Große Überraschung auf zwei Rädern

Was für ein Geschenk und eine tolle Überraschung für den scheidenden Kreisbrandmeister. Foto (3): Landratsamt Potsdam-Mittelmark

Bad Belzig, 28. Februar 2018 – Seit Ende Februar 2018 kann Herbert Baier seinen Ruhestand genießen. Im Brücker Schützenhaus wurde er von Landrat Wolfgang Blasig und seiner Fachbereichsleiterin Debra Reußner aus dem Angestelltenverhältnis und aus dem Ehrenamt des Kreisbrandmeisters des Landkreises Potsdam-Mittelmark entlassen.

Der Saal war gefüllt mit vielen blauen Feuerwehruniformen, denn aus allen Teilen des Landkreises, aus dem Land Brandenburg und weiteren Feuerwehreinrichtungen waren Kameraden gekommen, um Herbert Baier zünftig zu verabschieden. Einst im Tanklager Medewitz  beschäftigt, begann seine Feuerwehrlaufbahn im ehemaligen Landkreis Belzig, wo er von 1992 bis 1994 bereits stellvertretender Kreisbrandmeister war.

Nach Gründung des Landkreises Potsdam-Mittelmark wurde Herbert Baier als stellvertretender Kreisbrandmeister im Ehrenamt bestellt.

1997 waren seine Kenntnisse und Befähigungen im Bereich der Freiwilligen Feuerwehren ausschlaggebend für die Anstellung in der Kreisverwaltung im Amt 32 als Mitarbeiter für den abwehrenden Brandschutz. Die Verwaltungsausbildung holte er nebenberuflich nach.

Seine Arbeit im Ehrenamt fand große Anerkennung, sodass er im Jahr 2000 auf weitere sechs Jahre als stellvertretender Kreisbrandmeister bestellt wurde. Nur zwei Jahre später votierten die Wehrführer, Herbert Baier zum Kreisbrandmeister zu ernennen, da sein Vorgänger Wilke viel zu früh verstarb.

Drei Ernennungszeiträume hat Herbert Baier dieses Amt mit großem Engagement ausgefüllt und hat in dieser Zeit viel erlebt, vorangebracht, gestaltet, geordnet, verändert, gelernt, mitgemacht, ertragen und geduldet.
Unter anderem den Umzug der Verwaltung von Brandenburg nach Werder (Havel), die Umorganisation des Amtes 32 in den Fachbereich 2, die Planung und Errichtung, Bewirtschaftung und Nutzung des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Beelitz-Heilstätten sowie dessen Interimsleitung, die Förderung der Gefahrenabwehr im Landkreis aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz, die Leitung der Kreisfeuerwehrschule, weitere Strukturänderung des Fachdienstes, den Generationswechsel bei engsten Partnern und den Amts- Gemeinde- und Stadtwehrführern, die Installierung der einzigen kreislichen Höhenrettungstruppe im Land Brandenburg, die Einrichtung der Stützpunktfeuerwehren, die Schaffung des Ausbildungsparcours am FTZ, die Schaffung der Regionalleitstelle für den Brand-, Katastrophenschutz und das Rettungswesen gemeinsame mit der Stadt Brandenburg an der Havel, die Mitwirkung bei der Weiterentwicklung des Feuerwehrwesens auf Landesebene, die Vorbereitung und Einführung des digitalen Sprechfunks, die Begleitung von großen Einsätzen im Aufgabenportfolio des Landkreises und zuletzt leider auch den Verlust von Kameraden bei ihrem Einsatz für das Gemeinwohl.

Herbert Baier hat es immer als seine Aufgabe verstanden, jungen Menschen, die sich diesem Ehrenamt widmen, das Bestmögliche mit auf den Weg zu geben. Jeder, der in den aktiven Einsatz zur Gefahrenabwehr geht, muss durch eine fundierte Ausbildung umfänglich gerüstet sein – das war und ist seine Grundhaltung. Inzwischen haben davon Generationen von Feuerwehrangehörigen profitiert.
Notwendig waren dabei seine Überzeugungsarbeit, das Einreißen mancher Mauer und die Mobilisierung von Mitstreitern. Ganz zu schweigen von dem zeitlichen, sächlichen und menschlichen Aufwand, der damit verbunden war. Die Grenze der Aufgabenerledigung im Arbeitsverhältnis und der Einsatz im Ehrenamt waren fließend und sind Anstoß und Veranlassung den zukünftigen Kreisrandmeister hauptamtlich beim Landkreis zu beschäftigen.

Der Nachfolger von Herbert Baier wird laut Aussage des Landrates bildlich gesprochen, große Fußstapfen vorfinden, denn wie kein anderer hat Herbert Baier die Entwicklung dieses Landkreises im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes geprägt. Zum Schluss wünschte Landrat Blasig sowie alle im Saal Anwesenden dem Senior für die Zukunft das Beste bei guter Gesundheit und viel Zeit für die Erfüllung all der Wünsche, die der ehemalige Kreisbrandmeister in den vergangenen Jahren möglicher Weise hinten angestellt hat.

Zum Schluss kam dann die Überraschung. Alle Wegbegleiter hatten sich gemeinschaftlich beteiligt, um den Wunsch von Herbert Baier für freie Mobilität auf zwei Rädern wahr werden zu lassen. (pm/wsw)