Kulturstart mit Vorträgen und Inselführung

Stadtführerin Jutta Enke führt durch die Geschichte Werders

Stadtführerin Jutta Enke bei der großen Wäsche

Werder (Havel), 2. Juni 2021 – Die Inzidenzzahlen sinken und somit sind auch Kulturveranstaltungen unter besonderen Voraussetzungen wieder erlaubt. Stadtführerin Jutta Enke darf endlich wieder Besucher*innen durch die Geschichte von Werder (Havel) führen. 

So auch am 7. Juni, wenn sich ab 19 Uhr in der Adolf-Damaschke-Straße 60 alles „Rund um die große Wäsche von anno dazumal“ dreht. „Einst bedeutete die ‘Große Wäsche’ eine tagelange Plackerei. Unsere Vorfahren hatten für reine Wäsche wirklich noch tagelang Mühe. Anhand von alten Arbeitsutensilien und aus den Erzählungen einiger Großmütter konnte ich allerlei Interessantes vom Alltagsleben vor 50 und gar vor 100 Jahren in Erfahrung bringen. Als Ü-60 kann ich sogar noch eigene Kindheitserinnerungen an das Einweichen, Vorwaschen und Kochen der Wäsche alle paar Wochen im eingemauerten Kessel in der Waschküche beisteuern“, gibt Jutta Enke einen Ausblick. In diesem Kurs erwartet die Besucher*innen eine „Plauderei rund um die große Wäsche“ in alter Zeit mit vielen Anekdoten, Bildern und Utensilien aus Werderschen Haushalten. Dann soll auch die Geschicklichkeit beim Plätten und Flicken der Tisch-, Bett- und Leibwäsche beleuchtet werden.

Am 20. Juni lädt die Stadtführerin dann ab 11 Uhr zu einem „Inselspaziergang auf den Spuren der werderschen Gartenbautradition“. Treffpunkt ist der Stadtplan vor der Inselbrücke. Dieser besondere Inselspaziergang am Vortag des Sommerbeginns weicht auch mal von der üblichen Runde ab – und führt zum Beispiel entlang der Kleingärten auf historische Spurensuche. Das spezielle Augenmerk liegt auf Erkundungen zur Entwicklung Werders als Gartenbaustandort.

Ausgehend von der Insellage der Stadt sowie den guten Voraussetzungen für frühzeitige Ernten auf dem Sandboden entwickelte man nützliche Verfahren. Während des Spazierganges ergeben sich Blicke über die Havel hinweg auch zum Wildpark und nach Geltow. 

Im Jahre 1878 gründeten aktive Obstzüchter den „Werderschen Obstbauverein“, welcher im Folgejahr unser Baumblütenfest ins Leben rief. Bald entstand die „Werdersche Obst–Züchtergenossenschaft e. GmbH“. Man führte, bei aller Konkurrenz untereinander, doch gemeinsame Winterschulungen durch und gründete 1904 eine Obstbauschule in Werder. Persönlichkeiten wie Wilhelm Ludwig Kassin, Adolf Kärger, Emil Pusch u.v.a.m. prägten den Gartenbau in unserer Stadt und blieben mit ihren Züchtungen unvergesslich. 

Anmeldung erforderlich bei Frau Reinke in der KVHS Werder (Havel) unter 03327 – 55 10 31. Mehr Infos unter www.stadtführung-werder-havel.de (wsw, j.e.)