INSEK wird zur Abstimmung gestellt

Werder (Havel), 9. Dezember 2020 – 174 Seiten für Werders Zukunft: Der finale Entwurf des Werderaner Stadtentwicklungskonzeptes INSEK wird am Donnerstagabend in Werders Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung gestellt. Nach zwei Jahren gemeinsamer Arbeit der Kommunalpolitik, der Werderaner Bürger und der Stadtverwaltung, externer Fachleute und Träger wurde das informelle Planwerk vom Planungsbüro Complan fertiggestellt.

Bürgermeisterin Manuela Saß bedankt sich bei allen Beteiligten und vor allem bei den Werderaner Bürgern und ehrenamtlichen Kommunalpolitikern für das Engagement und die Sachlichkeit, mit der sie sich in die Erstellung des INSEK eingebracht haben. „In einem intensiven und von Fachleuten begleiteten Arbeitsprozess konnte damit eine gemeinsame Basis für die Stadtentwicklung der nächsten 15 Jahre entwickelt werden.“

Inhaltlich beschreibt das INSEK die Rahmenbedingungen der Stadtentwicklung bis 2035, zeigt kommunale Handlungsfelder der Kernstadt mit ihren acht Ortsteilen auf, benennt Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken. Auf dieser Grundlage werden allgemeine Zielstellungen und schließlich acht zentrale Vorhaben der Stadtentwicklung abgeleitet.

Die zentralen Vorhaben lauten zusammenfassend:

  • Eine gemeinsame Mitte
    Nach dem Abschluss der Sanierung geht es dabei um eine funktionale Stärkung und Belebung und weitere gestalterische Qualifizierung der City. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei der Hartplatz ein.
  • Bahnhofsumfeld mit Zukunft
    Mit dem geplanten Bau der Bahnunterführungen soll die Chance genutzt werden, das Bahnhofsumfeld neu zu ordnen und für alle Verkehrsteilnehmer und Nutzer zukunftsfähig zu gestalten.
  • Entwicklungsschwerpunkt Glindow
    Neben der Kernstadt hat der Ortsteil Glindow wenn auch überschaubare Potenziale zur behutsamen Wohnraumentwicklung. Dabei sollen das Ortsbild und die gewachsene Funktionsmischung bewahrt werden.
  • Wohnen in Werder (Havel)
    Entwicklungsmöglichkeiten bestehen hier meist in der kleinteiligen Verdichtung. Unter anderem wird es darum gehen, den Generationenwandel im Ein- und Zweifamilienhausbestand zu unterstützen.
  • Begegnungsräume für soziale und kulturelle Vielfalt
    Zuvorderst gilt es hier, die Versorgung im Schul- und Kitabereich langfristig zu sichern. Aber auch eine wachsende Nachfrage nach Kultur- und Freizeitangeboten ist zu decken.
  • Stadtgrün mit Qualität
    Grüne Landschaften und Wasser prägen das Stadtgebiet. Es gilt, die Erholungsräume zu erhalten und mit den Anforderungen des Umwelt- und Klimaschutzes sowie eines sanften Tourismus‘ in Einklang zu bringen.
  • Klimakommune Werder
    Klimaschutz und -anpassung werden vor dem Hintergrund der globalen Entwicklung auch weiterhin bei allen kommunalen Maßnahmen als zentrale Aufgabenstellung berücksichtigt.
  • Identität nach innen und außen
    Die Blütenstadt ist bekannt für die historische Altstadt, die Obst- und Weinbautradition, die Havel und Seen. Die Erlebbarkeit, Erreichbarkeit, Vernetzung und Darstellung dieser Besonderheiten soll verbessert werden.

Die Vorhaben sind mit insgesamt 63 Einzelmaßnahmen hinterlegt. An einer „Städtebaulichen Kalkulation“ sind Prioritäten und teilweise auch die Kosten ablesbar.

Nach der Beschlussfassung muss sich die Stadt das INSEK vom Landesamt für Bauen und Verkehr bestätigen lassen, danach wird es nicht in der Schublade verschwinden: Der mit den Stadtgesprächen begonnene Dialogprozess soll bei der Umsetzung fortgesetzt, der Umsetzungsstand jährlich überprüft werden. Den kompletten INSEK-Entwurf kann man hier einsehen. (wh)