Kita für 200 Kinder in der Adolf-Damaschke-Straße geplant!

Die HGW hat einen Kaufantrag für das Grundstück zwischen Kita Havelzwerge und Rettungswache gestellt. / Geplant ist eine Kita in Modulbauweise.

HGW-Entwurfsplan der Kita, Erdgeschoss

Werder (Havel), 14. Februar 2019 – „Na endlich!“, „Wurde ja auch Zeit!“, „200 Plätze sind viel zu wenig.“, „Nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“, „Ein Verkehrschaos ist vorprogrammiert!“ – So, oder so ähnlich werden wahrscheinlich die Reaktionen auf die Meldung, dass ein Kitaneubau für bis zu 200 Kinder in der Adolf-Damaschke-Straße geplant ist, ausfallen. Wir entscheiden uns für ein einfaches und umso ehrlicheres: „Großartig!“

Für 300 Kinder fehlen im laufenden Kitajahr geeignete Plätze, wie Fachbereichsleiterin Ulrike Paniccia mitteilte. Puh. Das sind unglaublich viele. Die neu geplante Kita direkt gegenüber von der Kita Havelzwerge soll hier Abhilfe schaffen. Bis zu 200 Kinder sollen in dem dreigeschossigen Modulbau Platz finden. Die städtische Grundstücksgesellschaft HGW hat bei der Stadt Werder (Havel) einen Kaufantrag für das entsprechende Grundstück gestellt. Die Stadtverordneten werden im Finanzausschuss am 19. Februar erstmals darüber beraten. Der Kaufpreis für das etwa 6.500 Quadratmeter große Grundstück zwischen Rettungswache und Kita Havelzwerge wird mit 500.000 Euro angegeben. „Nach einer groben Schätzung gehen wir von einem Investitionsvolumen im Bereich von acht Millionen Euro aus“, so HGW-Geschäftsführer Thomas Lück.
Ähnlich wie die 2017 eröffnete Kita Havelzwerge soll auch die neue Kita in Modulbauweise entstehen. Ziel der HGW ist es, schnellstmöglich die Planungen abzuschließen und den Bauantrag zu stellen. „Nach Eintreffen der Baugenehmigung beträgt die Bauzeit etwa ein Jahr“, erklärt Thomas Lück. 

Wer die neue Kita in der Adolf-Damaschke-Straße betreiben wird und ob eine Kooperation mit den Havelzwergen geplant ist, ist noch nicht bekannt. Auf die Frage, ob denn auch genügend Erzieher für eine neue Kindertagesstätte vorhanden sind, antwortet Ulrike Paniccia: „Die Stellenausschreibung für Kitaerzieher/innen läuft permanent. Mittelfristig erhoffen wir uns auch Effekte durch die im Sommer startende Erzieherausbildung am Oberstufenzentrum bei uns in Werder (Havel).“

Und auch bei der geplanten Kita in der Poststraße in Bliesendorf, wir hatten hier darüber berichtet, geht es voran, wie Thomas Lück mitteilte: „Es gibt eine Baugenehmigung. Zum Erlangen der Baufreigabe wird noch ein Löschwasserbrunnen gebohrt. Dies ist zeitnah geplant, sodass eine Fertigstellung der Kita in diesem Jahr möglich erscheint.“ 100 Kinder werden hier zukünftig betreut werden können.

Theoretisch müssten mit den beiden neuen Kitas dann rein rechnerisch alle Werderaner Kinder einen Platz bekommen. Doch es lässt sich einfach unglaublich schwer planen, wer, wann und warum wieviele Kinder bekommt …

Für Eltern, die jetzt gerade sehnsüchtig auf einen Platz für ihren Nachwuchs warten, kommt diese gute Nachricht natürlich zu spät. Dass ausreichend Plätze zu schaffen, in den vergangenen Jahren versäumt wurde – geschenkt! Das ist ärgerlich, aber nun im Nachhinein leider nicht mehr zu ändern. Ein derartiges Wachstum Werders wurde einfach nicht prognostiziert. Jahrelang ging man in den zuständigen Bereichen des Landkreises davon aus, dass Werder, ähnlich wie der Großteil der Brandenburger Orte eher schrumpfe, die Kitabedarfsplanung fiel entsprechend aus.
Wir sind übrigens auch selbst von der angespannten Kitaplatz-Situation betroffen. Jetzt heißt es, nach vorne zu schauen und zu hoffen, dass die geplanten Kitas schnell in Betrieb genommen werden können und sich die Lage für alle Betroffenen wieder entspannt.

Doch was wird eigentlich aus den „wilden“ Parkplätzen in der Adolf-Damaschke-Straße, wenn die geplante Kita steht? „Kitaplätze sind natürlich wichtiger als Parkplätze, aber wir behalten die Parkmöglichkeiten im Blick. Für die Erzieherinnen und Eltern werden die Stellplätze ausreichen, wir werden sogar einige zusätzliche Pendlerparkplätze schaffen. Zur Entlastung der Situation am Bahnhof ist perspektivisch der Bau eines zweiten Parkhauses geplant. Zudem sind mit dem powerbus-Konzept die Busanschlüsse an den Bahnhof vor zwei Jahren optimiert worden“, erklärt Ulrike Paniccia. Prima! Dann gibt es ja diesmal eigentlich nichts mehr zu meckern 🙂 (wsw)

Flurkarte, Luftbild