Linken-Fraktion legt Konzept zur Gedenk- und Erinnerungskultur vor

Werder (Havel), 5. November 2018 – Zusammenhänge erkennen, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und das Wachhalten von Erinnerungen – zweifellos wichtige Anliegen in der Gesellschaft. Um sich damit in Werder (Havel) intensiv zu beschäftigen, auch, um die Frage zu beantworten, was nicht vergessen werden darf, will die Fraktion Die Linke ein Konzept zur Gedenk- und Erinnerungskultur der Stadt als Antrag in die nächste Stadtverordnetenversammlung einbringen.

Der Beschlussvorschlag für die Sitzung am 13. Dezember 2018 lautet: „Die Stadt Werder (Havel) erarbeitet ein Konzept für eine demokratische Gedenk- und Erinnerungskultur, dass durch ein möglichst breites bürgerschaftliches Engagement getragen wird.
Das Konzept soll Aussagen zu den städtischen Gedenkorten und den offiziellen städtischen Gedenkveranstaltungen sowie zu Kooperation und Koordination mit der Erinnerungskultur von Parteien, Vereinen, Initiativen u.ä. enthalten.
Zur Erarbeitung sollte ein Bürgerbeteiligungsprozess in der Stadt Werder (Havel) gestartet werden und Diskussionen, in deren Ergebnis das Konzept entsteht, durchgeführt werden.“

Die Fraktion begründet ihren Antrag unter anderem damit, dass die Erinnerungskultur zu den Leitbegriffen der Kulturwissenschaft zähle. „Erinnerungskultur kann verstanden werden „als … formaler Oberbegriff für alle denkbaren Formen der bewussten Erinnerung an historische Ereignisse, Persönlichkeiten und Prozesse, seien sie ästhetischer, politischer oder kognitiver Natur“. Träger der Erinnerungskultur könnten Individuen, soziale Gruppen sowie Staat und Nation sein. Die Linke stellt die Frage: „Was dürfen wir nicht vergessen?“ und stellt fest, dass in der Beantwortung die Erinnerungskultur gemeinschaftsstiftend wirkt.
Erinnerungskultur sei demnach nur möglich, wo die Vergangenheit durch Zeugnisse irgendwelcher Art präsent ist und wo diese eine charakteristische Differenz zur Gegenwart aufweist. „Das Konzept zur Erinnerungs- und Gedenkkultur in Werder (Havel) soll dazu beitragen, dass zu wichtigen Gedenktagen und Ereignissen in der Stadt Werder (Havel) Veranstaltungen durchgeführt werden, die das Geschichtsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger weiterbefördern. Formen und Möglichkeiten Gedenken und Erinnerung zu leben, soll im Konzept erarbeitet werden“, so der Fraktionsvorsitzende Peter Hinze. (wsw)