Kontrolloffensive der Wasserschutzpolizei

Werder (Havel) – 1. Juli 2018 – Drei- bis viermal schneller als erlaubt war am Wochenende ein Jetski-Fahrer auf dem Wasser unterwegs. Der Mann muss mit dem Entzug seiner Fahrerlaubnis rechnen – denn die Polizei hat ihn geschnappt. Zu allem Überfluss hatte er auch noch seinen Sohn mit auf dem Wassermotorrad. Gesichtet wurde er von Polizisten aus der Luft – angehalten wurde er von der Wasserschutzpolizei.

Das ist nur ein Beispiel einer großen Kontrolloffensive der Wasserschutzpolizei der Polizeidirektor West, die am Wochenende durchgeführt wurde. Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West, sagte: „Auch dieses Jahr haben wir uns entschlossen, auf den Wasserstraßen der Polizeidirektion West all diejenigen zu kontrollieren, die in dem Irrglauben unterwegs sind, dass auf dem Wasser keine Regeln und Vorschriften gelten, sondern der Spaß im Vordergrund und die Sicherheit anderer Menschen im Hintergrund stehen. Schwerpunktmäßig werden bei diesen Kontrollen Wassermotorräder im Fokus der Kollegen stehen. Um die Chaoten und potentiellen Raser besser lokalisieren und später antreffen zu können, haben wir Kollegen zu Wasser, auf dem Land, und in der Luft, deren enge Zusammenarbeit im Ergebnis die Sicherheit auf den Wasserwegen erhöhen wird.“

Mit mehreren, teils auch zivilen WSP-Booten, der schwimmenden Leitzentrale WSP 1 sowie zeitweise auch mit einem Polizeihubschrauber und Kollegen an Land auf Motorrädern, kontrollierten die Polizisten insgesamt 48 Wasserfahrzeuge, wovon 12 der Kontrollen Jetski galten. 22 Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden geahndet, wobei 13 Verstöße im Bußgeldbereich lagen und 12 hiervon wiederum Verstöße gegen die Wassermotorräderverordnung darstellten. Am 30. Juni wurde außerdem ein Mann angetroffen, der sein Boot mit 1,43 Promille führte. Er wurde zur Blutprobe an die Kollegen auf dem Land übergeben. Weiterhin konnten die Kollegen des Krad- und Eskortendienstes noch drei Ordnungswidrigkeiten auf der Straße ahnden. In drei Fällen wurde eine Mitteilung zum Ruhen bzw. des Entzuges des Sportbootführerscheines gefertigt.

Ein Jetski verleitet aufgrund der Motorisierung und Wendigkeit zum schnellen und risikoreichen Fahren. Doch das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und die Missachtung der geltenden Vorschriften auf Binnengewässern Brandenburgs ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Bußgeldern von 150 und 250 Euro geahndet werden. Da in der Vergangenheit festgestellt werden musste, dass Jetski auch immer mehr auf Binnengewässern benutzt werden und die Polizeidirektion West tatsächlich ca. 300 Kilometer schiffbare Wasserstraße zu kontrollieren hat, sind die Wassermotorräder ein Themengebiet, welches die Polizei zunehmend beschäftigt.

Auch die in den letzten Jahren merklich zunehmende Anzahl an sogenannten Partyflößen beeinflusst das Einsatzgeschehen von der Wasserschutzpolizei mehr als noch vor einigen Jahren. Da Geräusche auf dem Wasser, wie jeder weiß, sehr gut und über eine große Distanz getragen werden, fühlen sich Menschen, deren Wohnsitz am Wasser liegt, nicht selten gestört. Sollten sich Bürger wegen der Lärmbelästigung beschweren, was zwangsläufig zum polizeilichen Einsatz wegen Ruhestörung führt, ist dieser Einsatz nicht in jedem Fall einfach zu bewältigen, da sich die Verursacher in einer exponierten Position auf dem Wasser befinden, wo man sie kaum oder nur schwer erreichen kann.

Die Wasserschutzpolizei der Polizeidirektion West beabsichtigte durch die Kontrolloffensive am 29. und  30. Juni, das höhere Gefahren- und Belästigungspotenzial der Wassermotorräder aufzuzeigen und bei den Nutzern ein selbstkritisches Verständnis für Ihren fahrbaren Wasseruntersatz  zu erreichen. Denn Jetski können nicht nur sehr laut sein, sondern für Menschen, insbesondere für Schwimmer, Badende, Erholungssuchende aber auch für Flora und Fauna nicht unerhebliche Gefahren sowie Belästigungen erzeugen.

Die Kontrollen sollten auch einen aufklärenden Charakter haben. So hielten die Kollegen auch Fahrer von Wassermotorrädern  an, die sich korrekt verhielten, es wurden hier zum Beispiel Hinweise auf Änderungen in den geltenden Vorschriften gegeben und Fragen beantwortet.

Zur Erklärung: Schnelle Wasserfahrzeuge dürfen nur auf besonders gekennzeichneten und dafür freigegebenen Wasserflächen gefahren werden. Im Land Brandenburg sind bisher keine Wasserflächen (Binnenschifffahrtsstraßen) zum Fahren mit Wassermotorrädern freigegeben. Insofern können die Wassermotorräder nicht wie normale Sportboote betrieben werden, sondern dürfen erst in unmittelbarer Nähe einer freigegebenen Binnenwasserstraße überhaupt ins Wasser gesetzt werden. Das schnelle Fahren auf Wasserskistrecken ist – ohne einen Wasserskiläufer zu ziehen – ebenfalls nicht zulässig. Weiterhin sind grundsätzlich die geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuhalten und lediglich ein Geradauskurs zu fahren. Mehrmalige Hin- und Herfahrten in kurzer Zeit sind ebenfalls nicht zulässig. Bei jeglichen Fahrten darf kein anderer gefährdet, behindert oder über Gebühr belästigt werden. (wsw)