Landrat Wolfgang Blasig bricht sein Wort

Keine Wohnungsvermietung an Nicht-Flüchtlinge möglich / Dr. Saskia Ludwig und Herman Bobka äußern sich kritisch

Werder (Havel), 8. Februar 2019 – Dass das Verhältnis zwischen dem Landkreis und der Stadt Werder (Havel) angespannt ist, hat man in der Vergangenheit des Öfteren bemerkt. Bezüglich der Gemeinschaftsunterkunft in der Schubertstraße gab es im Vorfeld bereits einige Unstimmigkeiten. Nun haben die letzten Bewohner ihr neues Zuhause bezogen, wir hatten hier darüber berichtet, und in diesem Zusammenhang teilte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) mit, dass sich der ursprünglich angedachte Plan des Landkreises, einige der Wohnungen auch an Nicht-Flüchtlinge zu vermieten, nicht umsetzen ließ, da die Baugenehmigung keine Wohnnutzung zulässt.

Zu den Medienberichten über das Werderaner Flüchtlingsheim erklärt die Kreisvorsitzende Dr. Saskia Ludwig: „Der Wohnungsmarkt in Werder (Havel) ist momentan völlig überlastet und es werden dringend neue Wohnungen benötigt. Trotz gegenteiliger Versprechungen konnte der Landrat Wolfgang Blasig erneut sein Wort nicht halten und die zugesagten Sozialwohnungen zur Verfügung stellen. Mit fadenscheinigen Begründungen und völlig unnötig bricht der Landrat seine auf der Bürgerversammlung auf der Bismarkhöhe und in den letzten beiden Koalitionsrunden gemachten Zusagen. Dies führt dazu, dass die Anwohner das Vertrauen in die von Politikern gemachten Aussagen verlieren. Der Landrat ist in der Pflicht seine Zusagen einzuhalten, denn die Werderaner sind auf den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum angewiesen.“

Der Werderander CDU-Fraktionsvorsitzende Herman Bobka ergänzt: „Gerade die jungen Familien brauchen eine intakte Infrastruktur vor Ort, um sich in Werder (Havel) zu integrieren und Kontakte zu den Einheimischen aufbauen zu können. Hier versagt der Landkreis völlig. Wie soll eine Integration von schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen gelingen, wenn sie jeden Tag nach Brück zur Schule gefahren werden? Um sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, brauchen die Kinder auch in ihrer Freizeit Kontakt zu einheimischen Kindern. Dies ist nur sehr schwer umsetzbar, wenn die Schulfreunde in Brück leben. Auch hat der Landrat zugesagt, einen Spielplatz auf dem Gelände bauen zu lassen und für die Betreuung der unter 6-Jährigen vor Ort zu sorgen. Beides ist bisher nicht umgesetzt worden. Der Landrat muss endlich zu seinem Wort stehen.“ (wsw)

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