Mehr als 500 Menschen in Werder abgestrichen

Werder (Havel), 16. April 2020 – Nach Angaben des Landkreises Potsdam-Mittelmark wurden inzwischen 86 Einwohner von Werder (Havel) positiv auf den neuartigen Coronavirus getestet, 6 Menschen sind demnach in der Stadt daran verstorben, davon 4 im Seniorenheim „Haus am Zernsee“. In seinem täglichen Lagebericht erklärte das Landratsamt heute, dass die hohen Fallzahlen in Werder (Havel) auch etwas mit der frühzeitigen und konsequenten Arbeit der Anlaufstelle für Atemwegserkrankte zu tun hat.


Dazu Werders Bürgermeisterin Manuela Saß:
„Auch wenn das keine Entwarnung sein kann, begrüße ich, dass der Landkreis die hohen Zahlen der positiv Getesteten in Werder nicht unreflektiert vermittelt. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass die Stadt mit den Hausärzten schnell und zielgerichtet auf die Lage reagiert hat und eine besonders hohe Zahl von Verdachtsfällen getestet wurde. Dabei kann jeder erkannte Fall weitere Ansteckung verhindern.

Die Einschätzung des Landkreises zeigt, dass bei ähnlich vielen Tests in anderen Gemeinden des Landkreises womöglich auch dort höhere Fallzahlen dokumentiert werden müssten. Zugleich bleibt es ein trauriger Fakt, dass auch in zwei Werderaner Seniorenheimen Mitarbeiter und Bewohner infiziert sind und Werder bereits sechs Menschenleben in der Stadt zu beklagen hat.

Gerade im Lichte der angekündigten Lockerungen gilt es weiter, gemeinsam auf Abstand zu bleiben, die Handhygiene, Husten- und Nies-Etikette einzuhalten und im öffentlichen Raum Community-Masken zu tragen.”

Der Glindower Internist Jan Hamann ergänzt im Namen der Ärzte der Anlaufstelle für Atemwegserkrankte in Werder (Havel):
„Die Anlaufstelle in Werder ist am 18. März an den Start gegangen und wurde hervorragend von den Patienten angenommen. Wir haben damit schon sehr früh begonnen, das Infektionsgeschehen in der Region aufzunehmen. Und das jede Woche 20 Stunden, inklusive Karfreitag und Ostermontag. Das ist im Landkreis ein sehr gutes Angebot für eine ja auch vergleichsweise große Region.

Allein in unserer Anlaufstelle war es mit den 16 beteiligten Hausärzten damit möglich, bis heute 326 Verdachtsfälle auf SARS-CoV-2 zu testen. Hinzu kommen mehr als 170 Test in den Seniorenheimen Haus am Zernsee und Blütentraum sowie eine Vielzahl weiterer Abstriche, die von der Ärzteschaft zu Hause bei den Patienten durchgeführt werden mussten.”

(wh)