobe endete. Die Krönung waren die beiden Präsentationen vor den begeisterten Eltern am Freitag“, resümiert das Organisationsteam, bestehend aus Rektorin Cordula Marten und Simone Seiffert, glücklich.

Die Tanzlehrer schafften es mit ihrer ruhigen, besonnenen aber auch bestimmten Art, die Kinder zu motivieren und beeindruckende Leistungen aus ihnen herauszuholen. Die Besonderheit für die Groß Kreutzer Schule war es, dass statt vier Tanzlehrern jetzt drei Tanzlehrer und ein Musikpädagoge die Kinder schulten. Bisher unentdeckte Talente beim Spielen des Schlagzeugs und der Drums kamen durch dieses Projekt zum Vorschein.

Die Schüler begleiteten durch Livemusik und Gesang die Klassenkameraden mit deren Choreografien. Die Begeisterung war allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern anzumerken. Und wahrscheinlich werden noch Wochen später die Kinder von diesen Erfahrungen berichten.

„Vielen Dank an die Tanzlehrer und den Musikpädagogen. Vielen Dank auch an das Bildungsministerium, die Eltern und den Förderverein der Schule, die mit ihren finanziellen Mitteln dieses Projekt gemeinsam unterstützten“, so Cordula Marten und Simone Seiffert. (wsw)