Gestern im Badausschuss: Eröffnung der Therme für Februar 2021 geplant

Werder (Havel), 29. Januar 2020 – Wer an der Promenade in den Havelauen entlang spaziert, bemerkt schon seit Herbst letzten Jahres, dass sich die Kräne emsig drehen. Es geht voran: „Wir wohnen direkt gegenüber und sind in freudiger Erwartung“, lautet eine Meldung aus dem Publikum während der Einwohnerfragestunde des Badausschusses am gestrigen Abend im Schützenhaus.

Dipl.-lng. Stefan Kulczak, einer der Geschäftsführer der PST GmbH, gibt Auskunft über den Baufortschritt anhand der üblichen Präsentation mit vertraglichen Mindestforderungen und deren Erfüllungsstand. Für die nächsten Ausschusssitzungen soll diese Präsentation etwas detaillierter ausfallen, wünschen sich die Mitglieder der unterschiedlichen Fraktionen.

Die Firma PST liefert ihre Berichte bei der zuständigen Stelle im Rathaus ab, prüft nach jeder Rechnungsstellung, ob die berechneten Leistungen auch tatsächlich erbracht, bzw. verbaut sind und wird diese Erkenntnisstände nun auch in vereinfachter Form, heruntergebrochen auf wesentliche Gewerke für die Mitglieder des Ausschusses entsprechend aufarbeiten. Bis dato gibt es von dem Sachverständigen-Team um Herrn Kulczak nichts zu bemängeln. In wöchentlichen Baustellenberichten, zweiwöchentlichen Begehungen mit Protokoll und der zusätzlichen monatlichen Einschätzung eines Experten für Bädertechnik findet seitens PST eine umfangreiche Überwachung statt. „Unsere zuständige Mitarbeiterin der Stadtverwaltung ist wöchentlich, manchmal sogar täglich auf der Baustelle. Auch ich mache mir regelmäßig ein Bild von den Fortschritten“, erklärt Saß.

Das Richtfest für den zusätzlichen Anbau wird bereits am 10. März stattfinden und sobald die Tage wieder länger werden, wird es auch eine Besichtigung der Baustelle mit dem Badausschuss geben, bei dem sich alle einen eigenen Eindruck verschaffen können. Bisher habe die schauer & co. rund 9,5 Millionen Euro in den Bau investiert, von Seiten der Stadt sind bis dato rund sieben Millionen geflossen.

Von einer Seesauna wird im Frühjahr jedoch noch nichts zu sehen sein. „Wir haben die Unterlagen minutiös und unter konstruktiver Zusammenarbeit mit der Unteren Natuschutz- und der Unteren Wasserbehörde abgestimmt, um eine höchstmögliche Sicherheit bei der Genehmigung des Antrages abzusichern“, begründet Bürgermeisterin Saß. Die Beobachtungen des Seerosengürtels über mehrere Jahre habe gezeigt, wo sich die Anlage mit einem möglichst geringen Eingreifen in die Natur platzieren ließe. Das Resultat ist sowohl die Ausrichtung des Steges am Ufer, als auch die Zweiteilung der Plattform, derer nun zwei an der Zahl für Saunen und Sonnenplätze geplant sind. Zum Thema Ausgleichsfläche vertritt die Untere Wasserbehörde einen klaren Standpunkt „Ausgleich am Wasser zu schaffen, habe oberste Priorität“, heißt es weiter. Wo und wie diese Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt werden, würde derzeit geprüft.

Schon heute möchte die schauer & co weitere wichtige Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft der Haveltherme legen. Die ursprünglich geplanten Parkplätze möchte der Betreiber durch eine zusätzliche Parkebene erweitern, um somit Plätze für bis zu 500 Fahrzeuge anbieten zu können. Einen entsprechenden Entwurf stellte die Verwaltung im Bad-Ausschuss vor, entsprechende Vorbereitungen zur Antragsstellung werden folgen, um den Bebauungsplan entsprechend zu ändern.

Auch das Thema Mitarbeiter-Gewinnung wird von Tag zu Tag präsenter. Bereits am 27. März ab 19 Uhr findet die erste Recruiting-Night auf der Baustelle statt, bei der sich Interessierte über die unterschiedlichen Job-Bereiche, die rund 120 Vollzeit-Stellen ergeben werden, informieren können. Eine Anmeldung hierfür ist nicht notwendig. Um den Arbeitsplatz noch attraktiver zu machen und um potenziellen Mitarbeitern, die nicht aus der näheren Umgebung stammen einen Anreiz zu bieten, möchte die schauer. & co auf einem dem Thermengrundstück zugehörigen Flurstück an der Hafenpromenade Wohnbebauung realisieren, die dann unter anderem den Thermen-Mitarbeitern zur Verfügung stünden. Eine entsprechende Anfrage sei der Stadtverwaltung am Montag zugegangen.

Das Grundstück befindet sich im Besitz der Stadt, ist derzeit im B-Plan zur Nutzung für Betriebe der Beherbergungs-, Schank- und Speisewirtschaft vorgesehen. Eine entsprechende Umnutzung müsste also beantragt und von den Stadtverordneten beschlossen werden. Eine erste Visualisierung zeigt einen L-förmigen Bau sowie einen Solitär mit bis zu vier in Treppen angelegten Geschossen, der auf dem Flurstück zwischen Blockheizkraftwerk und Therme entstehen könnte. Der komplette Entwurf ist auf der Webseite der Stadt einzusehen.

Derweil geben sich rund 40 Gewerke auf der Baustelle die Klinke in die Hand. Schon bald werden die ersten Saunen und Dampfbäder eingebaut, Fliesen verlegt und des Gebäude bekommt einen neuen Farbanstrich, der das mediterrane Themenflair der Saunenbereiche auf die Fassade zaubert. Mit der Fertigstellung rechne man derzeit im Februar 2021. (wsw)