Genussvoller Abschluss für Schüler der Schule am Plessower See

Amelie und Cheyenne freuen sich über ihr Zertifikat für die erfolgreiche Teilnahme an der Schülerfirma "Küche & Profis". Beide möchten in diesem Bereich auch eine Ausbildung machen., Fotos: wsw

Werder (Havel), 31. Mai 2019 – Am 27. Mai fand für 14 Schüler der Schule am Plessower See ein ganz besonders genussvoller Besuch statt. Sie durften im Hotel am Markt auf der Insel an einer großen Tafel Platz nehmen und ein leckeres 3-Gänge-Menü verputzen. Anlass war der erfolgreiche Abschluss ihrer Schülerfirmen. In der Schule am Plessower See stehen Praxis- und Berufsorientierung ganz oben auf den Stundenplänen. Wir haben hier bereits über das Berufsorientierungskonzept berichtet.

Bestandteil des Praxislernens sind die sogenannten Schülerfirmen. Von Klassenstufe acht bis zehn können sich die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Firmen ausprobieren und Erfahrungen für das spätere Berufsleben sammeln. Die Schwerpunkte der einzelnen Firmen sind Handwerkskunst, Praxislernen in Werkstätten, Catering, Medien, Facility und Holz. Die 14 Schüler im Alter zwischen 15 und 17 Jahren haben an den Schülerfirmen “Küche & Profis” und “Holz” teilgenommen und konnten am 27. Mai nun die Früchte ihrer Arbeit in Form eines köstlichen Menüs ernten. Mit dabei waren auch die Verantwortliche für den Bereich Berufsorientierung, Frau Engelhardt, und Marco Schlüter, der als Berufseinstiegsbegleiter für die Region Brandenburg Nordwest beim Internationalen Bund tätig ist und die Obhut über die Schülerfirma “Küche & Profis” hatte.

Frau Engelhardt und Marco Schlüter

Finanziert haben diese Abschlussveranstaltung im Hotel am Markt die Schülerinnen und Schüler selbst. Jeden Montag finden die Schülerfirmen in vier Unterrichtsstunden statt. “In den ersten zwei Stunden haben wir immer gemeinsam ein Gericht gekocht, das wir in der großen Pause dann für einen Verkaufspreis von etwa einem Euro verkauft haben”, erklärt Marco Schlüter. Die Schülerinnen und Schüler haben sich somit nicht nur um das Kochen, sondern auch um die Kalkulation gekümmert, das Geld verwaltet und anschließend den Abwasch übernommen. “In unserer Holzfirma haben wir zum Beispiel Obstkörbe aus Holz und Weihnachtswichtel gefertigt, die wir auf Weihnachtsmärkten und auch beim Berufsorientierungstag verkauft haben”, ergänzt Frau Engelhardt.

Doch bei dem gemeinsamen Ausflug ging es nicht nur ums Essen. Die Schülerinnen und Schüler erhielten von Gastgeber Karsten Eichhorn auch einen Einblick in das Führen eines Restaurants. “Ich have zuvor Hotel- und Restauranteröffnungen von der wirtschaftlichen Seite betreut”, erklärt der Berliner, der seit November 2018 der neue Pächter des Hotels am Markt ist. “Doch ich musste schnell lernen, dass Theorie und Praxis zwei Paar Schuhe sind. Arbeitszeiten bis 24 Uhr sind im Gastronomie- und Hotelbereich keine Seltenheit. Aber wer sich anstrengt und fleißig ist, kann auch viel erreichen.”

Karsten Eichhorn und Aushilfe Amanda

Einigen Schülern hat die Arbeit in der Catering-Schülerfirma so gut gefallen, dass sie nach ihrem Abschluss gerne eine Ausbildung in diesem Bereich machen möchten. Für sie waren die Worte von Karsten Eichhorn natürlich besonders interessant. Und auf die Frage des Pächters, wer denn Interesse an einem Ferienjob hätte, schnellten auch einige Arme in die Höhe. “Was fehlt, ist der Nachwuchs. Das Hotel am Markt funktioniert gut, allein das passende Personal fehlt”, erklärt Eichhorn. Darum freute er sich besonders über das Interesse der Schüler nach einem Ferienjob.

Die Rinderkraftbrühe mit Flädle, die Spaghetti mit original italienischer Bolognese Sauce und die Rote Grütze zum Dessert kamen bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut an – auch wenn die Wartezeit bei einigen Wenigen für Ungeduld sorgte. Aber wer frisch gekochte Speisen haben möchte, muss eben etwas Wartezeit mitbringen.

Die Wartezeit wurde unter anderem durch eine kleine Ansprache von Marco Schlüter verkürzt. Er bedankte sich ganz herzlich bei den Schülern für ihr Interesse und ihr Engagement. Als Dankeschön bekam jeder Schüler noch ein Zertifikat und ein Kochbuch mit allen Rezepten aus dem vergangen Schuljahr überreicht. Schlüter hofft, dass er im nächsten Jahr auch wieder mit dabei sein kann.

“Als Ganztagsschule und Förderschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt ‘Lernen’ erhalten wir Gelder, die wir in verschiedenen Projekten umsetzen können. So können wir auch externe Fachleute wie zum Beispiel Herrn Schlüter mit ins Boot holen. Finanziert wird dies unter anderem durch die sogenannte INISEK I (Initiative Sekundarstufe I). Die Bundesagentur für Arbeit und esf.brandenburg stellen uns pro Schuljahr bis zu 20.000 Euro zur Verfügung. Die Organisation läuft dann über kobra.net”, erklärt die Verantwortliche für den Bereich Berufsorientierung.

Auch für das nächste Schuljahr hat die Schule am Plessower See wieder einen Antrag gestellt, sodass auch dann die Schülerinnen und Schüler wieder bestmöglich auf die Zeit nach der Schule vorbereitet werden können. Eine Schülerin beginnt jetzt nach ihrem Abschluss eine Ausbildung zur Köchin im Hotel Mercure, eine andere möchte Hotelfachfrau werden. Da hat sich die Teilnahme an der Schülerfirma “Küche & Profis” doch gelohnt! (wsw)