Herzlichen Glückwunsch: Goldener Meisterbrief für Horst Joppe!

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, Ralph Bührig, übergibt Fleischermeister Horst Joppe den Goldenen Meisterbrief., Foto: wsw

Werder (Havel) OT Glindow, 17. Juni 2020 – Am 15. Juni feierte Horst Joppe sein 50. Meisterjubiläum. In dritter Generation lebt die Fleischerei Joppe in Werder (Havel) und Umgebung ihr Fleischerhandwerk. 

Im Februar 1952 sind die Eltern von Horst Joppe nach Glindow gekommen und haben in der Dr.-Külz-Straße eine kleine Fleischerei übernommen. Die Zeit in der ehemaligen DDR war keine einfache. Werder (Havel) sollte die erste sozialistische Stadt ohne Handwerksbetriebe werden. Die Joppes bekamen dann jedoch einen Tipp von einer höheren Stelle, wie sie sich dennoch selbstständig machen konnten. Hierfür mussten sie in die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands eintreten. 

Nach der Wende sah sich die Fleischerei Joppe mit neuen Problemen konfrontiert. “Wir wurden ins kalte Wasser geworfen”, erinnert sich Horst Joppe. “Die meisten Menschen griffen in dieser Zeit eher auf die abgepackte Wurst im Supermarktregal zurück.” 

Zu dieser Zeit hatte Horst Joppe die Fleischerei seiner Eltern bereits übernommen. 1970 machte er seinen Meister und übernahm zwei Jahre später die Geschicke des elterlichen Handwerksbetriebes. 

Nach seiner Ausbildung in der Fleischerei Riek musste er nach mehreren Lehrgängen zu seiner Meisterprüfung auf einem Schlachthof in Luckenwalde ein Rind zerlegen und Grillwurst herstellen. “Ich erinnere mich noch sehr gut an die große Feier nach der Meisterprüfung”, schmunzelt Horst Joppe. “Wir haben mit Pauken und Trompeten im Haus des Handwerks gefeiert und feucht fröhlich bis in die Morgenstunden getanzt.”

Anfang der 1990er Jahre war die Fleischerei Joppe auf vielen Märkten in der Region unterwegs, um ihre Fleischprodukte an den Mann und die Frau zu bringen. Der Frischemarkt auf dem Strengfeld war zu der Zeit noch ganz klein und ähnelte einem Acker. Doch die Präsenz der Joppes zahlte sich aus: Vor allem viele Westberliner freuten sich über die frische Wurst – Es war schon damals für jeden Geschmack etwas dabei. 

Heute hat sich das Berufsbild des Fleischers im Vergleich zu früher geändert. Fleischer zu sein, bedeutet nicht mehr einfach nur, ein Tier zu zerlegen und weiterzuarbeiten. Heute gehören auch die gastronomische Arbeit, der Partyservice, das Show-Kochen und Fleischseminare zum Beruf mit dazu. 

“Wir sind natürlich, wie viele andere Handwerksbetriebe auch, immer auf der Suche nach engagierten Azubis”, so Horst Joppe. Für das kommende Lehrjahr sind noch 800 Stellen frei. Infos über die freien Stellen gibt es in Potsdam bei der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Potsdam. 

Horst Joppe bildete selbst zehn Auszubildende erfolgreich in seiner Fleischerei aus. Im Jahr 2004 hat er seinen Posten des Geschäftsführers an seinen Sohn Andreas weitergegeben, welcher die Ausbildung seit 2004 fortführt. Fleischermeister Horst Joppe war in all den Jahren nicht nur als Unternehmer aktiv, er engagierte sich auch ehrenamtlich. Zu DDR-Zeiten wirkte er in der Innung im Meisterprüfungs- und Gesellenausschuss mit. Viele Jahre war er zudem stellvertretender Obermeister. (wsw)