Glindower Karneval bleibt im Deutschen Haus

Der Verein hat die „Schlüsselgewalt“ für die 65. Saison

Die Karnevalsveranstaltungen des GCC können in der kommenden Saison weiterhin im Deutschen Haus stattfinden.

Werder (Havel) OT Glindow, 24. September 2019 – Der Glindower Carneval Club kann (vorerst) durchatmen: Die Spielstätte des GCC, das Deutsche Haus in Glindow, kann auch in dieser Saison für die Veranstaltungen genutzt werden.

„Wir haben vom neuen Eigentümer die ‚Schlüsselgewalt‘ für zumindest ein Jahr bekommen“, so GCC-Präsident Christian Buge. In der vergangenen Saison lautete das Motto noch: „Im Deutschen Haus schaltet der GCC die Lichter aus.“ Die 151 Karnevalisten des Vereins hoffen natürlich auf wenigstens eine weitere Saison – immerhin die dann 66. in der Vereinsgeschichte – und darauf aufbauend auf eine gesicherte Zukunft. „Wir haben 64 Kinder und Jugendliche, die aktiv in den Garden tanzen und seit Jahren viele sehr gute Platzierungen bei Meisterschaften holen“, informiert Buge.

Die Firmengruppe des Wandlitzer Projektentwicklers Stephan Skalda ist der neue Besitzer des Areals im Herzen des größten Ortsteiles der Stadt Werder (Havel). Skalda baut u.a. den neuen Rewe-Markt in Geltow. Die Schoonhoven-Gruppe, die das Haus Anfang 2017 erwarb und den Umbau des Gasthofes mit dem einzigen Saal in Glindow zu Wohnungen und Gewerbeeinheiten plante, hat sich wieder von dem Objekt getrennt. Der Schoonhoven-Gruppe gehören u.a. der Frucht-Express, Havelfrucht und Werder Frucht.

Der Glindower Carneval Club durfte seine Spielstätte auch nach dem Verkauf an die Schoonhoven-Gruppe weiter nutzen – per Pachtvertrag bis März 2019. Im Februar wurde bekannt, dass es erst nach dem Rosenmontagsball weitere Gespräche über die künftige Nutzung geben soll.

Christian Buge berichtet von einem Gespräch mit dem 1. Beigeordneten der Stadt Werder (Havel), Christian Große, und Glindows Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm, in dem sie von dem Verkauf erfuhren. Dem Vize-Bürgermeister, der u.a. für Wirtschaftsförderung, Marketing, Tourismus und Kultur zuständig ist, ist das Saal-Problem bekannt. „Wir werden eine Lösung finden“, zitiert Christian Buge den 1. Beigeordneten. Und auch Sigmar Wilhelm war es, der gemeinsam mit den Karnevalisten seit Jahren auf die Wichtigkeit dieser Örtlichkeit als gesellschaftliche und kulturelle Begegnungsstätte in Glindow hingewiesen hatte.

Glindow hat wie andere Ortsteile der Blütenstadt kein Gemeindezentrum, selbst das neu errichtete Vereinsheim des Fußballvereins würde platzmäßig nicht ausreichen.
Und es gehe ja nicht nur um die Karnevalisten, die als großer Verein die Räumlichkeiten brauchen. Für Public Viewing, das Oktoberfest oder den Weihnachtsmarkt gibt es keinen entsprechenden Veranstaltungsraum in Glindow.

Allein bei den acht Karnevalsveranstaltungen gab es insgesamt rund 1400 Gäste.
„Auch die Anfragen flattern wieder herein“, berichtet Buge, der dem Verein seit Mai 2009 als Präsident vorsteht. Das Puppentheater, das im vergangenen Jahr erfolgreich Vorstellungen gegeben hatte, würde gern wieder hier spielen. Auch das inzwischen berühmte Glindower Wandertheater Ton und Kirschen würde gern im Saal proben und auftreten. Sogar für Sportkurse gab es Anfragen vom Landkreis, ebenso würden die Kleintierzüchter gern wieder ihre jährlichen Ausstellungen ausrichten. Auch die Vereine des Ortes, die „Klangkirschen“ oder der Gemischte Chor – allesamt wichtig für den Zusammenhalt im Ort, suchen händeringend Räumlichkeiten. „Außerdem gibt es sehr viele Anfragen für private Feiern. Es geht doch nicht nur um den Karneval“, stellen Buge und Willmann fest. Zudem gäbe es auch eine Zukunft für das jährliche „Kirsch- und Ziegelfest“, das jeweils eigens aufgebaute Festzelt am Jahnufer sei zwar gut besucht, hätte aber auch Probleme mit der Lautstärke.

Nach dem Gespräch mit Christian Große und Sigmar Wilhelm nahmen Christian Buge und der Vizepräsident des GCC Detlev Willmann Kontakt zur Firmengruppe Skalda auf.
„In der jetzigen Planungsphase hat der neue Eigentümer kein Problem damit, dass wir das Haus in altbewährter Manier weiter nutzen“, so Buge. Denn erst im Spätherbst will die Skalda-Gruppe dem Ortsbeirat sein Projekt vorstellen.

Freuen konnte sich der Verein über eine Spende in Höhe von 500 Euro von der TEG. Mit dieser Summe von der Glindower Tiefbau- und Erschließungs-GmbH können beispielsweise Mischbatterien, Trapse oder Waschbecken gekauft werden. Die Partnerschaft mit dem Colonialcafé Werder für die Veranstaltungen im Deutschen Haus sei segensreich, stellen der Präsident und sein Vize fest. „Eine kleine Karte, gute Getränke – das läuft“. Die Miete und die Betriebskosten für das Haus müssen erwirtschaftet werden, da auch Training und Proben im Deutschen Haus stattfinden.

Alle Informationen und Termine der kommenden Veranstaltungen gibt es auf www.gcc-helau.de. Die „Weiberfastnacht“-Veranstaltungen sind bereits ausverkauft. (IG RoMo, wsw)

Detlev Willmann und Christian Buge