Großes Jubiläum leider ohne große Feier

Werder (Havel), 10. Juli 2020 – Es hätte ein rauschendes Fest werden sollen: Morgen wird der Werderaner FC 100 Jahre alt und das sollte natürlich ausgiebig gefeiert werden. Im Jubiläumsjahr waren allerlei tolle Aktionen geplant, die coronabedingt leider ausgefallen sind: Ein Jugendturnier, das Spiel gegen den Bundesligisten Hertha BSC, ein Männerturnier mit vielen ehemaligen Spielern und am 11. Juli 2020, dem Gründungstag des Werderaner FC, wollte man gemeinsam mit den Sponsoren, Ehrenmitgliedern, ehemaligen und heutigen Trainern bzw. Vorstandsmitgliedern den Tag nutzen, um über die alten Zeiten der BSG Einheit Werder und des Werderaner FC 1920 e.V. fachzusimpeln.

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Der 100. Geburtstag wird einfach im nächsten Jahr nachgefeiert! Und da seit einiger Zeit wieder Freundschaftsspiele ausgetragen werden dürfen und die 1. Männer am Donnerstagabend in das Training für die Saison 2020/2021 eingestiegen sind, wird morgen natürlich trotzdem gekickt. Am Gründungstag wird die 1. Männer gegen den Oberligisten SC Staaken auf dem Arno-Franz Sportplatz kicken. Spielbeginn ist bereits um 13 Uhr. Die festliche Geburtstagsstimmung wird sicherlich auch ohne große Fete auf dem Platz zu spüren sein.

“Der Werderaner FC möchte sich recht herzlich bei allen Vereinsmitgliedern, den Eltern, allen Fans, den Verantwortlichen der Stadt und natürlich bei den Sponsoren bedanken, die den Verein seit so vielen Jahren unterstützen. Wir sagen Danke und verneigen uns vor dem Geleisteten!”, so Klaus-Dieter Bartsch stellvertretend für den ganzen Verein.

Grußwort der Bürgermeisterin

Bürgermeisterin Manuela Saß hat zum 100. Geburtstag des Vereins natürlich auch ein paar Worte vorbereitet, die auch ohne große Feier Beachtung finden:

Hinter einem Fußballverein wie dem Werderaner FC Viktoria steckt eine gewaltiger Apparat: Der Trainings-und Spielbetrieb von 13 Mannschaften ist aufrecht zu erhalten. Dazu benötigt man gute Spieler, Trainer und Betreuer, Schiedsrichter, engagierte Eltern und Familienmitglieder.

Man benötigt ein starkes Führungsteam, das den Laden zusammenhält, treue Sponsoren und natürlich lautstarke Fans. Man benötigt eine Infrastruktur und den gemeinsamen Willen, sie zu erhalten und zu pflegen. Manchmal ist auch gutes Wetter ganz hilfreich.

Damit die Maschine 100 Jahre läuft, benötigt es dann auch noch Kraftstoff im Tank. Beim Werderaner Viktoria heißt dieser Kraftstoff Team- und Kampfgeist, Zusammenhalt und Fairness, Engagement und Heimatliebe. Und ein grünweißes Herz. Von Kindesbeinen an kann man bei Viktoria lernen, was es heißt, ein waschechter Werderaner Kicker zu sein, Siege zu feiern und aus Niederlagen zu lernen.

Das geht schon so seit einer ganzen Weile: Am 11. Juli 1920 wurde in Werder (Havel) die Abteilung Fußball vom „BSC Viktoria 1889“ gegründet, die Geburtsstunde des Vereins. Schon in den Anfangsjahren gab es sechs Fußballmannschaften im Wettkampfbetrieb, vier davon für Kinder und Jugendliche.

Nach den Kriegsjahren nahmen Sportkameraden schon 1945 auf der ehemaligen „Schützenwiese“, dem Standort des heutigen Arno-Franz-Sportplatzes, den Übungsbetrieb wieder auf. Bald sollte auch wieder der Kinder- und Jugendbetrieb ein wichtiger Teil des Vereinsalltags sein.

Nach mehreren Namensänderungen und der Aufnahme in die BSG Einheit Werder wurde Viktoria 1990 wieder zum eigenständigen Verein. Heute ist er mit 500 Mitgliedern der größte Verein in Werder (Havel) und spielt eine herausragende Rolle im Sport- und Freizeitleben und bei der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt. Die Hälfte der Mannschaften ist Fußballernachwuchs.

Viktoria hat einen beachtlichen Leistungskader. Für Nachschub für die  1. Männermannschaft, die seit Jahren erfolgreich in der 1. Brandenburgliga spielt, ist auch aus der Heimatstadt immer gesorgt. Zugleich hat der Verein mit Klaus-Dieter Bartsch seit mehr als einem Vierteljahrhundert einen Präsidenten, der für seinen Verein lebt und wirkt wie kein anderer. Und der zum Jahreswechsel wieder ein Frauenteam auf die Beine gestellt hat, das leider etwas ausgebremst wurde.

Die Corona-Pandemie hat uns in den vergangenen Monaten bitter vor Augen geführt, was uns fehlt, wenn Viktoria nicht mehr auf den Rasen darf. Umso mehr wünsche ich allen Vereinsmitgliedern, dass wieder unbeschwert auf den Werderwiesen und auch im Spielbetrieb auf den Plätzen der anderen Vereine gekickt werden kann.    

Zum 100. Geburtstag möchte ich dem FC Viktoria 1920 ganz herzlich gratulieren und „weiter so“ sagen. Auch ohne Jubiläumsempfang möchte ich mich für das 100-jährige sportliche Engagement, die sportlichen Leistungen und die ehrenamtliche Arbeit vor und hinter den Kulissen ganz herzlich bedanken.

Ich wünsche Ihnen und Euch, dass immer reichlich Kraftstoff im Tank ist!

Manuela Saß, Bürgermeisterin