Mein Werder (117): Matthias Wolter

Wollte als Kind eigentlich Biathlet werden, wurde dann aber Bogenschütze: Matthias Wolter. Alle Fotos: privat

Kurz & knackig

Name: Matthias Wolter
Alter: 48
Wohnort: Werder


Seit wann sind Sie in Werder zu Hause? Mit Unterbrechung seit 1994.
Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben? Ich habe einen Sohn (21) und eine Tochter (17).

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Eine hübsche Kleinstadt mit mediterranen Flair, umgeben von Hügeln und Wasser, unweit der Metropolen Berlin und Potsdam. Und wenn die Therme fertig ist, wird Werder nahezu perfekt sein.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich arbeite in der Rezeption des Blütencampings Riegelspitze. Außerdem führe ich dort unsere Gäste in die Kunst des Bogenschießens ein.

Was würden Sie lieber machen?
Nichts, die Arbeit mit den Menschen macht mir viel Freude.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder? Wo und warum?
Ich bin gern am und auf dem Plessower See unterwegs. Aber bei schönem Wetter auf der Insel spazieren und das besondere Flair genießen hat auch seinen Reiz.
Wenn ich zur Ruhe kommen möchte, bin ich gern auf dem Bogenplatz und lasse ein paar Pfeile fliegen.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Eindeutig Muckergarten, ich nutze das Baumblütenfest hauptsächlich dazu, Freundschaften zu pflegen.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Das kann ich so pauschal nicht sagen, er muss einfach lecker sein. Gern trinke ich ein Weinchen bei meinem Kumpel Hirschi in der Potsdamer Straße.

Sie – ganz speziell

Sie haben einige Hobbys – vielleicht fangen wir mit dem Karneval an. Da engagieren Sie sich nicht nur in einer Männertanzgruppe – Sie sind frisch gewählt auch 3. Vorsitzender des Carnevalsclub Groß Kreutz 1961 e.V.. – Wie kamen Sie zum Karneval, wie zum Männerballett und warum in Groß Kreutz?
Groß Kreutz ist mein Heimatort. In der Session 1987/88 war ich dort Karnevalsprinz. Nach der Armeezeit vertrat ich dann einen Büttenredner und erbte sozusagen den „Dorftrottel“ von ihm. Und weil ich eh schon dabei war, trat ich dann noch dem Männerballett bei. Wir haben uns über die Jahre zu einer tollen Truppe entwickelt, es macht riesig Spaß dabei zu sein. Und dass wir durchaus unterhalten können, zeigen wir ja bei den Weiberfastnachten in Werder und Glindow.

Im Vorstand möchte ich mich um die Tanzgruppen und um den Kontakt zu anderen Vereinen kümmern.

Sie sind Vorsitzender der Werderaner Bogenschützen – wie kamen Sie zu diesem ja recht besonderen Hobby? Ist das die Verwirklichung des Robin-Hood-Traumes oder haben Sie ein sportliches Vorbild?
Es fing alles damit an, dass ich als Kind unbedingt Biathlet werden wollte. Das war leider in unserer Gegend nicht möglich, also rannte ich als Kind mit dem Luftgewehr durch den Garten und schoss auf selbstgebastelte Klappscheiben, welche hauptsächlich aus einer Obstkiste, Draht und Marmeladendeckeln bestand.

Erst mit Mitte dreißig lernte ich dann Bogenläufer kennen. Bogenlaufen ist wie Biathlon, nur ohne Ski und mit dem Bogen statt des Gewehrs. Das hat mir sehr zugesagt, ich bin sowieso schon gelaufen, nun kam noch das Schießtraining dazu. Und wenn man dann schon mal mit dem Bogen trainiert, habe ich auch begonnen, reine Bogenschießwettbewerbe zu bestreiten. Dann kam die Vereinsgründung, der Verein wuchs und schließlich wurde ich Vorsitzender.

Zudem wurden Sie im Februar Ostdeutscher Meister in der Halle – erzählen Sie uns noch mehr von Ihren Erfolgen und von denen des Vereins.
Meine größten sportlichen Erfolge sind sicher die zwei Deutschen Meistertitel, welche ich mit dem Blankbogenteam erreicht habe. Dazu kommen noch einige Medaillen von Deutschen Meisterschaften im Bogenlaufen, aber leider keine goldene.

Unser Verein hat seine Stärken ganz besonders bei den Bögen ohne Visier. Mitglieder unseres Vereins sind Deutsche Meister oder haben Medaillen gewonnen. Auch einige deutsche Rekorde werden von unseren Schützen gehalten.

Die größten Erfolge erzielen jedoch unsere Bogenläufer. Es wurde schon etliches Edelmetall von Deutschen und auch internationalen Meisterschaften nach Werder gebracht. Zwei Mitglieder unseres Vereins sind Teil des Nationalteams.

Aber ich empfinde es auch als Erfolg, wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene Spaß am Sport haben und einer sinnvollen Freizeitgestaltung nachgehen.

Wie viele Mitglieder hat der Verein und kann da jeder mitmachen?
In unserem Verein sind etwas mehr als 50 Mitglieder, davon gut 20 Kinder und Jugendliche. Grundsätzlich kann jeder mitmachen, nach oben gibt es keine Grenze. Wir haben auch einige Rentner im Verein, welche sich durch die Bewegung und die Konzentration beim Bogenschießen fit halten.

Muss man irgendwelche besonderen Voraussetzungen für diesen Sport mitbringen? Stellen Sie die Bögen oder wie teuer ist so ein Sportgerät?
Die körperlichen Voraussetzungen sind recht gering. Auch Rollifahrer sind oft Bogenschützen. Und Personen, welche Probleme mit dem Rücken haben, können diesen gut trainieren.

Der Preis einer Grundausstattung mit einem einfachen visierlosen Bogen liegt bei ca. 150 Euro. Damit ist man bereits turnierfähig.
Nach oben gibt es keine Grenze, beim Bogensport wird natürlich auch auf Hightech und hochwertige Materialien gesetzt. Mein Wettkampfbogen, ein Blankbogen, hat etwa einen Wert von 400 Euro.

Sie sind auch als Trainer tätig und haben erfolgreiche Schützlinge?
Ja, durchaus. „Meine“ Kids haben schon so manche Topplatzierung eingefahren. Aber es fließen auch mal Tränen, wenn es nicht so läuft.
Wie gesagt, es ist auch ein Erfolg, wenn ein Kind bei uns SEINE Sportart gefunden hat.

Inzwischen schon eine schöne Tradition ist der Werderaner Bogenlauf. Wann findet der in diesem Jahr statt und was ist da los?
Am 14. April findet der 5. Werderaner Bogenlauf statt. Er findet auf unserem Bogensportgelände in der Hans-Sachs-Straße 35 statt. Die ersten Rennen starten um 10 Uhr. Besonders freuen wir uns, diesmal Starter der tschechischen Nationalmannschaft zu Gast zu haben. Aber auch der größte Teil der deutschen Auswahl steht am Start.

Ist das auch für Zuschauer interessant, wo gibt es an der Strecke die besten Plätze?
Wer Biathlon mag, wird Bogenlaufen lieben. Es sind Massenstartrennen, das heißt, der vorn ist führt auch. Bei den Großen wird 4x geschossen, zweimal stehend und zweimal kniend. Für einen Fehler geht es in die Strafrunde, wie beim großen Bruder Biathlon.

Die besten Plätze sind am Schießstand, man kann mit seinem Favoriten mitfiebern, Treffer bejubeln und bei Fehlern aufstöhnen. Außerdem sollte man auch die Strafrunde im Blick haben sowie den Zielbereich. Das liegt aber nah beieinander, also kein Problem.

Im vergangenen Jahr war der Bogenlauf erstmals Bestandteil eines deutschlandweiten Bogenlauf-Cups – wird das in diesem Jahr weitergeführt?
Das ist nicht ganz richtig. Im vorigen Jahr gab es erstmalig eine Cupwertung, es war der erste und auch der letzte „Ostdeutsche Bogenlauf-Cup“. Denn zu den drei Ausrichtern des vorigen Jahres sind noch weitere drei Wettkampforte dazu gekommen. Deshalb gibt es in diesem Jahr erstmalig den Bogenlauf-Deutschland-Cup. Ich denke schon, dass es ein Erfolg wird, also auch in der Zukunft Bestand hat.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten – welche wären das?
Für alle Menschen: Frieden und Gesundheit
Für meinen Sport: dass möglichst viele Menschen daran Freude haben
Für mich: eine passende Partnerin

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Meine Lieblingsbiathletin Kaisa Mäkäräinen.

Welche Fragen würden Sie ihr stellen?
Wie sie es schafft, sich trotz der Quälerei auf der Strecke, immer wieder neu zu motivieren.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Bücher lese ich eigentlich nur im Urlaub. Ansonsten lese ich den Spiegel.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Ich empfinde solche Menschen als Vorbild, die sich für schwächere Lebewesen einsetzen, egal ob es dabei um Menschen oder Tiere geht.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder –Serie? Warum?
Das Leben des Bryan oder auch die Rocky Horror Picture Show, tolle Unterhaltung und das Brechen von gesellschaftlichen Tabus in der damaligen Zeit.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Na klar, ich kann ganz laut und ganz falsch singen ☺

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Beides, ich mag allgemein Tiere, aber der Hund sollte nicht zu klein sein.