Mein Werder (13): Toni Geißhirt

Name: Toni Geißhirt
Alter: 19 Jahre
Wohnort: Werder (Havel)

Seit wann bist Du in Werder zuhause? – Immer schon, also seit fast 20 Jahren.

Hast Du Kinder oder möchtest du gerne welche haben?
Nein, Kinder habe ich nicht. Das Thema ist für mich zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht wirklich relevant, da ich mich erst einmal ausschließlich auf meine „Obstweinkarriere“ konzentrieren möchte.

Was arbeitest / machst Du so den lieben langen Tag?
Noch bin ich Schüler und versuche mich momentan so gut wie möglich auf mein Abitur zu konzentrieren.
Ansonsten verbringe ich meine Zeit in meiner Weinwerkstatt und kümmere mich um meine geliebten Obst- und Blütenweine.

Was würdest Du lieber machen?
Mich den ganzen Tag um meine „guten Tröpfchen“ kümmern.

Was ist Dein Berufswunsch und warum?
Mein größter Traum ist ein Obstweinhof mit Hofladen und Restaurant. Ich kann mir einfach nichts Besseres vorstellen, als die Leute mit meinen hausgemachten Obst- und Blütenweinen glücklich zu machen. Auf meinem eigenen Hof würde ich Veranstaltungen planen, Obstweinverkostungen durchführen und viele andere schöne Dinge verwirklichen, die in meinem Kopf noch so herum schwirren. Ich kann ja noch nicht alles verraten …

Wie würdest Du Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist eine traumhafte Stadt, die jede Generation willkommen heißt. Ob jung oder alt, jeder kann sich an unserer Blütenlandschaften erfreuen und bei unserem jährlichen Baumblütenfest den hausgemachten Obstwein genießen.

Hast Du einen Lieblingsort in Werder? Wo und Warum?
Meinen Lieblingsort verrate ich Euch nicht. Nur soviel: es ist ein wundervoller Ort, an dem man eine fantastische Aussicht auf unser Werder hat und dabei die Blütenpracht bewundern kann.
Sollte sich mein Traum erfüllen und ich mein Hobby zum Beruf machen können, dann soll mein eigener Hof an diesem wunderschönen Fleck entstehen.

Rummel oder Muckergarten? – Wo ist Dein Lieblingsort auf der Baumblüte?
Auf der Baumblüte stehe ich am liebsten hinter einem meiner Obstweinstände und schenke meinen hausgemachten Obstwein aus. Es macht mich einfach unglaublich glücklich.

Was ist Deine Lieblings-Jahreszeit und warum?
Wenn ich ehrlich bin, habe ich zwei Lieblings-Jahreszeiten. Im Frühling erwacht das Leben und wir können die Blütenlandschaften bestaunen und im Sommer liebe ich das Ernten unseres vollreifen Werderaner Obstes.

Wo muss ein Besucher unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Natürlich an einem meiner Obstweinstände zur Baumblüte. Ich finde, jeder sollte sich einmal neben dem Erkunden unserer Landschaft ein Gläschen von „Tonis Obstwein“ gönnen.

Ureinwohner („werdersch”) oder Zugezogener („egal wann = Werderaner“), das ist hier die Frage! Wie stehst Du dazu?
Ich kenne den Unterschied selbst erst seit einem guten Jahr, wenn ich ehrlich bin. Aufgeklärt hat mich die „Muckersche“ darüber. Ich dachte immer, dass ich ein „Werderscher“ bin, weil ich schon immer in Werder lebe, das stimmt aber gar nicht.
Ich bin im Potsdamer Krankenhaus geboren und somit bin ich nur ein „Werderaner“. Wirklich sehr schade, „Werderscher“ hört sich irgendwie besonders an, haha … Jetzt nenne ich mich aber immer „Altwerderaner“, wenigstens eine kleine Besonderheit im Wort.

Was macht den typisch „Werderschen“ für Dich aus?
Der typische „Werdersche“ ist für mich eine offene und hilfsbereite Person, die immer ein offenes Ohr für Menschen mit Problemen hat.

Obstbau ist in Werder Tradition. Und Du bist ja schon eine Berühmtheit dieser Stadt – als jüngster Obstweinhersteller! Wie lange machst Du das schon, wie kam es dazu?
Ich keltere Obstweine, seit ich 13 Jahre alt war. Schon damals konnte ich mir nichts Besseres vorstellen, als Obstwein zu keltern. Damals habe ich mit einem 10 Liter Weinballon angefangen. Mein Vater hat seinen Wein immer im alten Garten in Glindow gemacht. Selbstverständlich nur für den häuslichen Gebrauch. Als der Garten dann verkauft wurde und der Ballon leer in unserem neuen Garten stand und ich sowieso etwas Langeweile hatte, dachte ich mir, warum fängst du nicht einfach mal an … Das habe ich dann schließlich auch getan und ging zum „Werderaner Frischemarkt“, um mir ein paar Kilogramm Bauernpflaumen zu kaufen. Diese habe ich dann nach altem Rezept zu einer Maische verarbeitet, die ich nach einer zehntägigen Gärung abpresste. Der Saft wurde dann weiter vergoren und nach Gefühl noch verfeinert. Im nächsten Frühjahr wurde er dann von Bekannten der Familie verkostet und alle waren begeistert. Diese Begeisterung der Menschen machte mich stolz, sodass ich meine Produktionsmenge bis heute jährlich immer weiter ausgedehnt habe.

Und warum nennt man Dich „Himbeertoni“?
Mich nennt man „Himbeertoni“, weil mein erster persönlicher Erfolg ein wohlschmeckender Himbeerwein war. In meinem zweiten „Obstwein-Jahr“ habe ich mein Sortiment erweitert und nach Sorten gesucht. Als erstes kam mir die „Himbeere“ ins „Obstweingedächnis“. In den Sommerferien ging ich Himbeeren pflücken und kelterte daraus einen leckeren Himbeerwein. Diesmal waren es nicht nur die Bekannten der Familie, sondern auch Besucher des Frischemarktes in Werder, die von meinem Wein begeistert waren und mich schließlich zum „ Himbeertoni” tauften.

Wieviele Liter Wein hast Du für die aktuelle Saison in Deinen Fässern und Ballons?
Zum 137. Baumblütenfest habe ich etwa 3500 Liter Obstwein gekeltert.

Und welche Sorten?
Ich habe knapp 20 Sorten Obst- und Blütenweine hergestellt.
Darunter die beliebten Sorten Schwarze Johannisbeere und Sauerkirsche. Aber auch Exoten wie Robinienblüte und Eberesche wurden gekeltert. Die Himbeere darf beim „Himbeertoni“ natürlich auch nicht fehlen.

Und wo kommt das Obst dafür her?
Teilweise aus Gärten von Bekannten und Verwandten und bei etwas größeren Mengen von kleinen Bauern aus der Umgebung.

Wieviele und welche Proben wirst Du am kommenden Wochenende zum Wettbewerb um die „Goldene Kruke“ einreichen?
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, da ich die nächste Woche auch nochmal dazu nutzen werde, um einige Sorten auf ihre Qualität zu prüfen.
Aber ich denke, dass ich auf etwa zehn Proben kommen werde. Darunter Schwarze Johannisbeere, Weiße Johannisbeere und Himbeere.

Welcher ist Dein Lieblingswein?
Mein Lieblingswein ist der Himbeerwein. Hätte man bei meinem Namen auch gar nicht vermutet, oder ? ( hehe )
Die Schwarze Johannisbeere trinke ich jedoch auch sehr gerne.

Trinkst Du selbst gern Wein?
Jaaa, selbstverständlich. Ich bin wirklich ein leidenschaftlicher Weintrinker und verwöhne meinen Gaumen gern mit dem Genuss eines guten Tröpfchens.

Liebst Du Tiere?
Ja, ich liebe Tiere sehr.

Wenn ja, Katze oder Hund?
Hunde. Ich habe einen kleinen Hund, sehr süß, mein Mäxchen.

Welche berühmte Person würdest Du gern einmal treffen?
Ich würde gerne mal Helene Fischer treffen.

Welche Fragen würdest Du ihr stellen?
Ob sie mir ihr Erfolgsrezept für ihre fantastischen Lieder verraten kann.

Welches Buch liegt auf Deinem Nachttisch?
Im Moment das „Rebsorten ABC“. Ich versuche gerade heraus zu finden, welche genaue Wirkung der Boden auf die Pflanze hat.

Hast Du Vorbilder?
Ja, die habe ich.

Welche und warum?
Robert Dahl, Inhaber von „Karls Erlebnishof“.
Herr Dahl ist mein Vorbild, da er es geschafft hat, seinen Traum zu verwirklichen.
Er hat aus dem Nichts und aus eigener Kraft einen Erdbeerhof mit Erlebnisdorf für Kinder gezaubert. Heute ist er Inhaber mehrerer Erdbeerhöfe und vermarktet sein Obst national in seinen hübschen Obsthütten. Er hat bewiesen, dass man es schaffen kann. Daran nehme ich mir ein Beispiel und versuche auf meine Art und Weise auch meinen Traum zu verwirklichen.
Vielleicht stehe ich im mittleren Alter auch mal da und kann sagen, dass ich es geschafft habe, meinen größten Traum zu erfüllen.

Hast Du einen Lieblingsfilm oder -serie? Warum?
Einen Lieblingsfilm habe ich nicht, jedoch schaue ich mir sehr gerne Filme an, in denen vom Baumblütenfest und von Werder (Havel) berichtet wird.

Hast Du ein verborgenes Talent?
Das kann ich nicht sagen. Allerdings möchte ich mich in Zukunft noch dem Destillieren von diversen Dingen widmen. Also zum Beispiel mit der Verarbeitung zu Obstbränden. Ich finde die Destillation hoch interessant und hoffe, dass ich in dieser Richtung auch ein wenig Talent und Geschick beweise.

Was müssen wir noch von Dir wissen?
Meine hausgemachten Obstweine sind zum Baumblütenfest und auf meiner Homepage (www.tonis-obstweine.de) erhältlich. Zum 137. Baumblütenfest findet man mich an folgenden fünf Standorten: Marktplatz Werder, Unter den Linden, Eisenbahnstraße (Höhe Rat der Stadt), Hoher Weg (Etwa in der Mitte vom Hohen Weg) und Hoher Weg (250 Meter weiter Richtung Friedrichshöhe).

Außerdem lade ich Interessierte das ganze Jahr über gern zu einer traditionellen Obstweinverkostung in gemütlicher Runde inklusive Bewirtung ein. Wer sich dafür interessiert, kann mich einfach anrufen oder eine E-Mail schreiben: 0152 54164212 oder tonis-obstweine@gmx.de.