Im Doppelvierer zur Goldmedaille

Michael Wolter ist nicht nur erfolgreicher Europameister im Rudern, sondern auch unglaublich sympathisch!

Jung, sportlich und erfolgreich: Michael Wolter ist Europameister im Rudern

Werder (Havel), 30. August 2018 – Sportlich mit dem Fahrrad kam Michael Wolter zu unserem Gespräch angeradelt. Der junge, hochgewachsene Mann ist frischgebackener Europameister im Rudern und kam direkt von seiner Arbeit bei der Prognos Energy GmbH aus Potsdam nach Werder geflitzt, um uns Rede und Antwort zu stehen.
Michael, von seinen Freunden Micha genannt, wurde am 4. Oktober 1989 in Potsdam geboren und lebte dort, bis er mit 12 Jahren mit seiner Familie nach Glindow zog. Jetzt wohnt er wieder in der Landeshauptstadt, in Potsdam Bornstedt.
Die sechste Klasse absolvierte er an der Glindower Grundschule und im Anschluss wechselte er an die Carl-von-Ossietzky Oberschule in Werder (Havel). Sein Abitur machte Michael am Ernst-Haeckel-Gymnasium. Mit 14 Jahren wurde er in der Schule angesprochen, ob er nicht Lust hätte, sich einmal im Rudern zu versuchen. Schon damals überragte der hochgewachsene Junge seine Mitschüler und hatte somit die perfekte Statur für den Wassersport. „Ich habe es einmal probiert und sofort Feuer gefangen“, beschreibt Michael seine Anfänge im Ruder-Klub Werder (Havel). „Als Anfänger fährt man meist hinterher, weil man natürlich zu Beginn noch mit altem Equipment auf dem Wasser unterwegs ist.“ Die umgangssprachlich häufig als „Ruder“ bezeichneten Skulls waren zu Michaels Anfangszeiten noch aus Holz, heute benutzt er natürlich leichte Skulls aus Kohlefaser. Sein erstes Rennen bestritt der sympathische Sportler drei Jahre nach seinem Ruderbeginn im Doppelzweier bei der beliebten Werder-Regatta. “Wir haben mit unserer Ausrüstung zwar für einige Lacher gesorgt, aber Letzte sind wir trotzdem nicht geworden“, erinnert sich Michael schmunzelnd.

Von Skullen und Riemen

Grundsätzlich wird beim Rudern zwischen Skullen (engl. sculling) und Riemenrudern (engl. rowing) unterschieden. Beim Skullen hält ein Ruderer in jeder Hand jeweils ein Skull. Beim Riemenrudern hingegen hält der Ruderer einen Riemen mit beiden Händen, der entweder Backbord oder Steuerbord in das Wasser taucht. (Quelle: Wikipedia)

Während seiner Schulzeit verbrachte das engagierte Ruder-Klub-Mitglied den Großteil seiner Freizeit auf dem Vereinsgelände auf der Insel bzw. auf dem Wasser. Sechsmal die Woche stand Training auf Michaels Programm, heute sind es „nur“ noch drei Mal: „Die Trainingszeiten sind relativ flexibel. Ich habe den Bootshausschlüssel und kann mit meinem eigenen Boot aufs Wasser, wann ich die Zeit dafür finde. Ich muss mich lediglich im Computer registrieren, sodass ersichtlich ist, wer wann auf dem Wasser ist.“ Im Training legt Michael eine Strecke von 12 Kilometern in anderthalb Stunden zurück. „Wir sind die schnellsten auf dem Wasser, von den Motor- und Segelbooten einmal abgesehen“, erzählt der Ruderer lächelnd. Überhaupt lächelte Michael während des Gesprächs eigentlich die ganze Zeit und begeisterte uns mit seiner freundlichen Art.
Auf die Frage nach seinem sportlichsten Erfolg antwortete der 28-Jährige: „Vom 26. bis 29. Juli fand in München die Euro Masters Regatta 2018 statt, bei der wir im Doppelvierer den ersten Platz belegt haben. Die Euro Masters sind die Europameisterschaft für alle Ruderer über 27. Meine Mannschaft war eine Rudergemeinschaft mit Sportlern aus Neuruppin, Brandenburg, Berlin und Werder. Unser ältester Ruderer war Jahrgang 1969. Wir haben im Vorfeld nur zweimal trainiert und sind trotzdem als erste durchs Ziel gefahren. Das war einfach toll!“
Sportlich möchte sich Michael in Zukunft etwas zurücknehmen, doch ein großes Ziel hat er noch: „Im September 2019 findet die World Rowing Masters Regatta in Ungarn statt. Wir treten mit den gleichen Ruderern wie dieses Jahr in München an, die Appartements sind bereits gebucht.“ Vielleicht errudern sich die Vier dann ja auch wieder die Gold-Medaille! Wir drücken jedenfalls ganz fest die Daumen. Zuvor wird Michael natürlich auch noch an der diesjährigen Werderaner Herbstregatta am 8. und 9. September teilnehmen.

Der Doppelvierer auf dem Weg zum Sieg
Geschafft! Nach der Zieleinfahrt ist die Rudergemeinschaft rund um Michael Wolter (2.v.li.) überglücklich
Der siegreiche Doppelvierer mit dem Edelmetall um den Hals, Fotos: Privat

Doch der gebürtige Potsdamer ist nicht nur auf dem Wasser sehr aktiv und erfolgreich. Nach seinem Studium der Meteorologie an der Freien Universität in Berlin fand er bei der Prognos Energy GmbH in Potsdam seine berufliche Erfüllung. „Ich erstelle Energieprognosen für Netzbetreiber im Bereich der Windenergie“, beschreibt Michael seine Tätigkeit. Die Liebe zum Wasser und das große Interesse für den Wind vereint er auch in seinem neuesten Hobby: „Ich habe mit dem Kitesurfen angefangen und immer wenn es meine Zeit und die Windverhältnisse zulassen, treffe ich mich mit Freunden aus der Kitesurf-Szene am Fahrländer See und dann geht es rauf aufs Wasser und ab in die Luft.“ Viel Zeit für Hobbys hat der junge Mann zwar nicht, aber „für ein gutes Foto findet sich trotzdem immer Zeit. Ich fotografiere nämlich auch leidenschaftlich gern“.
Sein größter Traum für die Zukunft ist trotz der Passion für das kühle Nass recht bodenständig: „Ich möchte gerne eine Familie gründen und dann wieder zurück nach Glindow oder Werder kommen.“ Die passende Partnerin hat Michael zwar noch nicht gefunden, aber das wird vermutlich nur noch eine Frage der Zeit sein. Uns bleibt nur noch, diesem sportlichen, sympathischen und fröhlichen jungen Mann von Herzen alles Gute zu wünschen. (wsw)

Michael Wolter, Foto: Privat

Grund zu feiern

Der Ruder-Klub-Werder besteht derzeit aus rund 130 Mitgliedern. Am 8. Dezember feiert der Klub sein 100. Jubiläum. Anlässlich dieses tollen Ereignisses ist eine große Veranstaltung geplant.