Ingeborg Lauwaßer plant Buch über „Miss Marple“

Bei einer Lesung im Treffpunkt am Plantagenplatz in Werder (Havel) plauderte die Autorin über ihre erschienenen und geplanten Bücher.

Treffpunkt-Mitarbeiterin Petra Fitz bedankt sich mit Blumen bei der Autorin Ingeborg Lauwaßer (re.). Foto: wsw

Werder (Havel), 7. November 2018 – Kaffee und selbstgebackener Kuchen gehören oft zu den Veranstaltungen im Treffpunkt am Plantagenplatz. Und auch bei der gut besuchten Lesung von Ingeborg Lauwaßer in der vergangenen Woche wird beim Käsekuchen noch angeregt geplaudert, bis die Glindower Autorin und Mitarbeiterin der AWO mit einer kleiner Vorstellung ihrer Person beginnt. Im Jahr 2000 zog sie der Liebe wegen in die Blütenstadt, erzählt sie. Inzwischen sei sie auch verheiratet, mit dem Umzug nach Werder hätte ihr Leben sich „total verändert, ich habe wirklich viel gemacht“, erinnert sich Ingeborg Lauwaßer. „Und ich habe angefangen, Bücher zu schreiben“, lächelt sie in die erwartungsvollen Gesichter der Zuhörerinnen. „Ich hätte nie gedacht, das ich das mal machen werde“.

Aus „Fanras, der Fuchs. Sagenhaftes Werder“ stellte sie an diesem herbstlichen Tag am Plantagenplatz drei kleine Geschichten vor. Das Büchlein ist mit hübschen Zeichnungen versehen, die ihr Mann, der Künstler Karsten Brätz erstellte. „Wir ergänzen uns wunderbar“, sagt sie. „Der eine schreibt, der andere zeichnet. So muss das sein im Leben“.

Auch Märchen beruhten irgendwie immer auf einer Wirklichkeit, stellt sie den Geschichten voran. Die Medien waren „damals“ andere, es gab höchstens eine Zeitung. Das gesprochene Wort in Gesprächen war wichtig. Der Aberglaube war groß, so entstanden auch die Märchen und Sagen. Und so erzählt die erste Geschichte über eine gestohlene Katze in dem kleinen Städtchen Werder. Zu einer Zeit, als manchen Menschen noch von einem Kobold das Essen gebracht wurde …

Mit großem Beifall bedacht wurde die Geschichte, wie das Silberblättchen (Lunaria) entstand. Rund um einen geizigen Obstzüchter von der Insel Werder strickt die Autorin mit ihrer schönen Lesestimme, die nie übertreibt, aber immer pointiert vorträgt, eine  bemerkenswerte lyrische Geschichte aus alter Zeit um einen vergrabenen Schatz aus Silbertalern.

Ingeborg Lauwaßer mag Füchse, gesteht sie den Zuhörerinnen. Und so schrieb sie über „Fanras, den Fuchs“. Auch diese Geschichte spielt in „grauen Zeiten“ in der Blütenstadt, erzählt wird über den Lebensweg eines Fuchses und seiner Familie, der einst aus der Gegend um den Bahnhof in die Gärten der Inselstadt zog.

Zum Abschluss gab es noch eine kleine Geschichte darüber, wie der Maulwurf entstand. Was das mit einem Fleischer aus Werder und einem Pfarrer zu tun hat, kann man in der Geschichte nachlesen. Ebenso die weiteren phantasievollen Geschichten aus der Feder von Ingeborg Lauwaßer.

Angefangen hat ihre schriftstellerische Laufbahn – ihre Bücher verlegt sie selbst – mit dem Büchlein „Die Abenteuer der Zwiesel“. Mit dieser Geschichte hat sie sich mal so richtig einen lange nicht verwundenen Frust von der Seele geschrieben und damit verarbeitet. Illustriert ist dieses Buch von dem Werderaner Grafiker Tino Würfel.

„Mord unterm Kirschbaum“ entstand nach authentischen Kriminalfällen, die sich in Werder tatsächlich ereignet haben. Auf einem Flohmarkt kaufte sie einmal eine Kiste, in der auch alte Zeitungen zu finden war. In denen fand sie entsprechende Polizeimeldungen, recherchierte in Werders Archiv und dachte sich die Geschichte aus.

„Zum Vater Felsch“ berichtet aus dem arbeitsreichen Leben des Werderaner Obstzüchters Wilhelm Felsch nach seinen Tagebuchaufzeichnungen, die Ingeborg Lauwaßer bei ihren Recherchen in den Archiven auch fand. Auf ein gänzlich anderes Gebiet wagte sie sich mit einem Rosenrezepte- und -geschichten-Buch: „Taumond – der Rosenelf“.
„2006 war ein so wunderbares Rosenjahr“, erinnert sie sich. Rosenlikör und Rosenmarmelade machte sie schon immer, die Geschichten und die Fotos kamen dazu.

Der Katzenroman „Artayo“ machte ihr als Katzen-Liebhaberin großen Spaß beim Schreiben, erzählt Ingeborg Lauwaßer. Und dass Katzen in der spannenden Geschichte sprechen können, verwundert den Leser überhaupt nicht. Ein Katzen-Krimi – nicht nur für Liebhaber der Samtpfoten.

„Im Reich des Wolkenreiters“ ist ihr jüngstes Buch. Nach einem Fernsehbericht über die Mongolei mit dem Titel „Das weinende Kamel“ war die Phantasie von Ingeborg Lauwaßer erneut angeregt. In die Rahmenhandlung um einen kleinen blinden Jungen, dem der Wind Märchen aus der Mongolei und vielen fernen Ländern erzählt, webt die Autorin viele kleine Geschichten.

Derzeit arbeite sie an zwei Kochbüchern, gibt sie bei der Lesung noch bekannt. „Natürlich kommt das Obst aus Werder darin vor“, verrät sie. Ein weiteres Buch entstehe gerade über „Miss Marple“. Damit outet sich Ingeborg Lauwaßer als großer Fan britischer Krimis und besonders der britischen Schauspielerin Margaret Rutherford. Auch dieses Buch über das spannende, teilweise dramatische Leben und die Karriere der 1972 verstorbenen Rutherford soll mit Tino Würfel entstehen.

Applaus nach der Lesung, die Treffpunkt-Mitarbeiterin Petra Fitz bedankt sich mit einem Blumenstrauß bei Ingeborg Lauwaßer, und es bleibt auch noch ein bisschen Zeit, den Kaffee auszutrinken.  (wsw)


Informationen und Bezugsmöglichkeiten dieser und weiterer Bücher von Ingeborg Lauwaßer gibt es auf der Internetseite der Havel-Künstler.
Das Programm für die Veranstaltungen im Treffpunkt im November 2018 findet man hier.