Ja, ist denn heut‘ schon Weihnachten?

Am Donnerstag kam der "Weihnachtsmann" in die Tee- und Wärmestube und hatte neben einem Scheck auch einen prächtigen Tannenbaum im Gepäck

Bürgermeisterin Manuela Saß überreicht Martina Müller von der Tee- und Wärmestube einen Scheck in Höhe von 300 Euro, Foto: Klix

Werder (Havel), 16. November 2018 – Am gestrigen Donnerstag wurde in der Tee- und Wärmestube (TWS) in Werder (Havel) Bescherung gefeiert. Bepackt mit einem Weihnachtsbaum, Christbaumschmuck und einem großzügigen Scheck klopfte der Weihnachtsmann in Gestalt von Bürgermeisterin Manuela Saß an die Tür. Seit ihrem Amtsantritt verzichtet die Bürgermeisterin auf das Versenden von Weihnachtskarten und spendet das Geld stattdessen gerne für einen wohltätigen Zweck. Den Scheck in Höhe von 300 Euro nahm Martina Müller von der Tee- und Wärmestube dankend entgegen: „Das Geld ist dafür gedacht, um mit den Kindern und ihren Familien zu basteln. Nicht nur jetzt vor Weihnachten, sondern auch im nächsten Jahr.“

Die Tee- und Wärmestube ist eine Betreuungs- und Beratungseinrichtung der Ernst von Bergmann Sozial gGmbH, die sich seit einigen Jahren auf dem Hinterhof zwischen NKD und der Bäckerei Lenz befindet, und seit 2001 in Werder existiert. Über viele Jahre sind hier neben der als Sozialarbeiterin und Leiterin angestellten Martina Müller auch zahlreiche Helferinnen und Helfer ehrenamtlich tätig. „Das Konzept der Tee- und Wärmestube passt perfekt zu Werder. Wir bieten Hilfesuchenden Menschen nicht nur Essen und einen Ort, an dem sie immer willkommen sind, sondern engagieren uns auch in der allgemeinen Beratung und Eingliederungshilfe. Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe. Besonders stolz sind wir darauf, dass es in Werder zurzeit keine Obdachlosen gibt. Erst kürzlich konnten wir drei Wohnungssuchenden eine Bleibe vermitteln“, erzählt Martina Müller. Man spürt, wie sehr ihr die Arbeit mit ihren Schützlingen am Herzen liegt. Doch auch die Unterstützung von den Werderanern ist groß. „Werder kann wirklich stolz auf seine Einwohner sein. Sie helfen spontan, wenn Not am Mann ist. Das ist wirklich toll“, freut sich die Leiterin der Tee- und Wärmestube. „Auch als Stadt liegt uns die Unterstützung sehr am Herzen“, bemerkt Manuela Saß.
Als letztens das Auto kaputt ging, mit dem Martina Müller täglich zu den Supermärkten in der Region fährt, um Lebensmittelspenden einzusammeln, half die Stadt schnell mit einem Ersatzwagen aus und auch die Reparaturen an dem Tafel-Fahrzeug werden gerne bezahlt.

Viele Familien mit Kindern, aber auch Alleinerziehende und Menschen ohne eine eigene Familie kommen regelmäßig in die Räumlichkeiten in der Eisenbahnstraße 1. „Zu uns kommen Menschen aller Altersgruppen, unser jüngster ‚Besucher‘ ist vier Wochen alt. Besonders die Zahl der Jugendlichen und die der Rentner hat in den vergangenen Jahren zugenommen“, erklärt Martina Müller. Und auch die Geflüchteten werden hier nicht abgewiesen. „Wir reden nicht nur darüber, wir leben Integration. Wir verlieren keine großen Worte, sondern machen einfach.“ Dieses pragmatische und philanthropische Denken sollten sich noch viel mehr Menschen auf die Fahne schreiben.

Am 13. Dezember findet im Gasthaus und Pension „Zum Werderaner“ an der B1 eine Weihnachtsfeier statt. Der Besitzer Bernd Hix hat bereits vor zwei Jahren ein Entenessen für die Besucher der Tee- und Wärmestube veranstaltet und möchte dies in diesem Jahr wiederholen. Es wird ein kleines Programm mit Musik geben, auch für die Kinder. Jeder ist dort willkommen, Martina Müller bittet jedoch darum, sich vorher bei ihr dafür anzumelden.
Eine Woche darauf findet am 21. Dezember das alljährliche Weihnachtsessen in der TWS statt. Seit acht Jahren sponsert der Potsdamer Frauenarzt Dr. med. Mario Hubatsch das besinnliche Beisammensein mit köstlichen Speisen in der Vorweihnachtszeit. Martina Müller liest traditionell eine Weihnachtsgeschichte vor, die Kinder bekommen Geschenke und es werden Weihnachtslieder gesungen. Voranmeldungen nimmt Frau Gabi Baruth bis zum 7. Dezember gerne entgegen.

Und auch jeder einzelne von uns kann ein kleines Weihnachtspaket schnüren. „Wir freuen uns natürlich immer über Spenden. Zurzeit besteht Bedarf an Mützen, Schals und Hosen vor allem für Kinder. Aber auch Bettwäsche, Handtücher, Kinderspielzeug und Bücher werden immer gebraucht“, fasst Martina Müller zusammen. Bis zum Samstag, dem 17. November, kann jeder auch bei Rewe in Glindow noch für 5 Euro eine Spendentüte erwerben, die direkt an die Tee- und Wärmestube weitergereicht wird. „Die Aktion läuft sehr gut. Wir haben schon viele Tüten erhalten“, verrät uns Marktleiter Philipp Fischer.

Beim Aufstellen des Weihnachtsbaumes, der genauso wie die Lichterkette und der Christbaumschmuck eine Spende des Werderaner Tannenhofs war, ist eine kleine Porzellanfigur zu Bruch gegangen. Doch Scherben bringen ja Glück und davon kann man bekanntlich nie genug haben. (wsw)

Weitere Beiträge über die Tee- und Wärmestube

Die Weihnachtsbaum-Saison ist eröffnet

Werder (Havel), 13. November 2018 - Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger hat heute auf dem Werderaner Tannenhof symbolisch den ersten Weihnachtsbaum der Saison geschlagen. Mit...

Mein Werder (102): Angelika Becker

Werder (Havel), 24. Dezember 2017 - Wir können die Augen davor nicht verschließen, dass es auch in unserer Stadt Menschen gibt, die nicht so...

Spende für die Tee- und Wärmestube

Werder (Havel), 17. November 2016 - Auch in diesem Jahr verzichtet Werders Bürgermeisterin Manuela Saß darauf, Weihnachtskarten zu versenden. Die Ersparnisse spendete sie erneut der Tee-...

Frische Äpfel und „Weihnachtsgeld“ für die Tee- und Wärmestube

Werder (Havel), 6. November 2017 - 481 Euro pro Monat. Das ist wahrlich nicht viel Geld. Aber Thomas D. kommt damit zurecht. „Alles, was...