Guter Start für neue E-Buslinie E30

Die neue E-Buslinie E30 wurde schon in der ersten Woche besser angenommen als der 630.

Werder (Havel), 23. Juni 2020 – Auf der Inselstadt verkehrt seit dem 2. Juni ein Elektrobus. Die Idee zu diesem Vorhaben entstand aus der Evaluation des powerbus-Projektes. Einerseits sollte die Werderaner Insel als Kleinod der Stadt weiter per ÖPNV erschlossen werden. Andererseits bot sich die zur Diskussion stehende Strecke durch die kleinen Straßen der Altstadt Werders für den Einsatz eines elektrisch betriebenen Kleinbusses förmlich an. Störender Lärm und Emissionen werden vermieden, schmalere Straßen können eingebunden werden.

Mit dem Start der neuen Linie wurde der Haltepunkt des 630 auf der Insel abgeschafft. Der Bus 630 hatte nur einen Halt auf Inselstadt. Die Behinderungen und Verspätungen der großen Busse der Linie 630 führten immer wieder zu Problemen. Im Schnitt wurde er von sechs Fahrgästen pro Tag genutzt. Bereits nach einer Woche lag die Nutzung des E30 deutlich darüber.

Der Kleinbus hält an fünf zusätzlichen Haltestellen. Er fährt halbstündlich statt bisher nur stündlich und dies auch samstags. Man kann also sagen, dass für den bisherigen Bedarf von durchschnittlich sechs Nutzern pro Tag ein Angebot von 90 Plätzen pro Tag bereitgestellt wird. Somit handelt es sich um eine deutliche Verbesserung des ÖPNV-Angebotes für die Insulaner.

Um die Bedürfnisse der Kunden zu erfahren, erfolgte Ende 2018/Anfang 2019 eine umfangreiche Fahrgastbefragung beim powerbus, wo auch über mehrere Tage hinweg 27 Interviews mit Fahrgästen geführt wurden, die ihre Fahrt auf der Insel begonnen oder beendet hatten. Hierbei wurde unter anderem auch nach der gewünschten Umsteigezeit zwischen zwei Linien gefragt. Der Mittelwert lag hier bei neun Minuten gewünschter Umsteigezeit. Des Weiteren wurde festgestellt, dass je 40 Prozent der Fahrgäste von der Insel als Ziel den Bahnhof und den Werderpark angegeben haben, die restlichen Fahrgäste andere Ziele wie zum Beispiel die Post.

Fahrgäste von der Insel können den Werderpark neben der Haltestelle Werderpark der Linie 630 auch über die Haltestelle Strengbrücke (Linien 580, 607, 631) erreichen. Alle Geschäfte des Werderparks liegen im laut Nahverkehrsplan zulässigen Einzugsbereich von 500 Metern. An der Haltestelle Post besteht die Möglichkeit zum Umstieg in eine Vielzahl von regiobus-Linien. Als Zubringer zur E30 fungieren die Linien 631 vom Bahnhof (10 min Umsteigezeit), 631 aus Potsdam und von der Strengbrücke (Werderpark) (14 min), 633 von Bliesendorf (8 min), 633/641 vom Bahnhof (11 min), 641 von Beelitz (8 min). 

Als Abbringer der E30 fungieren die Linien 631 zum Bahnhof (5 min Umsteigezeit), 631 nach Potsdam und zur Strengbrücke (Werderpark) (11 min), 633 nach Bliesendorf (8 min), 633/641 zum Bahnhof (11 min), 641 nach Beelitz (8 min). Aufgrund des Rundkurses hängen Abfahrtszeit und Ankunftszeit des Busses zusammen, so dass die Umsteigezeiten zur E30 und von der E30 gleichmäßig aufgeteilt wurden.

Für viele auf der Insel lebende Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, ist der E30 laut regiobus eine Verbesserung, weil er erstmals alle Bereiche der Insel erschließt und nicht nur den Marktplatz anfährt. Bisher war es vielen mobilitätseingeschränkten Personen aufgrund der Entfernung bis zur Haltestelle „Am Markt“ gar nicht möglich, den ÖPNV zu benutzen. Jetzt ist dies aber machbar aufgrund der deutlich kürzeren Wege zu den neuen Haltestellen. Erfahrungsgemäß ist der Einstieg in einen E-Vito auch bequemer als in einen Pkw, wie beispielsweise ein Taxi.

Selbst einfaches Gepäck kann man transportieren, da der E-Vito über ein Gepäckabteil verfügt, in welches auch Einkäufe passen. „Für große Kinderwagen reicht der Platz bei voller Besetzung leider nicht. Wenn die hintere Sitzbank aber nicht belegt ist, kann zusätzlicher Raum durch Verschieben der Sitze gewonnen werden. Der Fahrer ist entsprechend geschult und wird hier kundenorientiert eingreifen“, so regiobus. (a.l.)