In English, please!

Ab dem Schuljahr 2021/2022 ist eine bilinguale Klasse am Ernst-Haeckel-Gymnasium geplant.

Manuela Malon-Willisch und Martin Erdmann, Foto: wsw

Werder (Havel), 11. März 2021 – Neun Stunden Englischunterricht in der Woche – was einigen Schüler*innen wahrscheinlich Schweißperlen auf die Stirn treibt, klingt für andere einfach wonderful! 

Am Ernst-Haeckel-Gymnasium (EHG) in Werder (Havel) wird dies ab dem kommenden Schuljahr Realität werden – natürlich nur für diejenigen Schüler*innen, die das auch möchten. Das Zauberwort heißt hier: Bilingualer Unterricht (BiLi).

Bilingualer Unterricht bedeutet, dass Sachfachunterricht durchgehend in der Fremdsprache Englisch unterrichtet wird – immer nach dem Grundprinzip: so viel Englisch wie möglich und so viel Deutsch wie nötig. 

Bei entsprechender Nachfrage wird das Ernst-Haeckel-Gymnasium ab dem Schuljahr 2021/2022 eine bilinguale Klasse ab Jahrgangsstufe 7 anbieten. Zunächst werden in dieser Klasse die Fächer Biologie und Geschichte auf Englisch unterrichtet. Beide Fächer haben je eine Stunde zusätzlich, das macht drei Stunden Biologie und zwei Stunden Geschichte pro Woche zusätzlich zu den regulären vier Wochenstunden Englisch. 

Für den Wahlpflichtunterricht ab Jahrgangsstufe 9 und 10 können auch Schüler*innen aus nicht bilingualen Klassen Wahlpflichtfächer belegen, die in Englisch unterrichtet werden. 

„Unsere Gesellschaft wird bunter und vielfältiger. Mit dem Angebot des bilingualen Unterrichts bzw. der BiLi-Klasse treffen wir den Nerv der Zeit“, erklärt uns Schulleiter Martin Erdmann im Gespräch. 2018 hat er am EHG die Nachfolge von Jörg Ritter angetreten, und seit 2020 ist Manuela Malon-Willisch die stellvertretende Schulleiterin an seiner Seite.

Gemeinsam haben sie zuvor viele Jahre an einem Gymnasium in Oranienburg Erfahrungen mit bilingualem Unterricht sammeln können. „Einige Schüler*innen haben sich sogar an Englischen Universitäten beworben und wurden auch angenommen“, freut sich Martin Erdmann. 

„Wir haben viele Jahre gemeinsam den bilingualen Unterricht in Oranienburg begleitet und können nur Positives über diese Zeit berichten“, erinnert sich Manuela Malon-Willisch. „Flankierend zu dem englischsprachigen Unterricht haben wir mit den Schülerinnen und Schülern auch Theaterführungen auf Englisch besucht oder Fahrten ins Ausland gemacht. Dies möchten wir auch gerne hier in Werder umsetzen.“ 

Und der Schulleiter ergänzt: „Beim Englischlernen geht es um die Interaktion. Die englische Sprache erhält im Sachunterricht einen ganz anderen Fokus als im reinen Englischunterricht. Unsere BiLi-Schüler*innen lernen in kleinen Gruppen und erhalten auch immer die nötige Zeit, um Vokabeln nachzuschlagen. Doch die Erfahrung zeigt, dass, auch wenn sich die Jugendlichen innerhalb der Gruppen auf Deutsch austauschen dürfen, wählen sie doch recht schnell Englisch für die Verständigung. Sollten Schüler*innen Probleme in den Fächern haben, ist dies irgendwann nicht mehr sprachabhängig.“ 

Das A und O, um für die BiLi-Klasse in Frage zu kommen, ist die Motivation. „Die Schülerinnen und Schüler müssen das wirklich wollen und auch bereit sein, einen Mehraufwand für die sprachliche Arbeit zu leisten“, so Martin Erdmann. In einem persönlichen Gespräch mit den entsprechenden Schüler*innen wird dies vorab ermittelt. 

Übrigens: Auch wenn die Anmeldung für die siebte Klasse schon eingereicht wurde, ist es dennoch möglich, sein Kind noch für die bilinguale Klasse am Ernst-Haeckel-Gymnasium nachzumelden. „Die Eltern können sich einfach telefonisch bei uns melden unter 03327 – 663 43“, erklärt Schulleiter Martin Erdmann. 

„Durch Corona konnten wir unser Konzept für die BiLi-Klasse leider nicht wie sonst üblich auf Informationsveranstaltungen oder beim Tag der offenen Tür vorstellen.“ (wsw)